Was Du von Sturm „Sabine“ für die Kommunikation in Deiner Beziehung lernen kannst…

Was Du von Sturm "Sabine" für die Kommunikation in Deiner Beziehung lernen kannst...

Neulich standen in ganz Deutschland die Zeichen auf Sturm. „Sabine“ hatte sich angekündigt. Es war Montagmorgen 06:45 Uhr und auch ich beobachtete den Wind, der so langsam zunahm. Hörte, wie die Böen immer stärker durch die Siedlung fegten. Konnte fast die ächzenden Bewegungen der großen Birken spüren, die am Ende unserer Straße stehen.

Große Sorgen machte ich mir eigentlich nicht. Unser Haus ist stabil gebaut. Und am Vortag hatte ich bereits im Garten und auf der Terrasse alles weggeräumt, was Schaden nehmen könnte. Hatte Blumenkübel gegen das Umfallen gesichert, alles Mögliche festgebunden.

Kurz: Ich hatte mich vorbeugend gekümmert, damit ich am Tag nach dem Sturm (hoffentlich) nicht entsetzt vor größeren Schäden stehe. Schließlich hatten die Medien frühzeitig und eindringlich vor „Sabine“ gewarnt. Da wollte ich lieber kein Risiko eingehen.

Warum gibt es eigentlich keine Sturmwarnungs-App für Beziehungen?

Und plötzlich durchzuckte mich ein Gedanke:

  • Warum treffen wir solche Vorsorgemaßnahmen nicht auch in unserer Partnerschaft?
  • Weshalb laufen wir dort sehenden Auges mitten in den Orkan und wundern uns dann, warum wir so durchgeschüttelt werden?
  • Wieso akzeptieren wir ohne mit der Wimper zu zucken, dass wir zum Teil völlig gerupft und verletzt aus einem Streit mit unserem Partner herausgehen?

Vor Beziehungs-Stürmen warnt einen meist niemand. Es kommen keine Hinweise in den Medien, keine App schlägt Alarm. Es gibt keine allseits präsenten Tipps, wie man vorbeugen kann.

Irgendwie wird hier stillschweigend davon ausgegangen, dass schon jeder weiß, was zu tun ist, wenn ein Unwetter im Anmarsch ist.

Und genau das ist meiner Erfahrung nach aber nicht der Fall. Die meisten haben keinen Notfallplan. Sie erleben heftige Böen in ihrer Partnerschaft völlig unvorbereitet. Und stehen dann oft verzweifelt vor den Verwüstungen.

Und wenn es so einen Warndienst doch schon gäbe?

Aber was wäre, wenn Du die Möglichkeit hättest, einen Sturmwarndienst für Deine Beziehung zu etablieren? Wenn es Signale gäbe, die rechtzeitig sichtbar würden, um Dich zu alarmieren? Wenn Du eine Liste mit hilfreichen Verhaltenstipps bekommen könntest?

Würdest Du dann weiterhin unvorbereitet und ungeschützt den Hurrikan ertragen wollen? Oder würdest Du alles darüber erfahren wollen, wie Du Deine Beziehung sturmsicher machen kannst?

Du ahnst es sicher schon... Wenn ich solch provokative Fragen stelle, dann lasse ich Dich nicht im Regen stehen. Dann habe ich etwas in petto.

Du hast Glück! Dieser Warndienst existiert! Du musst nur lernen, ihn zu nutzen.

Denn genau diese Möglichkeit gibt es! Auch die Warnsignale existieren! Du brauchst nur noch zu lernen, sie zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren! Und im Vorfeld ein paar generelle Schutzmaßnahmen ergreifen.

So wie Meteorologen durch Beobachtung bestimmter Wetterparameter eine Sturmwarnung herausgeben können, kannst Du lernen, anhand bestimmter Signale zu erkennen, dass sich in Deiner Beziehung ein Unwetter zusammenbraut.

Von Sekunde zu Sekunde liefert Dein Partner Dir die wichtigen Parameter für Deine Prognose. Du spürst sozusagen zunächst ein laues Lüftchen, das vorher noch nicht da war. Dann kannst Du sehen, wie der Wind zunimmt und in Sturm übergeht. Und Du kannst jederzeit eingreifen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Beziehungs-Sturmwarnsystem - Level 0: Präventive Maßnahmen

Auf Level 0 triffst Du verschiedene Maßnahmen, um Deine Beziehung grundsätzlich besser gegen Stürme zu wappnen. Du sorgst sozusagen dafür, dass Euer Beziehungs-Haus nicht nur ein windiger Bretterverschlag ist, der beim kleinsten Lüftchen einstürzt, sondern ein richtig stabiles Gebäude.

Das kannst Du zum Beispiel tun, indem Du Dich darum kümmerst, dass Ihr in Eurer Partnerschaft eine positive Streitkultur etabliert. Schau‘ dazu gerne mal in meinen Artikel „Streit – der Feind in Deinem Bett?“.

Oder dadurch, dass Du Dich mit der Verwendung von Ich-Botschaften auseinandersetzt. Lernst, wie aktives Zuhören funktioniert, und, und, und.

Auch hierzu findest Du in verschiedenen Blogbeiträgen von mir hilfreiche Tipps. Stöber' doch einmal mal quer durch meine Artikel.

Damit habt Ihr dann eine solide Basis geschaffen, auf der Euer Beziehungs-Sturmwarnsystem aufbauen kann.

Beziehungs-Sturmwarnsystem - Level 1: Warnlämpchen erkennen und reagieren

Es ist inzwischen gut erforscht und in verschiedenen Modellen abgebildet, dass wir (unbewusst) unser Denken und Verhalten ändern, wenn eine Situation oder ein Gespräch anfängt, für uns stressig zu werden. Zu Beginn zeigt sich das noch ganz subtil. Da merken wir meist selber noch gar nicht, dass unser Stresslevel steigt. Aber nach außen wird es schon gut sichtbar, wenn man genau hinschaut.

Das kann zum Beispiel ein bestimmter Gesichtsausdruck sein. Oder eine typische Handbewegung. Manchmal zeigen sich auch kleine Änderungen im Sprachgebrauch. Wie genau die Warnlämpchen aussehen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Es gibt allerdings eine Reihe von Signalen, bei denen man genau vorhersagen kann, was passiert, wenn sie nicht beachtet werden.

Das ist ähnlich wie bei Deinem Auto. Da gibt es zum Beispiel ein Warnlämpchen, das angeht, wenn der Ölstand unter einen bestimmten Wert sinkt. Und ein anderes, das signalisiert, dass der Luftdruck im Reifen zu niedrig ist. Ein weiteres, das Dich warnt, wenn mit dem Kat etwas nicht in Ordnung ist. Und, und, und.

Wenn ein solches Lämpchen leuchtet und Du nicht darauf reagierst, wirst Du (bzw. Dein Auto) bald die entsprechenden Konsequenzen zu spüren bekommen. Wenn Du nicht rechtzeitig Öl nachfüllst, kommt es im schlimmsten Fall zu einem kapitalen Motorschaden. Wenn Du nicht dafür sorgst, dass der Luftdruck wieder passt, bleibst Du in naher Zukunft mit einer Reifenpanne liegen.

Solange Du aber aufmerksam bist, die Lämpchen im Cockpit beachtest und geeignete Maßnahmen ergreifst, kannst Du drohende Gefahren ganz leicht abwenden. Du musst nur lernen, welches Lämpchen für welches Problem steht und was konkret dagegen zu tun ist.

In Deinem Beziehungs-Sturmwarnsystem funktioniert das genauso. Aufmerksames Beobachten von Wortwahl, Tonfall, Gestik, Mimik und Körperhaltung und dann entsprechendes Reagieren sind Deine Optionen auf Level 1. Du kannst dadurch oft verhindern, dass sich ein laues Lüftchen zu einem ausgewachsenen Sturm entwickelt.

Welche spezifischen Warnlämpchen es gibt, was sie bedeuten und wie Du darauf richtig reagierst, das kannst Du bei mir lernen.

Beziehungs-Sturmwarnsystem - Level 2: Negatives Verhalten richtig deuten

Was aber, wenn Du einmal unaufmerksam warst und die ersten Vorboten des sich zusammenbrauenden Beziehungsgewitters übersehen hast? Dann gibt es immer noch Level 2 Deines Warnsystems!

Hier bekommst Du Hilfe von einem weiteren Phänomen, das sich erst einmal widersinnig anhört, aber in der Psychologie gut bekannt ist: Negative Zuwendung bzw. Aufmerksamkeit ist besser als gar keine!

Das führt unter anderem zu einem etwas seltsamen (unbewussten) Verhalten bei uns Menschen. Wenn wir nämlich ein bestimmtes psychisches Bedürfnis nicht auf positive Art und Weise erfüllt bekommen, versuchen wir, diese Erfüllung im Negativen zu erreichen. Und das zeigt sich dann in nicht ganz so schönen Verhaltensweisen. Bei jedem von uns.

Hört sich unlogisch an? Ist aber wirklich so. Und genau das kannst Du Dir in Deinem Beziehungs-Sturmwarnsystem zunutze machen!

Wenn Du bei Deinem Partner ganz bestimmte (negative) Verhaltensweisen beobachtest, kannst Du aus diesen zuverlässig Rückschlüsse darauf ziehen, welches Bedürfnis bei ihm gerade nicht erfüllt ist. (Dasselbe gilt für Dich natürlich auch.)

Und damit hast Du ein mächtiges Werkzeug an der Hand!
Denn indem für positive Bedürfnisbefriedigung gesorgt wird, gelingt es sehr oft, das unerwünschte negative Verhalten zu stoppen. (Den Orkan sozusagen auszubremsen.)

Ich habe diesen Satz bewusst so formuliert. Es geht nämlich nicht (oder zumindest nicht ausschließlich) darum, dass Du für die Bedürfnisbefriedigung Deines Partners zuständig bist. In manchen Bereichen kannst Du sicher dazu beitragen, ja. Vor allem durch die Art und Weise, wie Du mit ihm kommunizierst.

Aber es geht mehr darum, dass diese Bedürfnisse überhaupt erst einmal erkannt werden. Und darum, dass eine Möglichkeit gefunden wird, wie jeder für sich dafür sorgen kann, dass sie erfüllt werden.

Welche spezifischen Verhaltensweisen auf welches Bedürfnis hindeuten, und welche Möglichkeiten zur Bedürfnisbefriedigung es gibt, das kannst Du wiederum bei mir lernen.

Fazit

Dass in Deiner Beziehung immer mal wieder ein Sturmtief aufzieht, kannst Du nicht verhindern. Dazu sind die Herausforderungen im Leben zu vielfältig.

Aber Du hast es in der Hand, wie Du damit umgehst!
Du kannst lernen, Kommunikation konstruktiv zu gestalten. Auch - oder gerade dann - wenn es in Deiner Beziehung stürmisch wird.

Ein Streit muss keine destruktive Wirkung entfalten. Es gibt so viel, was Du tun kannst, um Deine Beziehung sturmfest zu machen!

Ich zeige Dir gerne, wie Du das hinkriegst. Sprich mich einfach an.

Herzlichst,
Deine Barbara

PS: Hier findest Du den direkten Draht zu mir.

PPS: Im Mai findet wieder mein 2-Tages-Seminar für Paare statt. Vielleicht wäre das ja ein guter Einstieg für Dich?


Anleitung zum Glücklichsein – Oder: Wie Du den Hammer-Partner bekommst, den Du Dir schon immer gewünscht hast!

Anleitung zum Glücklichsein
Oder: Wie Du den Hammer-Partner bekommst, den Du Dir schon immer gewünscht hast!

Die Geschichte mit dem Hammer

Bestimmt kennst Du die Geschichte von dem Mann, der sich bei seinem Nachbarn einen Hammer ausleihen möchte. Er verrennt sich dann aber so in seine eigenen Negativ-Annahmen über den Nachbarn, dass er diesem zum Schluss wutentbrannt entgegenbrüllt „Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel!“.

(Falls Du die Geschichte noch nicht kennst, findest Du sie im Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ von Paul Watzlawick.)

Was hat das nun aber mit Dir und Deiner Beziehung zu tun? Und warum verspreche ich Dir, dass Du den Hammer-Partner bekommst, den Du Dir schon immer gewünscht hast?

Nun, das ist ganz einfach! Lass mich dazu nur ein bisschen ausholen…

Negative Gedankenkonstrukte

So wie der Mann in der Geschichte sich immer mehr negative Dinge über seinen Nachbarn „ausdenkt“, so kreieren auch wir oft negative Geschichten über unseren Partner.

Dieser sagt oder tut etwas, das wir nicht ganz verstehen oder das uns nicht gefällt, verletzt, verärgert (die Liste kannst Du nach eigenem Belieben fortsetzen…). Und anstatt nachzufragen, wie er das gemeint hat oder warum er sich so verhalten hat, tauchen wir in negative Gedankenspiralen ab.

  • Bestimmt liebt er mich nicht mehr. Sonst würde er doch daran denken…
  • Das macht er absichtlich, um mich zu ärgern.
  • So ein egoistischer, rücksichtsloser Kerl! Denkt immer nur an seine eigenen Interessen.
  • Sicher hat er eine andere. Sonst wäre er doch nicht immer so müde und wortkarg.

Wenn Dir das irgendwie bekannt vorkommt, dann weißt Du ja bestimmt, wie sehr Dich solche Gedanken runterziehen.

Watzlawick schreibt in seinem Buch „Wenige Maßnahmen eignen sich besser zur Erzeugung von Unglücklichsein, als die Konfrontierung des ahnungslosen Partners mit dem letzten Glied einer langen Kette von Phantasien, in denen er eine entscheidende negative Rolle spielt.“

Merkst Du, wie die Katastrophe auf diese Weise ihrem vorprogrammierten Höhepunkt zusteuert? Ein negativer Gedanke führt zum nächsten, Deine Vorstellungskraft schlägt immer größere Kapriolen und schließlich schmeißt Du Deinem Partner Deinen ganzen (zusammenfantasierten) Frust vor die Füße.

Nicht gut. Gar nicht gut.

Jaaaaa. Das hast Du ja verstanden. Aber wie Du dem entgegenwirken kannst, willst Du nun endlich wissen?

Sorry, dass ich mich wiederhole. Das ist ganz einfach! (Ja, im Prinzip ist es wirklich ganz einfach. Du musst nur immer wieder daran denken und es dann auch tun!)

Im Zweifel für den Angeklagten!

Denn eigentlich geht es nur darum, ein bestimmtes Motto zu verinnerlichen und konsequent danach zu handeln. Das Motto lautet: „Im Zweifel für den Angeklagten!“.

Immer, wenn Du etwas nicht verstehst, was Dein Partner sagt oder tut, frag‘ ihn!

Es gibt so viele Möglichkeiten, Aussagen oder Verhalten zu interpretieren. (In meinem Blogbeitrag „Was ein Quadrat mit Kommunikation zu tun hat…“ findest Du zum Beispiel einen Überblick, warum es so oft zu Missverständnissen kommt.) Warum willst Du Dir ausgerechnet die schlechteste davon rauspicken? Um dann gepflegt zu leiden?

Mach’s doch einfach genau andersrum. Gewöhn‘ Dir an, Deinem Partner einen Vertrauensvorschuss zu geben. Geh‘ grundsätzlich davon aus, dass er Dich nicht verletzen möchte. Dass er Dir nicht absichtlich schaden will. Dass Ihr in manchen Punkten einfach nur zu verschieden seid, um Euch automatisch richtig zu verstehen.

Jeder auf seine Art

Alle Menschen „ticken“ unterschiedlich. Jeder hat eine ganz eigene Art, die Dinge zu sehen. Jeder hat besondere Bedürfnisse. Jeder kommuniziert anders.

Jetzt kommt es darauf an, dass Ihr diese Unterschiede erkennt und lernt, gut damit umzugehen. Je mehr Ihr mit Euren Wünschen und Bedürfnissen für den anderen spürbar werdet, umso besser kann dieser darauf Rücksicht nehmen.

Eine Möglichkeit, die Unterschiede (oder auch Gemeinsamkeiten) zwischen Euch beiden schnell und sehr einprägsam aufzuzeigen, ist zum Beispiel das Erstellen Eurer individuellen Persönlichkeitsprofile. Damit habt Ihr eine super Grundlage für einen regen Austausch.

Und wenn Ihr den dann noch in Form von regelmäßigen Zwiegesprächen haltet, dann seid Ihr auf dem besten Weg zu einer Traumbeziehung.

So bekommst Du nach und nach den (hammermäßigen) Partner, den Du Dir schon immer gewünscht hast. Jemand, der Dich in Deiner Individualität achtet und respektiert. Der versteht, was Dir wichtig ist. Jemand, der gemeinsam mit Dir immer wieder Euer ganz eigenes Gleichgewicht aus Nähe und Distanz ausbalanciert. Der mit Dir eine Beziehung gestaltet, in der Ihr Euch beide weiterentwickeln könnt, ohne Euch zu entfremden.

Das glaubst Du nicht? Für Dich hört sich das nach unrealistischer Traummalerei an? Dann lass es doch auf einen Versuch ankommen! Schaden kann es nämlich definitiv nicht. 😉

Ich freue mich darauf, von Deinen Erfahrungen zu hören! Schreib' gerne einen Kommentar.

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

Barbara

PS: Du weißt ja - wenn Du persönliche Unterstützung von mir möchtest, bin ich nur eine Nachricht von Dir entfernt!

PPS: Das Buch von Paul Watzlawick kannst Du direkt über den Link unten bestellen. Es handelt sich um einen Affiliate-Link. Das Buch wird dadurch für Dich nicht teurer, aber ich bekomme einen kleinen Betrag ausgezahlt. Damit ich auch weiterhin Blogbeiträge für Dich schreiben kann... 

Streit – der Feind in Deinem Bett? Wie Du Streit zu Deinem Verbündeten machst, um Deinem Partner wieder näher zu kommen.

Streit – der Feind in Deinem Bett?
Wie Du Streit zu Deinem Verbündeten machst, um Deinem Partner wieder näher zu kommen.

Wie? Jetzt auf einmal sollst Du Dich mit dem „Feind“ verbünden?
Wo ich doch sonst immer davon spreche, dass es wichtig ist, dem Streit den Garaus zu machen? Und wo selbst in meinem Slogan „Weniger Streit. Mehr Akzeptanz. Echtes Verständnis.“ weniger Streit gleich am Anfang steht?

Ja, das wirkt auf den ersten Blick vielleicht so, als würde ich Auseinandersetzungen mit dem Partner generell verteufeln. Aber genau so ist das eben nicht!

Unproduktiver Streit: Der Feind in Deinem Bett!

Was ich in einer Beziehung für schädlich halte, sind unproduktive Streits, die nur aus gegenseitigen Vorwürfen bestehen. Streits, die schnell eskalieren und meist nur dazu führen, dass die Fronten hinterher noch mehr verhärtet sind. Streits, die sich durch Rumbrüllen, Türenknallen oder sogar geworfene Gegenstände auszeichnen. Oder die sich durch Eiseskälte, Rückzug und tagelanges Schweigen ausdrücken. Und die vermutlich auch Auswirkungen auf Euer Liebesleben haben…

Merkst Du, wie sich Dein Magen sofort zusammenkrampft, wenn Du nur daran denkst, wieder mit Deinem Partner zu streiten? Spürst Du, wie es Dir Deine Kehle zuschnürt oder Deine Brust eng wird? Jeder reagiert anders auf solche Belastungen. Ich habe mich immer furchtbar hilflos gefühlt, wenn ich meine Interessen nicht angemessen vertreten konnte. Was mich dann in einem zweiten Schritt sehr wütend gemacht hat. Einfach, weil ich nicht wusste, was ich tun kann, um Gehör zu finden.

Glaub‘ mir, was unproduktive Streits angeht, war ich früher die Königin! Da war meine Trickkiste sehr umfangreich ausgestattet. Nur geholfen hat mir das alles nichts. Gebracht hat es außer Frust und Stress Null Komma Null. Nichts. Nada.

Also habe ich mich auf die Suche nach Alternativen gemacht. Es musste da doch etwas geben, was die Kommunikation mit meinem Partner auch in schwierigen Situationen möglich macht, ohne sich gegenseitig regelrecht zu zerfleischen.

Konstruktive Auseinandersetzungen: Deine Verbündeten in der Partnerschaft!

Und was soll ich sagen? Ich bin tatsächlich fündig geworden! Konstruktiver Streit ist die Zauberformel, die mir seither das Leben leichter macht.

Konstruktive Auseinandersetzungen halte ich im Gegensatz zu unproduktiven Streits für sehr wichtig und förderlich für eine Partnerschaft.

Leider haben die wenigsten von uns gelernt, wie das denn geht mit den konstruktiven Streits. Viele unserer Eltern wussten (oder wissen nach wie vor) selber nicht, wie man richtig für seine Bedürfnisse einsteht, wie man seine Meinung zu einem Thema auf positive Art und Weise vertritt. Wie man Missverständnisse aus dem Weg räumt oder ein Klima schafft, in dem beide Partner sich trauen können, Probleme anzusprechen. Wie sollten sie es dann Dir beibringen? Wenn sie doch selber hilflos im Umgang damit sind?

Und in der Schule? Da lernt man „so etwas“ normalerweise auch nicht. Gute Kommunikation oder Streitkultur sind dort selten Thema. Mit viel Glück hast Du vielleicht im Rahmen Deiner Berufsausbildung oder später im Job etwas davon mitbekommen. Wenn das Unternehmen Wert auf solche Soft-Skills gelegt hat. Und das tun meist nur größere Unternehmen.

Du brauchst Dir also wirklich keine Vorwürfe machen, wenn Du bisher relativ „unbeleckt“ zum Thema Kommunikation und Streitkultur warst. Dafür hast Du ja jetzt mich! 😉

Woran kannst Du nun also erkennen, dass es sich bei Euren Streits um unproduktive Auseinandersetzungen handelt? Ich bin mir sicher, dass Du das vom Gefühl her auch jetzt schon ziemlich eindeutig und richtig einsortieren kannst. Nur bleibt es dadurch trotzdem immer noch ein bisschen diffus, wie im Nebel, nicht richtig greifbar. Stimmt‘s?

Deshalb gebe ich Deinem Verstand nun auch noch ein paar ganz konkrete Stichpunkte dazu. Schau‘ doch einfach mal, was davon sich in Euren Streits wiederfindet. Nur Mut! Mein Text hier beißt nicht! Und Du musst ja auch (erstmal) niemand davon erzählen, in wie vielen oder welchen Punkten Du Dich bzw. Euch wiedererkannt hast.

Merkmale unproduktiver Streits

Du erinnerst Dich an meine „Trickkiste“, die ich oben erwähnt hatte? Hier habe ich Dir mal einiges aus meinem damaligen Arsenal aufgelistet und in 3 Hauptkategorien zusammengefasst:

Ihr ergeht Euch in gegenseitigen Vorwürfen:

  • Du-Botschaften
    (Du hast das und das falsch gemacht!)
  • Verallgemeinerungen
    (Immer machst Du…/Nie tust Du…)
  • Übertreibungen
    (Hundertmal habe ich Dir schon gesagt…)
  • Schuldzuweisungen
    (Du bist Schuld daran, dass…)
  • Etikettierungen
    (Das ist typisch für Dich!)
  • (Negative) Interpretationen
    (Das machst Du doch absichtlich…)
  • Scheinvorschläge
    (Du könntest ruhig mal…)
  • Rhetorische Fragen
    (Findest Du das etwa gut?)
  • Drohungen
    (Wenn Du nicht das und das tust, dann…)
  • Sarkasmus/Ironie
    (Prima gemacht!)
  • Verletzende Andeutungen
    (So wie neulich, als Du Dich so blöd angestellt hast…)
  • Abwertungen/Beleidigungen
    (Du kriegst halt mal wieder nichts auf die Reihe, Du Loser!)
  • Zitieren von Verbündeten und Zeugen
    (Auch X und Y sehen das genau wie ich…)

Ihr benutzt eine Art der Kommunikation, die der andere als besonders verletzend oder bestrafend erlebt:

  • Verschanzen hinter „man“- oder „es“-Aussagen.
    (Sprich ja nie in der Ich-Form von Dir und Deinen Gefühlen!)
  • Den anderen nicht an sich ran lassen, eigene Gefühle oder Gedanken verschleiern
    (Wie’s in mir aussieht, das geht Dich gar nichts an….).
  • Wünsche oder Bedürfnisse nicht direkt ansprechen, sondern auf die hellseherischen Fähigkeiten des anderen hoffen.
    (Und dann auf ihn „einprügeln zu können, wenn er diese nicht hat).
  • Blickkontakt vermeiden, „Pokerface“ aufsetzen
    (Ja nicht in die Karten schauen lassen!).
  • Coolness - nicht (emotional) auf das reagieren, was der andere sagt
    (Soll der doch auflaufen…).
  • Signalisieren, dass ich eh schon weiß, was der andere mir sagen will.
    (Das langweilt mich, das interessiert mich nicht…).
  • Unterbrechen
    (Um dem anderen das Heft aus der Hand zu nehmen).
  • Abrupte Themenwechsel
    (Das was Du erzählst, ist nicht wichtig für mich…).

Ihr versöhnt Euch, ohne dass Ihr Euer Konfliktthema geklärt habt. Damit es trotzdem zur Versöhnung kommt, werden folgende „Druckmittel“ benutzt:

  • Ablenken/Themenwechsel
    (Dann vergisst der andere den Streitpunkt vielleicht…)
  • Aussitzen
    (Der andere wird sich schon wieder beruhigen…)
  • Beleidigtsein
    (Kontaktabbruch Emotionales Aushungern des anderen)
  • Dramatisieren
    (Durch das Überzeichnen des Problems soll der andere schneller einlenken.)
  • Bagatellisieren
    (Bedürfnisse oder das Thema werden klein geredet)
  • Nachgeben/Einlenken
    (Verbunden mit der Bedingung, dieses Thema zukünftig nicht mehr anzusprechen…)
  • Rationalisieren
    (Die Gefühle sollen ausgeblendet werden.)
  • Bestechen
    (Ein Angebot machen, aber als Gegenleistung dafür die Einstellung der Debatte fordern.)
  • Sich selber klein machen
    (Um beim anderen ein schlechtes Gewissen zu erzeugen.)

Eigenschaften konstruktiver Auseinandersetzungen

Puh, vielleicht bist Du jetzt gerade erschrocken, hinter wie vielen Punkten Du geistig ein Häkchen machen konntest. Welche Inhalte Deine „Trickkiste“ parat hält.

Keine Panik! Hier kommen jetzt ein paar hilfreiche Tipps, wie Du Konfliktgespräche zukünftig anders gestalten kannst. Beziehungsweise nenne ich Dir ein paar Elemente, die eine konstruktive Auseinandersetzung kennzeichnen.

Auch hier habe ich wieder eine Gruppierung vorgenommen, denn Du kannst in Gesprächen ja 2 Rollen einnehmen. Einmal die des Sprechers und dann die des Zuhörers. Und für beide Rollen gibt es hilfreiche Verhaltensregeln. Außerdem kommt es auch noch auf die Vorbereitung Eures Gesprächs an.

Gesprächsvorbereitung:

  • Passenden Zeitpunkt und Gesprächsdauer wählen
  • Passenden Ort wählen
  • Störungen vermeiden

Sprechen:

  • Ich-Botschaften
  • Sich öffnen/den anderen an sich heran lassen
  • Konkret bleiben (Situationen, Verhaltensweisen, etc.)
  • Beim aktuellen Thema bleiben.

Zuhören:

  • Uneingeschränkte Aufmerksamkeit
  • Non-verbale Rückmeldungen
  • Gehörtes zusammenfassen
  • Offene (Rück-)Fragen stellen
  • Positives Gesprächsverhalten des anderen anerkennen.
  • Eigene Gefühle zum Gehörten zum Ausdruck bringen.

Du siehst, es gibt eine ganze Menge, was Du tun kannst, um Euren Gesprächen eine positive Basis zu geben. Und je mehr Ihr Euch gegenseitig öffnet und mit Euren Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen für den anderen spürbar werdet, umso näher kommt Ihr Euch wieder! Auch im Bett!


Auch die längste Reise beginnt mit einem ersten Schritt…

Und wenn Du jetzt vor diesen Aufzählungen stehst und denkst „Oh mein Gott! Wie soll ich das denn alles hinkriegen? Das ist ja so viel auf einmal, was ich lassen und stattdessen tun soll. Das kriege ich ja nie hin!“, dann sage ich Dir „Tief durchatmen! Ein Schritt nach dem anderen!“

Fühl‘ Dich jetzt bitte nicht unter Druck gesetzt und bring Dich bitte auch nicht mit Deinem Anspruch an Dich selber in Stress.

Du kennst bestimmt die Redewendung „Auch die längste Reise beginnt mit einem ersten Schritt.“ Wir unterschätzen meist, was eine kleine Änderung auf Dauer bewirken kann. Auch im Umgang mit unserem Partner. Deshalb:

Pick‘ Dir einfach einen Punkt raus, auf den Du in der nächsten Zeit besonders achten willst. Sei es, indem Du ihn vermeidest (wenn es ein Punkt aus der Negativ-Liste ist) oder indem Du schaust, dass Du ihn bewusst nutzt (wenn es ein Punkt aus der Positiv-Liste ist). Und wenn Dir das mit diesem einen Punkt gut gelingt, nimmst Du Dir einen weiteren Punkt vor.

Du wirst bestimmt bald die ersten positiven Effekte merken. Und dann macht es richtig Spaß, immer mehr auszuprobieren!

Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg!

PS: Und wenn Du Dich alleine unsicher fühlst, dann melde Dich einfach bei mir. Ich bin nur eine Nachricht von Dir entfernt – und ich unterstütze Dich gerne!

Deine Beziehung ist in Schieflage geraten? So bringst Du sie wieder auf Kurs!

Deine Beziehung ist in Schieflage geraten?
So bringst Du sie wieder auf Kurs!

Du bist hier in meinem Blog gelandet. Deshalb gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass Du mit dem aktuellen Zustand Deiner Beziehung nicht ganz so glücklich bist, um es mal vorsichtig zu formulieren.

Euer Beziehungs-Schiff ist irgendwie in Schieflage geraten und Du möchtest nun wissen, wie Du es wieder auf Kurs bringen kannst? Dann biete ich mich gerne in den nächsten (Lese‑)Minuten als Lotsenboot an.

Folgst Du mir? Dann hol‘ Dir jetzt vielleicht noch einen Kaffee oder eine Tasse Tee. Heute gibt’s ein bisschen mehr zu lesen. Los geht‘s!

Damit sich in Eurer Partnerschaft etwas in Deinem Sinn ändern kann, ist es zunächst einmal wichtig, den aktuellen Zustand – den Ausgangspunkt für die Änderungen - genau zu kennen.

Das beste Navi kann keine Route errechnen, wenn es den Startpunkt nicht kennt!

Das ist wie beim Autofahren. Die beste Landkarte oder das beste Navi helfen Dir nicht weiter, wenn Du nicht weißt (oder das Navi dies nicht ermitteln kann), wo Du Dich aktuell befindest. Um eine passende Route zu finden, müssen immer der Start- und der Zielpunkt bekannt sein. Daraus ergeben sich dann automatisch auch die anzusteuernden Zwischenziele.

Und genauso funktioniert es auch, wenn Du Deine Partnerschaft wieder auf die richtige Spur bringen möchtest.

Dein Ziel lautet vermutlich so oder ähnlich: „Ich möchte wieder eine glückliche Beziehung führen, in der die Kommunikation mit meinem Partner leicht und positiv ist.“

Okay, soweit klar. Nur: Wo stehst Du im Moment in Deiner Partnerschaft? Was ist der Startpunkt für Deine Route?

Bevor Du Dir also den Kopf darüber zerbrichst, was sich alles ändern muss (das wären dann sozusagen Deine Zwischenziele), ist es wichtig, dass Du erst einmal möglichst sachlich und nüchtern den aktuellen Stand Eurer Beziehung beschreibst.

Und ja, ich weiß, dass das nicht die leichteste Aufgabe ist, wenn Du gerade mitten im Frust festhängst! Von außen sieht immer alles ganz einfach und klar aus. Aber wenn Du selber in einer blöden Situation drin steckst, ist es meist sehr schwer, die Dinge objektiv zu sehen.

Wo stehst Du aktuell? Deine Checkliste…

Deshalb habe ich Dir hier mal ein paar Fragen zusammengestellt, die Dir als Gerüst für Deine Bestandsaufnahme dienen können. Am besten ist es, wenn Du die Fragen (hand-)schriftlich beantwortest. Durch das Schreiben wird nochmal ein ganz anderer Prozess in Gang gesetzt, als wenn Du nur über die Punkte nachdenkst. Und Du kannst jederzeit wieder auf Deine Notizen drauf schauen und sie ergänzen, wenn Dir noch etwas Neues eingefallen ist.

1. Magst Du Dich gerade selber? Kümmerst Du Dich gut um Dich selbst?

Diese Frage hört sich vielleicht erstmal komisch an. Sich selbst mögen? Das klingt irgendwie nach Eigenlob. Und das ist ja verpönt… Nein, ganz und gar nicht. Gerade, wenn es in Deiner Beziehung nicht so gut läuft, ist es wichtig, dass Du gut für Dich selber sorgst.

Dass Du Dich nicht auch noch mit Selbstvorwürfen malträtierst oder ständig darüber nachgrübelst, ob etwas an Dir falsch ist. Ob Du vielleicht zu empfindlich bist. Oder zu direkt. Oder zu … was auch immer.

All das ist nicht förderlich für Dein Selbstbewusstsein! Du bist Du! Und damit genau richtig! (Was nicht unbedingt für all Deine Verhaltensweisen gelten muss. Aber dazu kommen wir später.)

Jetzt geht es erst einmal darum, dass Du den Fokus weg von Deinem Partner nimmst und schaust, dass es Dir gut geht. Überleg‘ mal, mit was Du Dir eine Freude machen könntest. Bist Du gerne in der Natur? Dann mach‘ einen Spaziergang! Du malst gerne? Dann hol‘ Deine Malsachen und leg los!

Kümmere Dich um Dein eigenes Wohlergehen.

2. Warum möchtest Du, dass sich etwas in Deiner Partnerschaft ändert? Warum beendest Du sie nicht einfach?

Was ist es, das Dich an der Beziehung festhalten lässt? Warum möchtest Du, dass Deine Partnerschaft eine Chance bekommt, wieder lebendig zu werden?

Arbeit an der Beziehung heißt auch immer Arbeit an sich selber. (Ja, das ist so. Auch wenn Du das im Moment vielleicht nicht so gerne hörst…)

Du brauchst einen starken Grund (oder noch besser mehrere), um am Ball zu bleiben, wenn sich erste Zweifel zeigen oder Du Dich zwischen drin wieder so hoffnungslos fühlst.

Also, was ist es, was Deine Beziehung für Dich wertvoll macht? Warum liebst Du Deinen Partner? Welche positiven Erinnerungen an unbeschwerte Zeiten hast Du? Welche besonderen Erlebnisse hattest Du mit Deinem Partner? Was ist es, das Deine Augen zum Leuchten gebracht hat?

Je mehr Situationen und Eigenschaften Deines Partners Dir hier einfallen, umso besser! Schreib‘ alles auf! Ergänze Deine Liste immer sofort, sobald Dir etwas Neues eingefallen ist.

Die Antworten auf diese Frage sind sozusagen Dein „Schatzkästchen“, das Du immer wieder öffnen kannst, wenn es schwierig wird. Etwas, aus dem Du Kraft und Motivation schöpfen kannst!

3. Wie geht es Dir momentan in Deiner Beziehung?

Nein, hier geht es nicht um dasselbe wie in Frage 1.
Jetzt geht es um die Gefühle, die Du momentan in Deiner Beziehung spürst.

Dass Du nicht besonders glücklich und zufrieden bist, hatten wir ja ganz am Anfang des Artikels schon festgestellt. Denn sonst würdest Du das hier wohl kaum lesen.

Und was ist da noch?
Hast Du den Eindruck, Dein Partner nimmt Dich nicht ernst? Und bist deshalb traurig oder wütend?
Bist Du verzweifelt oder fühlst Du Dich einsam, weil Du vielleicht viel alleine bist?
Bekommen Deine Bedürfnisse nicht genügend Raum und Du bist deswegen frustriert?

Spür‘ in Dich rein und schreib‘ alles auf, was da auftaucht!

Sammel‘ konkrete Situationen und Beispiele. Was passiert? Wie empfindest Du in dem Moment?

Je klarer Du diese Dinge benennen kannst, desto besser kannst Du Deinem Partner in einem Gespräch vermitteln, was in Dir vorgeht. (Wie Du so ein Gespräch am besten führen kannst, erzähle ich Dir in einem anderen Artikel. Hier geht es jetzt wirklich ersteinmal nur um eine Bestandsaufnahme.)

4. Welche Schwächen und welche Stärken hast Du?

Oft sind wir superkritisch, was bestimmte – meist als negativ empfundene -Eigenschaften unseres Partners angeht. Dabei übersehen wir leicht, dass auch wir ja nicht permanent mit Heiligenschein durch die Gegend laufen.

Auch wir haben bestimmte Eigenheiten, die den anderen manchmal zu Tode nerven. Auch wir zeigen ab und zu Verhaltensweisen, die der andere nicht so toll findet.

Wo siehst Du Deine Schwachpunkte? Welche Eigenschaft magst Du vielleicht selber nicht so an Dir? Sei mal schonungslos ehrlich mit Dir selbst!

Bist Du z.B. ungeduldig und reagierst schnell genervt, wenn Dein Partner nicht sofort versteht, um was es Dir geht? Oder neigst Du dazu, immer langatmiger und ausschweifender zu erklären, je wichtiger Dir ein bestimmtes Thema ist? Bist Du eventuell ständig auf der Suche nach einem Schuldigen? Nur Du kannst nie etwas dafür, wenn etwas schief gelaufen ist?

Und was magst Du ganz besonders an Dir? Wo liegen Deine ganz persönlichen Stärken?

Hast Du vielleicht superspontan tolle kreative Einfälle zu allen möglichen Themen? Kannst Du gut zuhören? Bist Du Weltmeister im Strukturieren und Ordnen von Informationen?

Auch hier gilt wieder: Je mehr Punkte Dir einfallen, umso besser!

Wenn es Dir schwer fällt, einen einigermaßen objektiven Blick auf Dich zu werfen, dann frag‘ doch einfach mal Deine Freunde oder Deine Familie. Wo sehen diese Deine Stärken und Schwächen? Oft kommen da ganz verblüffende Dinge zur Sprache!

5. Welche Fehler hast Du in der Partnerschaft gemacht?

Okay, ich gebe zu, diese Frage gehört jetzt wieder eher zur unangenehmen Sorte. Aber ich möchte Dich bitte, hier nicht zu kneifen. Wenn es Dir zu viel wird: Du musst ja nicht alle Fragen in einem Rutsch beantworten. Gönn‘ Dir ruhig eine Pause. Und dann machst Du Dich mit neuer Energie frisch ans Werk!

Bist Du wieder dabei? Prima! Dann geht’s weiter…

Es geht hier nicht darum zu klären, wer schuld an einem Streit war. Oder daran, dass Ihr Euch auseinandergelebt habt. Schuld ist ein blöder Begriff im Zusammenhang mit Beziehungen, finde ich. Jedenfalls.

Schöner finde ich es von Verantwortung zu sprechen. Jeder der beiden Partner trägt seinen Teil der Verantwortung dafür, dass die Dinge laufen wie sie laufen. Im Positiven wie auch im Negativen.

Bestimmt fallen Dir einige Situationen ein, in denen Du nicht ganz so „optimal“ reagiert hast. Wo Du vielleicht trotzig oder bockig warst, obwohl Du eigentlich genau wusstest, dass Euch das nicht weiterbringt. Wo Du Deinem Partner absichtlich ins Wort gefallen bist, obwohl Du genau das selber hasst wie die Pest. Wo Du eine Verabredung vergessen oder Dich nicht an eine Absprache gehalten hast. Oder, oder, oder…

Denk‘ mal zurück an Eure letzten Auseinandersetzungen und Streits. Erkennst Du da vielleicht sogar ein bestimmtes Muster bei Dir?

Jeder Punkt, der Dir hier einfällt, enthält bereits einen Hinweis darauf, was Du zukünftig anders oder besser machen kannst.

6. Was hast Du an positiven Dingen in die Beziehung eingebracht?

So, jetzt wenden wir uns aber mal wieder den positiven Dingen zu.

Denn bestimmt gibt es auch eine ganze Menge an „guten Taten“, die Du tagtäglich in Eure Beziehung einbringst. Was ist das Deiner Ansicht nach?

Was trägst Du zum Gelingen Eurer Partnerschaft bei? Sorgst Du vielleicht dafür, dass Euer Kühlschrank immer gut gefüllt ist? Oder übernimmst Du die Koordination Eurer Freizeitaktivitäten mit Freunden? Bist Du das „Sprachrohr“ nach außen? Bist Du diejenige, die sich rechtzeitig um Geburtstagsgeschenke kümmert? Oder diejenige, die aufpasst, dass der Tank Eures Autos nicht plötzlich leer ist?

Was auch immer Dir hier in den Sinn kommt: Schreib‘ es auf!

Vielleicht hat Dein Partner all diese Dinge bisher noch gar nicht bewusst wahrgenommen und sie deshalb nicht gewürdigt. Vielleicht sind sie ihm aber auch einfach nicht wichtig. Das gilt es in einem Gespräch zu klären. (Wie gesagt, wie so ein Gespräch ablaufen kann, das erzähle ich Dir in einen anderen Artikel.)

7. Wie glaubst Du, dass Dein Partner Dich wahrnimmt?

Jetzt wird es ein bisschen tricky. Denn nun geht es um Deine Einschätzung, wie Dein Partner Dich erlebt.

Was denkst Du, wie Dein Partner Dich beschreiben würde, wenn ihn jemand nach Dir fragt? Welche Schwächen, welche Stärken würde er wohl erwähnen? Was findet er Deiner Meinung nach besonders toll an Dir? Was mag er weniger gerne?

Der Austausch mit dem Partner über diese Annahmen führt oft zu verblüffenden Erkenntnissen. Manches, von dem Du vielleicht denkst, dass es ihn wahnsinnig stören muss, ist ihm vielleicht noch nicht einmal aufgefallen oder schlichtweg egal. Oder er sieht eine besondere Stärke bei Dir, die Dir selber überhaupt nicht bewusst ist.

8. Was vermisst Du in Eurer Beziehung? Was ist Dir wichtig?

Bei dieser Frage musst Du bestimmt nicht lange überlegen. Ich bin mir sicher, dass Dir sehr schnell einige Dinge einfallen.

Das können Sachen sein, die Ihr früher vielleicht einmal hattet. Oder aber auch Dinge, die komplett neu für Euch sind, die Du Dir jedoch generell für Eure Beziehung wünschst.

Du vermisst Eure gemeinsamen gemütlichen Sonntags-Frühstücke im Bett? Die tollen Bergtouren? Die kleinen Zettelchen mit den netten Sprüchen, die Dir Dein Partner am Anfang Eurer Beziehung immer irgendwo in der Kleidung versteckt hatte, damit Du sie im Lauf des Tages findest? Die ausgiebigen Gespräche über Gott und die Welt?

Du hättest gerne mehr Zärtlichkeiten in Eurem Alltag? Ein Kompliment ab und zu würde Dir gut tun? Eine Umarmung?

Schreib‘, schreib‘, schreib‘! Alles, was Dir wichtig ist, gehört auf Deine Liste. Egal, wie „blöd“ Dir der ein oder andere Wunsch vielleicht vorkommt. Wenn Du das Bedürfnis danach hast, ist es wert, mit Deinem Partner darüber zu reden.

Der nächste Schritt: Mach‘ Dir Gedanken zu Deinem Partner

Bravo! Du hast ganze Arbeit geleistet und alle Fragen aus Deiner persönlichen „Wo stehe ich“-Checkliste ausführlich beantwortet. Dabei lag der Fokus bisher ausschließlich auf Dir und Deinem Erleben.

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Was ein Quadrat mit Kommunikation zu tun hat. Oder: Warum ein Mensch 4 Ohren haben kann, ohne ein Mutant zu sein.

Was ein Quadrat mit Kommunikation zu tun hat.
Oder: Warum ein Mensch 4 Ohren haben kann, ohne ein Mutant zu sein.

Hast Du jetzt gerade sicherheitshalber nachgezählt, wie viel Ohren Du hast? Und bist nur auf 2 gekommen? Keine Panik - alles in Ordnung mit Dir! Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen!

Aber was hat es dann mit den 4 Ohren auf sich, die ich in der Überschrift erwähnt habe? Dazu komme ich gleich. Lass mich erst noch erzählen, was der Auslöser dafür war, dass ich diesen Artikel schreibe.

Vor einiger Zeit hatte ich in einem anderen Blogbeitrag eine Übung zu persönlichen Bedürfnissen beschrieben. (Du kannst das gerne hier nachlesen, falls Du den Artikel verpasst hast.)

Der anonyme Kommentar…

Daraufhin erhielt ich auf der Website einen anonymen Kommentar, der wie folgt lautete:

„Hey, wenn ich meinem Mann mit so einer Liste kommen würde, würde er damit nichts anfangen. Für ihn ist immer alles gut und er versteht nicht, warum ich unzufrieden bin.“

Ich konnte die Leserin zunächst einmal beruhigt. Denn sie steht mit diesem Problem nicht alleine da. Dieser Satz fällt so oder ähnlich sehr oft in Gesprächen mit meinen Klientinnen. Es sind meist die Frauen, die sich zuerst an mich wenden, weil sie in ihrer Beziehung unglücklich sind oder weil ihnen etwas fehlt. Falls Du das also auch kennen solltest: Du bist in guter Gesellschaft!

… der eigentlich eine Frage war?

Ich habe aus dem Kommentar allerdings auch die Frage der Leserin herausgehört, wie sie denn nun mit dieser Situation umgehen soll. Wie es ihr gelingen kann, bei ihm überhaupt erst einmal das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass für sie eben nicht alles in Ordnung ist. Wie sie ihm klar machen kann, dass ihre Bedürfnisse in der Beziehung offensichtlich nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Vielleicht lag ich mit dieser Vermutung aber auch ganz falsch und sie wollte einfach nur einen sachlichen Kommentar abgeben und hatte gar keine Frage? Hmmm, ich denke eher nein.


Das Kommunikationsquadrat

Und hier zeigt sich bereits deutlich ein häufiges Phänomen in der Kommunikation zweier Menschen. Es gibt immer mehrere mögliche Arten, eine Aussage zu interpretieren. Friedemann Schultz von Thun hat dies mit seinem Kommunikationsquadrat (auch bekannt als 4-Ohren-Modell) schön erklärt.

Siehst Du? Schon sind wir bei den 4 Ohren und dem Quadrat aus der Überschrift gelandet. So schnell geht das!

Jede Äußerung enthält vier Botschaften gleichzeitig: eine Sachinformation, eine Selbstkundgabe, einen Beziehungshinweis und einen Appell. Nicht jeder hört auf jedem Ohr gleich gut. Und jeder legt den Schwerpunkt auf einen anderen Aspekt, wenn er spricht.

Sachinformation

Auf der Sachebene werden pure Daten und Fakten ausgetauscht. Welche Informationen werden übermittelt? Für den Empfänger bleibt nur zu prüfen, ob diese wahr oder unwahr, relevant oder irrelevant sind, oder ob sie eventuell einer Ergänzung bedürfen.

Selbstkundgabe

Mit jeder Aussage geben wir auch immer etwas von unserer Persönlichkeit preis. Zum Beispiel unsere Gefühle, Werte, Ansichten und Bedürfnisse. Mal mehr, mal weniger deutlich. Manchmal ist das durchaus gewollt, meistens geschieht das jedoch unbewusst.

Beziehungshinweis

Auf der Beziehungsebene übermittele ich dem anderen, wie ich zu ihm stehe. Mimik und Gestik spielen hier eine wichtige Rolle. Ein Stirnrunzeln oder ein Augenaufschlag helfen dabei zu unterscheiden, ob jemand irritiert ist oder aber mit uns flirtet. Je nachdem, wie (gut) jemand auf der Beziehungsebene hört, kann er sich wertgeschätzt oder zum Beispiel kritisiert fühlen.

Appell

Der Appell verdeutlicht, was ich vom anderen möchte. Das können Bitten, Befehle, Wünsche oder Ratschläge sein. Auf jeden Fall versuche ich mit diesem Teil der Botschaft, Einfluss auf den anderen zu nehmen. Dieser wird sich fragen, was genau er tun oder lassen soll.

So, genug der Theorie. Lass uns das mal an zwei Beispielen näher anschauen, die es inzwischen schon fast ein bisschen zur Berühmtheit gebracht haben. Vielleicht kennst Du sie ja schon. Dann kannst Du gerne direkt zu Franz Marc springen.

Die Ampel ist grün.

Stell Dir bitte einmal folgende Situation vor:
Eine Frau und ihr Mann sitzen im Auto. Sie fährt. An einer roten Ampel bleibt sie stehen. (Was ja sehr zu empfehlen ist!) Als die Ampel wieder auf grün schaltet, fährt die Frau nicht sofort los. Daraufhin sagt ihr Mann: "Es ist grün."

Wir dröseln diese Aussage jetzt mal nach den 4 Ebenen auf. Damit ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten, wie der Mann seinen Satz gemeint haben kann:

  • Sachebene: Die Ampel hat auf grün geschaltet.
  • Selbstkundgabe: Ich habe es eilig und möchte daher, dass du sofort fährst.
  • Beziehung: Es wäre wohl besser gewesen, wenn ich gefahren wäre – Du reagierst zu langsam.
  • Appell: Mach voran!

Auch die Frau interpretiert die Aussage ihres Mannes auf den verschiedenen Ebenen jeweils ganz anders:

  • Sachebene: Die Ampel hat auf grün geschaltet.
  • Selbstkundgabe: Ich bin es leid, immer warten zu müssen.
  • Beziehung: Du kannst nicht Auto fahren!
  • Appell: Das nächste Mal fahre ich wieder!

Wenn jetzt beide auf der Sachebene agieren, wird es wohl nicht zu Problemen kommen. Die Frau nimmt die Information wahr, überprüft sie sicherheitshalber nochmal und fährt dann los. Alles gut.

Hört die Frau dagegen zum Beispiel am stärksten mit Ihrem Beziehungsohr, wird die restliche Fahrt vermutlich nicht mehr ganz so harmonisch verlaufen. Wer will sich schon vorwerfen lassen, dass er nicht Auto fahren kann?

Du kannst gerne selber noch ein bisschen weiter mit den verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten spielen, wer was wie gemeint und gehört haben könnte. Und Dir die jeweiligen Folgen ausmalen…

Wahnsinn, was alles aus dem einfachen Satz „Die Ampel ist grün.“ resultieren kann, oder?

Hast Du die Nachspeise anders gemacht?

In unserem zweiten Beispiel geht es ums Essen. Was ja in einer Beziehung durchaus immer mal wieder Thema sein kann. Die Szene ist diesmal wie folgt:

Ein Mann bittet seine Frau, ihm seine Lieblingsnachspeise zu machen. Der Mann probiert die Nachspeise und fragt: "Hast du die Nachspeise anders gemacht?"

Gemeint haben könnte er:

  • Sachebene: Die Nachspeise schmeckt anders als sonst.
  • Selbstoffenbarung: Die Nachspeise schmeckt mir heute nicht./Die Nachspeise schmeckt mir heute besser.
  • Beziehung: Offen, da Mann und Frau sich nahe stehen.
  • Appell: Bitte mach‘ die Nachspeise immer so./Bitte nimm das nächste Mal wieder das alte Rezept.

Die Frau könnte folgendes verstehen:

  • Sachebene: Die Nachspeise schmeckt anders als sonst.
  • Selbstoffenbarung: Ich bin enttäuscht/begeistert, dass es nicht wie sonst schmeckt.
  • Beziehung: Du kannst nicht/prima kochen.
  • Appell: Bitte keine Experimente mehr./Öfter mal etwas Neues!

Auch hier gilt wieder: Die Spiele sind eröffnet! Wie könnte die nächste Szene aussehen? Wie geht das gemeinsame Essen zu Ende? Im Schlimmsten Fall kommt es zu einem handfesten Streit, weil die Frau sich kritisiert fühlt, obwohl er sie doch eigentlich loben wollte.

Franz Marc und Dein Lieblingsohr

Wie ist das bei Dir und Deinem Partner? Welches Ohr benutzt Ihr vorrangig?

Wir sind alle unter anderem stark dadurch geprägt, wie wir aufgewachsen sind. Wurde in Deiner Familie alles offen angesprochen und ausdiskutiert? Oder war es wichtig, dass Du besonders gut zwischen den Zeilen lesen konntest und vieles ohne explizite Aufforderung getan hast? So war es zum Beispiel bei mir.

Da fällt mir gerade noch eine passende Begebenheit mit meinem Mann ein. Wir waren im Auto durch Kochel am See unterwegs. Mein Mann ist gefahren. Auf einmal fiel mein Blick auf ein Schild (Keine Ampel... ), das auf das Franz Marc Museum hinwies. Das Museum lag direkt an der Straße, auf der wir gerade fuhren.

Ich sagte „Oh, guck‘ mal! Da ist das Franz Marc Museum!“ Mein Mann nickte und fuhr völlig unbeeindruckt weiter. Das war jetzt nicht wirklich das, was ich mir erhofft hatte. Ich hätte nämlich gerne eine kurze Pause eingelegt und mir das Museum angesehen. Wenn wir schon mal direkt daran vorbei kommen…

Was war passiert? Mein Mann hatte ausschließlich die Sachebene ("Da ist das Museum.") wahrgenommen. Durch sein Nicken war für ihn alles erledigt. Denn dadurch hatte er mir ja signalisiert, dass er die Information zur Kenntnis genommen hatte.

Ich war total enttäuscht, dass er nicht auf meinen unausgesprochenen Appell „Halt bitte an! Ich möchte mir gerne das Museum ansehen.“ reagiert hat.

Gott sein Dank habe ich damals recht schnell gemerkt, in welche Falle wir da gerade getappt waren. Bevor wir aus der Ortschaft rausfuhren, habe ich meinen Wunsch dann noch laut ausgesprochen.

Was soll ich sagen? Das Museum ist toll! Falls Du mal in der Nähe bist und Dich für Expressionismus interessierst, schau‘ es Dir unbedingt an.

Zurück zu den Bedürfnissen

Jetzt mache ich kurz vor Schluss dieses Artikels nochmal einen Schlenker zurück zu Deinen Bedürfnissen.

Wie ich im Blogbeitrag „Schon wieder Streit statt eines schönen Abends“ geschrieben habe, ist es zunächst einmal wichtig, dass Du für Dich wirklich Klarheit darüber hast, was Du möchtest. Welche Bedürfnisse Du hast, was Du Dir von Eurer Beziehung wünschst. Und zwar ganz konkret. Häufig liegt das für meine Klientinnen selbst noch eher „im Nebel“.

Trotzdem erhoffen sich viele unbewusst, dass der Partner „hellseherische Fähigkeiten“ hat und automatisch alles „richtig“ macht. Aber mal ganz ehrlich: Wie soll er das schaffen, wenn Du selber es noch nicht einmal weißt? Es lohnt sich also auf alle Fälle, wenn Du hier zunächst für Dich Klarheit schaffst. Dabei kann die Übung helfen.

Kannst Du Deinem Partner vermitteln, was Dir wichtig ist?

Und dann kommt es darauf an, dass Du Deine Wünsche und Bedürfnisse auch ganz klar auf eine positive Art und Weise formulieren kannst. Hier spielen viele Dinge eine Rolle. Einen Teil davon habe ich oben bereits beim 4-Ohren-Modell erwähnt.

Versteht er implizite Bitten? Kannst/willst Du lernen, Deine Wünsche direkt auszusprechen?

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3 unkonventionelle Tipps, wie Du Deine Beziehung sofort verbessern kannst, ohne auch nur ein Wort zu reden!

3 unkonventionelle Tipps, wie Du Deine Beziehung sofort verbessern kannst, ohne auch nur ein Wort zu reden!

Dein Partner hat erst kürzlich wieder das Gespräch mit Dir verweigert. Und jetzt bist Du total frustriert. Denn „man muss doch“ miteinander reden! „Man muss“ das doch klären!

Jeder Beziehungsratgeber sagt Dir, dass Gespräche ein wesentliches Element in der Partnerschaft sind. Und auch meine Website heißt „Stressfrei kommunizieren“ – da ist doch der Name schon Programm…

Und jetzt sitzt Du da und denkst Dir „Na toll! Und wie soll ich das bitte machen, wenn er partout nicht mit mir reden will?“

Dann habe ich jetzt eine gute Nachricht für Dich!
Ja. Reden ist gut und wichtig. Nur ist es nicht immer unbedingt erforderlich, um eine Wendung zum Positiven zu erreichen.

Bestimmt kennst Du den Spruch „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ von Paul Watzlawick. Und so ist es auch! Selbst wenn Du nicht mit Deinem Partner redest, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die zu einer Verbesserung Eurer Beziehung beitragen können.

3 davon möchte ich Dir gerne in diesem Artikel vorstellen. Bist Du bereit?

Tipp Nr. 1: Sorge dafür, dass Du ausreichend Schlaf bekommst!

Ich höre förmlich, wie Du jetzt denkst „Häh? Was soll ich? -  Schlafen? Damit meine Beziehung besser wird? Jetzt spinnt sie aber schon ein bisschen…“

Und nein, ich spinne nicht. Ich meine das sehr ernst.
Ich habe diesen Tipp auch bewusst gleich an den Anfang gestellt. Weil es nämlich oft die naheliegendsten Dinge sind, die uns gar nicht bewusst sind.

Überleg‘ doch mal, wie Du Dich fühlst, wie es Dir geht, wenn Du nicht ausgeschlafen bist.

Also ich bin da ziemlich unerträglich! Ich bin von der kleinsten Kleinigkeit sofort furchtbar genervt. Ich reagiere auf alles und jeden gereizt. Und ich bin extrem geräusch- und lichtempfindlich.

Ein paar Beispiele gefällig, wie sich das dann auswirkt?

  • Mein Mann sagt etwas in normaler Lautstärke. -> Ich sage gereizt „Boah, kannst Du nicht ein bisschen leiser reden?“.
  • Mein Mann bewegt sich ganz normal durchs Haus. -> Ich sage verärgert „Musst Du immer so durch die Gegend poltern?“.
  • Mein Mann schaltet das Licht an, einfach weil es noch dämmrig ist. -> Ich sage gereizt „Mensch! Muss das so hell sein?“.

Ich glaube, Du merkst, auf was ich hinaus will.
Mein Mann tut oder sagt ganz normale Sachen. Ich bin in dem Moment diejenige, die „Unruhe“ ins Geschehen bringt. Weil ich nicht ausgeschlafen bin, reagiere ich überempfindlich und pflaume meinen Mann an. Ich greife ihn verbal an, werfe ihm vor, etwas falsch zu machen oder nicht rücksichtsvoll genug zu sein. Ich gehe auf ihn los, attackiere ihn. Ohne einen für ihn ersichtlichen Grund.

Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis er zurückwettert und der Tag vielleicht schon kurz nach dem Aufstehen mit einem handfesten Streit startet.

Also: Schau‘, dass Du ausreichend Schlaf bekommst! Damit Du nicht zu einem „Monster“ mutierst, das Du eigentlich gar nicht bist.

Frei nach dem Motto „Du bist nicht Du, wenn Du müde bist!“.

Tipp Nr. 2: Sei doch mal eine Schattenspringerin!

Schattenspringerin? Was soll das denn jetzt wieder sein?

Okay, jetzt bin ich im Bereich der gequetschten Zahnpastatuben und der oben gelassenen Klobrillen angekommen. Wunderschöne Klischees – und eben typische Streitauslöser.

Aber mal ganz ehrlich? Rentiert sich das? Lohnt es sich wirklich, wegen solcher Kleinigkeiten so ein Bohei zu machen?

  • Fällt Dir wirklich ein Zacken aus der Krone, wenn Du die Senftube von hinten her aufrollst, anstatt sie in der Mitte zu quetschen?
  • Ist es wirklich so unerträglich für Dich, den Deckel wieder auf die Flasche zu schrauben, wenn Du Dir eingeschenkt hast?
  • Ist es echt lebenswichtig für Dich, Eselohren als Einmerker in ein Buch zu machen, statt ein Lesezeichen zu verwenden?

Eine Beziehung sollte meiner Meinung nach ein Ort der gegenseitigen Wertschätzung und Akzeptanz sein. (Liebe setze ich jetzt einfach mal voraus…) Ein Ort, wo ich Respekt erfahre und Unterstützung bekomme. Und wo ich eben all dies auch meinem Partner entgegen bringe.

Deshalb frag‘ Dich doch mal ganz in Ruhe, ob es Dir wirklich so wichtig ist, eine bestimmte Verhaltensweise beizubehalten, wenn Du weißt, dass sie Deinen Partner wahnsinnig macht?

Und ich rede jetzt hier nicht von Wesenszügen, die Deine ureigene Persönlichkeit ausmachen! Es geht nicht darum, dass Du Dich in irgendeiner Form verbiegen sollst. Ich spreche von Dingen, die Du leicht und vor allem sofort ändern könntest. Wenn Du nur wolltest.

Wenn Du also merkst, dass es Dir eigentlich völlig egal ist, wie eine Tube geleert wird, ob die Klobrille oben oder unten ist, oder was auch immer der Zankapfel in Deiner Beziehung ist, dann spring!

Spring über Deinen Schatten und mach‘ es einfach anders als bisher. Punkt.
Ohne darüber zu reden. Ohne Lob dafür zu erwarten.

Tipp Nr. 3: Schaff‘ mehr Berührungspunkte in Eurem Alltag!

Und die Berührungspunkte meine ich in diesem Fall wörtlich!

Denn in vielen Beziehungen, in denen sich die Alltags-Stummheit breit gemacht hat, werden auch körperliche Berührungen immer weniger, so dass nach und nach das Gefühl der Nähe und Zusammengehörigkeit verloren geht.

Die Krux an der Sache ist, dass wir oft sehnlichst darauf warten, dass unser Partner uns einfach mal in den Arm nimmt. Oder einen Kuss gibt. Oder, oder, oder… Wir warten und hoffen, anstatt selber aktiv zu werden.

Wie wäre es jetzt, wenn Du jedes Mal, wenn Du denkst „Jetzt könnte er doch mal XYZ tun…“, genau das selber tust? Wenn Du den Wunsch, den Du spürst, in eine positive Handlung deinerseits umwandelst?

  • Wenn Du zum Beispiel beim Spazierengehen denkst, dass es schön wäre, wenn Ihr jetzt Händchen halten würdet, dann greif nach seiner Hand! Auch wenn Ihr das vielleicht noch nie oder schon lange nicht mehr gemacht habt. Ohne etwas dazu zu sagen oder zu erklären. Einfach machen.
  • Wenn Du Dich nach einem Begrüßungskuss sehnst, der in letzter Zeit meist in der Alltagshektik untergegangen ist, dann gib ihm diesen Begrüßungskuss!
  • Wenn Du es magst, kurz am Arm oder Rücken berührt zu werden, wenn Ihr aneinander vorbei geht, dann berühr‘ ihn!

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Ich weiß einfach nicht, was ich noch tun soll… Dann stell‘ Deine Probleme doch einfach mal auf den Kopf!

"Ich weiß einfach nicht, was ich noch tun soll..."
Dann stell' Deine Probleme doch einfach mal auf den Kopf!

Du hast in Deiner Beziehung schon so viel probiert, um Eure Kommunikation zu verbessern. Aber irgendwie hat nichts davon funktioniert. Jetzt bist Du so langsam massiv frustriert und kurz davor aufzugeben?

Dann stell Deine Probleme doch einfach mal auf den Kopf!

Was meine ich damit? Nun, paradoxerweise wissen wir meist ziemlich genau, warum etwas (in Deinem Fall die Kommunikation mit Deinem Partner) nicht funktioniert. Fehler, Stolpersteine und Probleme sehen wir viel, viel klarer als mögliche Lösungen.

Deshalb zäumen wir das Pferd jetzt einfach mal von hinten auf. Beschäftige Dich doch bitte mal mit folgender Fragestellung:

Was kannst Du tun, damit die Kommunikationsprobleme in Deiner Beziehung noch viel schlimmer werden?
Womit kannst Du den anderen so richtig schön auf die Palme bringen?

Ich nenne Die hier ein paar Beispiele, die mir spontan einfallen:

  • Dem anderen permanent Vorwürfe machen.
  • Am anderen rumanalysieren und ihm sagen, was er alles falsch macht.
  • Keine Ruhe geben, wenn der andere um eine Redepause gebeten hat.
  • Den anderen wirklich Tag und Nacht vollquatschen.
  • Sich beleidigt zurückziehen.
  • ...

Ich bin mir sicher, Dir fällt noch eine ganze Menge mehr dazu ein! Denn an Ideen, wie man eine Situation noch verschlimmern kann, mangelt es einem meistens nicht. Nur wenn es darum geht, Lösungen für ein Problem zu finden, dann ist man auf einmal wie blockiert.

Von hinten durch die Brust ins Auge

Und genau das kannst Du jetzt positiv für Dich nutzen. Hört sich erstmal komisch an, funktioniert aber prima, wenn Du Dich darauf einlässt. Magst Du? Dann los!

Schreib' all Deine Ideen auf. Egal wie abstrus sie Dir jetzt erscheinen mögen, schieb' nichts beiseite.
Am besten nimmst Du kleine Zettelchen und schreibst jede Idee auf einen separaten Zettel. Auch wenn sich manche Gedanken ähnlich anhören - schreib' sie auf. 

"Quantity breeds Quality" - Dieser Leitsatz gilt hier uneingeschränkt. Je mehr Ideen Du entwickelst, umso besser. Und aus den verrücktesten Einfällen resultieren oft die erfolgreichsten Lösungsansätze!

Wenn Dir keine neuen Ideen mehr kommen oder Du merkst, dass sich bestimmte Einfälle häufen, dann beendest Du die Sammelphase. Jetzt kannst Du Deine Zettel thematisch gruppieren. Alle Einfälle, die in dieselbe Richtung gehen, kommen auf einen Haufen.

Dann hol' Dir ein großes Blatt Papier und kleb' Deine Zettelchen in kleinen Grüppchen darauf. Falls Du eine große Pinnwand hast, kannst Du diese natürlich genauso nutzen. Oder alles andere, was Dir einfällt, um all Deine bisherigen Ergebnisse gut vor Augen zu haben. Es geht darum, diese gut sichtbar zu machen.

Und jetzt geht es wieder ans Umdrehen! Du nimmst alle Negativ-Ideen(gruppen) und kehrst sie ins Positive um. So erhältst Du eine Menge Anregungen für "richtige" Lösungsansätze, die Du sofort ausprobieren kannst!

Achte hierbei bitte darauf, dass Deine neuen Sätze keine negativen Begriffe enthalten. Also NICHT "Ich überfalle ihn nicht mehr mit neuen Ideen, wenn er gerade erst zur Haustür reingekommen ist.",  SONDERN "Ich lasse ihn erst einmal in Ruhe zuhause ankommen, bevor ich ihm von meiner Idee erzähle."

Ich bin mir sicher, dass Dir der Gedanke "Wieso bin ich da nicht früher drauf gekommen?" nicht nur einmal durch den Kopf geht!

Die Kopfstandtechnik

Offiziell nennt sich diese Technik übrigens "Kopfstandtechnik". Sie gehört zu den sogenannten Kreativitätstechniken. Hier nochmal alle Schritte in der Zusammenfassung:

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Wir reden kaum noch miteinander – Zwiegespräche als Weg aus der Alltags-Stummheit.

Wir reden kaum noch miteinander!
Zwiegespräche als Weg aus der Alltags-Stummheit

Wenn Sprachlosigkeit sich breit macht


„Wir reden kaum noch miteinander.“ „Ich weiß gar nicht mehr, was meinen Partner bewegt.“ „Wir sind uns so fremd geworden.“

Drei Sätze, die ich immer wieder von höre. Verbunden mit dem Wunsch, dass sich das doch bitte ändern soll. Mit der Sehnsucht, dass die Gespräche mit dem Partner sich endlich mal wieder um etwas anderes als den Wochenendeinkauf oder den Hausputz drehen sollen.

Träumst Du auch davon, wieder Zeit dafür zu haben, Deinem Partner alles zu erzählen, was Dich gerade bewegt? Von ihm gehört und verstanden zu werden? Und genauso von ihm zu hören, was er erlebt hat? Wie es ihm gerade geht?

Am Anfang Eurer Beziehung habt Ihr doch auch die Nächte durchgequatscht. Da gab es kein Thema, das Ihr nicht gemeinsam von vorne bis hinten durchleuchtet habt. Und jetzt?

Jetzt hat sich im Laufe der Zeit eher Sprachlosigkeit breit gemacht. Du hast das Gefühl, dass Dein Partner gar nicht mehr weiß, was eigentlich wirklich in Dir vorgeht. Richtig?

Gefangen im Teufelskreis der Alltags-Stummheit


Mir ist es mit meinem Mann vor vielen Jahren genauso gegangen. Irgendwie waren wir beide verstummt. Es war wie verhext, als wären wir in einem riesigen Teufelskreis gefangen. Ein Teufelskreis, der dazu geführt hat, dass wir weniger und weniger miteinander geredet haben.

Je seltener wir geredet haben, desto weniger konnten wir unsere jeweiligen Bedürfnisse zur Sprache bringen und uns abstimmen. Was zu wachsender Enttäuschung bei uns beiden geführt hat. Das wiederum war der allgemeinen Stimmung in unserer Beziehung nicht wirklich zuträglich. Woraufhin wir noch weniger miteinander gesprochen haben, usw.

Das Schlimme war, dass nach und nach auch unsere Erotik flöten ging. Irgendwie schienen unsere Gefühle füreinander abzuflauen. Die Enttäuschung wurde auf beiden Seiten immer tiefer. Eine ständige Gereiztheit machte sich breit. Wir haben kaum noch miteinander gesprochen. Und natürlich unsere Bedürfnisse überhaupt nicht mehr miteinander abgestimmt. Und so verschwand allmählich die Lust aus unserer Beziehung.

Da muss es doch einen Ausweg geben!


Eigentlich liegt die Lösung ja auf der Hand. Wenn fehlende Gespräche die Ursache bzw. der Verstärker im gerade beschriebenen Teufelskreis sind, dann müssten vertiefte Gespräche doch dazu führen, diesen Effekt umzukehren. Ja, sie müssten sogar zu einer massiven Verbesserung einer Beziehung beitragen.

Je mehr zwei Partner miteinander reden, umso besser können sie ihre jeweiligen Bedürfnisse erkennen und abstimmen. Umso so mehr wird die Beziehung zu einem Platz, an dem sich beide weiterentwickeln können. Die Missstimmung und Gereiztheit nimmt ab, es kommt zu einem offeneren Austausch. Die Erotik beginnt wieder aufzuflammen. Ein Gefühl tiefer Geborgenheit kann entstehen. Beide machen größere Entwicklungsschritte, können freier miteinander reden usw.

Ein sich selbst verstärkender Kreislauf ist entstanden. Die Beziehung lebt wieder!

Ich muss gestehen; Damals bin ich nicht von alleine auf diese naheliegende Lösung gekommen. Und selbst wenn, hätte ich nicht gewusst, wie ich diese Kreislaufumkehr hätte anstoßen sollen. Ein Buch hat mir damals die Augen geöffnet.

Für Fortgeschrittene oder Wildentschlossene


Das, was uns damals geholfen hat, und was ich Dir heute vorstellen möchte, ist etwas für Fortgeschrittene. Oder auch für Wildentschlossene. Je nachdem, wie Du das sehen möchtest…

Denn es hört sich erst einmal ganz einfach an. Die Regeln sind leicht zu verstehen. Soweit also alles gut. In der praktischen Umsetzung zeigen sich jedoch oft sehr rasch die ersten Tücken. Und dann kommt es auf Euren Willen an, auf Eure feste Entscheidung, Euch für eine positive Veränderung in Eurer Beziehung einzusetzen.

Okay, genug der Vorwarnung. Wovon spreche ich?

Das Zwiegespräch nach Michael Lukas Moeller


Ich rede von einer tollen Möglichkeit, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen und dann kontinuierlich zu bleiben: Zwiegespräche nach Michael Lukas Moeller.

Ihr trefft Euch dabei regelmäßig. Jeder erzählt dem anderen das, was ihn gerade bewegt. „Keine Fragen. Keine Ratschläge. Jeder über sich.“

Das sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass Zwiegespräche erfolgreich werden. Diese folgen darüber hinaus einer festen „Grundordnung“, wie Moeller es nennt. Ohne diesen festen Rahmen gelingen die Gespräche nicht.

Glaube mir, mein Mann und ich haben es probiert. Es funktioniert dann einfach nicht.

 Und so ist der Ablauf:

  1. Ihr vereinbart einen festen wöchentlichen Termin für das Gespräch, am besten immer am selben Tag und zur selben Uhrzeit. Dauer: 60-90 Minuten.
  2. Gleichzeitig macht Ihr einen fixen Ausweichtermin aus, an dem Ihr Euch trefft, falls Euer Regeltermin aus wichtigen Gründen einmal nicht stattfinden kann. Die Alternative darf nicht erst jedes Mal neu ausgehandelt werden.
    Also z.B. „Wenn wir uns am Montagabend nicht zusammensetzen können, treffen wir uns am Donnerstag um 19 Uhr zum Gespräch.“
  3. Ihr sucht Euch einen Platz, an dem Ihr Euch beide wohlfühlt. Gut wäre es, wenn Ihr Euch während des Gesprächs anschaut. Ihr also nicht auf einer Bank nebeneinandersitzt, nebeneinander herlauft oder ähnliches.
  4. Ihr sorgt dafür, dass Ihr während des Zwiegesprächs ungestört seid. Es sollte keine Unterbrechungen geben. Also Handys stummschalten und weglegen, Festnetztelefone leise stellen, etc.
  5. Ihr fangt pünktlich an, haltet die jeweiligen Gesprächszeiten ein und hört pünktlich auf.
  6. Thema der Gespräche ist immer Euer aktuelles Erleben. Jeder erzählt ausschließlich von sich selbst. Was ihm gefällt, was er sich wünscht, was er fürchtet. Wie er sich, den anderen und sein Leben im Allgemeinen erlebt. Was ihm wichtig ist oder was ihn gerade bewegt.
  7. Geredet wird immer abwechselnd. 10-15 Minuten erzählt der eine, dann genauso lange der andere, bis jeder 3x gesprochen hat. Damit kommt Ihr auf insgesamt 60-90 Minuten, je nachdem wie lang Eure Redeblöcke sind.
  8. Während der eine spricht, schweigt der andere. Er hört nur aufmerksam zu. Keine Fragen, keine Kommentare, keine Ratschläge. Wer nichts zu sagen hat, schweigt in seinem Redeblock. Jeder erzählt nur das, was er will. Es gibt keinen Zwang, etwas von sich preis zu geben.
  9. Und nochmal - ganz wichtig: Jeder bleibt bei sich! (Siehe auch Punkt 6.) Keine Interpretationen, Vorwürfe oder Unterstellungen.
  10. Berichtet dem anderen anhand konkreter Situationen, was Ihr erlebt oder empfunden habt. Keine theoretischen Exkurse.
  11. Wenn die Zeit für das Zwiegespräch abgelaufen ist, beendet Ihr das Gespräch. Ihr sprecht dann nicht mehr weiter über die Themen. Wenn etwas offen geblieben ist, könnt Ihr das im nächsten Zwiegespräch erneut aufgreifen.

Denkt daran: Sich wechselseitig einfühlbar machen, ist das erste Ziel dieser Gespräche.

Wie Ihr Euch dabei selber ein Bein stellen könnt…


Ich erinnere mich noch gut, als mein Mann und ich damals mit den Zwiegesprächen begonnen haben. Obwohl wir uns einig waren, dass diese Gespräche wichtig sind, dauerte es nicht lange, bis wir angefangen haben, uns selbst zu boykottieren.

Hier eine kleine Aufzählung möglicher Verhaltensweisen, die Euch hellhörig machen sollten:

  1. Ihr neigt dazu, Termine ausfallen zu lassen und schließlich ganz mit den Gesprächen aufzuhören.
  2. Ihr fangt an, die Zwiegespräche abzukürzen oder in ihrer Struktur aufzuweichen, so dass sie sich einfach verlaufen.
  3. Ihr trefft Euch an „ungeeigneten“ Orten, z.B. im Restaurant oder in der Sauna. Vielleicht kommt Ihr sogar auf die Idee, im Auto ein Zweigespräch führen zu wollen.
  4. Ihr „vergesst“ das Handy auszuschalten oder werdet anfällig für sonstige Ablenkungen.
  5. Ihr lenkt den Fokus der Gespräche weg von Euch und Eurem Erleben, hin zu irgendwelchen Sachdiskussionen. Ihr sprecht nicht mehr über Euch, sondern über „etwas“ (Weltgeschehen, Organisatorisches, Literatur o.ä.).
  6. Ihr redet nicht mehr über das, was Euch wirklich wichtig ist und berührt, sondern ergeht Euch in Oberflächlichkeiten. Eventuell bauscht Ihr auch Unwichtiges zu etwas Wichtigem auf.

Mein Mann und ich waren zum Beispiel besonders anfällig für Punkt 3. Bis wir unsere Selbstmanipulation entdeckt haben. Jetzt haben wir einen gemütlichen Partnerabend bei unserem Lieblingsitaliener und  nehmen uns an einem anderen Tag Zeit für das Zwiegespräch.

Wenn Ihr bei Euch auch Verhaltensweisen feststellt, die Euch von der festen Grundordnung der Zwiegespräche wegbringen, dann wird es Zeit, genau darüber zu sprechen. Vielleicht sogar in Form eines Zwiegesprächs! 😉

Und wann beginnt der „Umkehrschub“?


Je eher Du anfängst, Zwiegespräche mit Deinem Partner zu führen, desto schneller kann sich in Eurer Beziehung etwas ändern. Du kennst die Regel, dass man Dinge, die man nicht innerhalb der nächsten 72 Stunden beginnt, vermutlich gar nicht mehr tut? Also, legt los!

Wann sich dann die positiven Effekte der Gespräche zeigen, ist von Paar zu Paar verschieden. Jedes Paar hat sein eigenes Tempo. Bei uns hat es damals ein paar Monate gedauert.

Lass Dich bitte nicht entmutigen, wenn es nicht ganz so schnell geht, wie Du Dir das wünschst. Wichtig ist nur, dass Ihr am Ball bleibt und nicht aufgebt. Jeder noch so winzig kleine Schritt ist besser als stehen zu bleiben und wieder in Sprachlosigkeit zu verfallen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Herzlichst,
Deine Barbara

PS: Wenn Du gerne persönliche Unterstützung bei der Umsetzung haben möchtest, nimm einfach Kontakt mit mir auf. Ich bin nur eine Nachricht von Dir entfernt.

PPS: Das Buch, von dem ich gesprochen habe, ist „Die Wahrheit beginnt zu zweit -Das Paar im Gespräch“ von Michael Lukas Moeller. Du kannst es direkt über den Link unten bestellen. Es handelt sich um einen Affiliate-Link. Das Buch wird dadurch für Dich nicht teurer, aber ich bekomme einen kleinen Betrag ausgezahlt. Damit ich auch weiterhin Blogbeiträge für Dich schreiben kann... 

Warum versteht er mich einfach nicht?

verzweifelte Frau

Warum versteht er mich einfach nicht?
Unter anderem wegen einer entscheidenden Zutat, die den meisten Gesprächen fehlt!

Zwei typische Situationen


Welche Zutat das ist, werde ich Dir gleich verraten. Lass uns doch aber erst einmal zwei typische Gesprächssituationen anschauen.

Die erste kennst Du bestimmt. Du möchtest Deinem Partner gerne etwas erzählen. Der ist jedoch gerade mit etwas anderem beschäftigt, sagen wir einmal, er liest den Newsfeed seiner Tageszeitung am Handy. Also fragst Du vorsichtig „Kann ich Dir kurz was erzählen?“. Er braucht eine Weile, bis er reagiert. Dann sagt er „Ja, klar. Erzähl‘ nur!“, schaut aber weiterhin auf sein Handy.

Entsteht jetzt bei Dir der Eindruck, dass er Dir wirklich zuhört? Wohl eher nicht.

Oder folgende Situation: Ihr befindet Euch miteinander im Gespräch (diesmal ohne störendes Handy), Du beginnst etwas zu schildern. Und noch bevor Du ausgeredet hast, unterbricht er Dich und stellt seine Sicht der Dinge dar.

Wie erlebst Du das? Fühlst Du Dich verstanden? Ich tippe mal schwer auf „Nein“.

Ach, übrigens, bevor Du jetzt freudig mit dem Finger auf Deinen Partner zeigst und rufst „Ja, genau! Der ist schuld! Der muss was ändern!“, bitte ich Dich, einen Moment innezuhalten und ganz ehrlich zu überprüfen, ob Dir nicht auch ab und zu solche „Dinge passieren“. Also ich kann mich jedenfalls nicht völlig davon frei sprechen… 😉

Okay, ich gebe zu, ich habe Dich hier vielleicht ein bisschen in die Falle gelockt. Aber das war mir Deine Aufmerksamkeit wert. Kommst Du trotzdem noch weiter mit mir auf Ursachenforschung? Prima!

Die fehlende Zutat


Gehen wir also nochmal zurück zur Ausgangsfrage: Warum kommt denn nun in den geschilderten Situationen kein gutes Gespräch zustande? Welche Zutat fehlt?

Ich behaupte, es liegt daran, dass uns eine ganz wichtige Fähigkeit verloren gegangen ist. Die Fähigkeit zuzuhören. Die Bereitschaft, sich ganz auf unser Gegenüber einzulassen, in seine Erlebenswelt einzutauchen.

Denn genau darauf kommt es an. Dass Du Deinen eigenen Bezugsrahmen (wie es immer so schön heißt) verlässt und Dich voll und ganz auf die Gefühls- und Gedankenwelt des anderen einlässt.

Und das wiederum erfordert eine klare Entscheidung! Zuhören ist primär eine Frage des Wollens.

Die Verwechslung von „Hören“ und „Zuhören“


Viele verwechseln leider „Hören“ mit „Zuhören“. Und so kommt es dann zur ersten geschilderten Situation. Nur weil ich ein Geräusch (das Sprechen des anderen) höre, heißt das noch lange nicht, dass ich auch den Inhalt des Gesagten wahrnehme und verstehe.

Dem anderen ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken, ist eine wichtige Grundvoraussetzung für erfolgreiche Gespräche.

Aufmerksamkeitskiller lauern überall


Oft machen es allerdings die äußeren Bedingungen schwer, dem anderen aufmerksam zu folgen.

Stell‘ Dir doch bitte mal vor, Du befindest Dich in einer sehr lauten Umgebung. Zum Beispiel bei einer Sportveranstaltung, wo allein schon die Geräuschkulisse dafür sorgt, dass Du nur jedes 2. Wort Deines Partners hören kannst. Nicht besonders förderlich fürs Verständnis, oder?

Gleiches gilt, wenn Euer Gespräch an einem Ort stattfindet, an dem die Temperatur nicht passt. Entweder weil Du vor lauter Kälte und Zähneklappern Dein eigenes Wort nicht verstehst oder weil Dir vor Hitze der Schweiß aus allen Poren läuft und Deine Gehörgänge verstopft. Na gut, das war jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber von der Tendenz her weißt Du sicher, was ich meine.

Auch wenn Ihr es Euch für das Gespräch nicht richtig bequem machen könnt, wird ein Teil der Aufmerksamkeit ständig abgelenkt. Weg von dem, was Du sagen möchtest, hin zu dem harten Stuhl, der wackeligen Bank oder dem zugigen Stehtisch.

Agieren statt reagieren


Aber auch die innere Einstellung beider Gesprächspartner spielt eine wichtige Rolle.

Kaum hast Du etwas gesagt, schon kontert Dein Partner mit einem „Ja, aber…“ oder „Also ich sehe das so…“. Vielleicht fällt er Dir sogar ins Wort und lässt Dich noch nicht einmal ausreden.

Das liegt oft daran, dass wir alle viel zu sehr mit uns selber beschäftigt sind. Noch während der eine spricht, überlegt der andere, wie er am besten sein Anliegen loswerden kann. Da wird schon fleißig an eigenen Argumenten gefeilt, bevor man überhaupt hingehört hat, was der andere zu sagen hat. Da ist kein empathisches Reagieren, sondern nur ein abwehrendes Agieren. Frei nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung!

Zuhören kann man lernen


Die gute Nachricht für heute: Zuhören kann man lernen.

Wenn Ihr Euch beide einig seid, dass gute Kommunikation in Eurer Beziehung einen Platz haben soll, dann habt Ihr schon den wichtigsten Schritt gemacht!

Und wenn Ihr dann noch die bewusste Entscheidung trefft, dem anderen offen, empathisch und zugewandt zuzuhören, dann seid Ihr schon einen zweiten entscheidenden Schritt weiter. Welche Regeln es für solch ein aktives Zuhören gibt, kannst Du u.a. in meinem Blogbeitrag „Hören vs. Zuhören“ nachlesen.

Und wenn Du meine persönliche Unterstützung haben möchtest: Ich bin nur eine Nachricht von Dir entfernt!

Herzlichst,
Deine Barbara

Hilfe! Unser Streit ist eskaliert!

Streit eskaliert

Hilfe! Unser Streit ist eskaliert!

Was tun, wenn ein Gespräch trotz aller Bemühungen aus dem Ruder läuft?

Neulich habe ich auf meiner Facebook-Fanpage etwas zum Thema „Angriffe vermeiden. Ich-Botschaften verwenden“ gepostet. (Du kannst Infos dazu auch in meinem Blogbeitrag „Ich will, dass Du Dich änderst!“ nachlesen.)

Eine Leserin des Posts schrieb dazu: „Wenn der Mensch gegenüber das nicht macht, sondern mit Vorwürfen und Du-Botschaften wie ein Wortemaschinengewehr auf einen losgeht. Was empfiehlst Du da?“

Eine sehr gute Frage! Was tust Du, wenn Deine eigenen Bemühungen, ein konstruktives Gespräch zu führen, nicht fruchten? Wenn Dein Partner aufbrausend wird? Unfair diskutiert? Dir das Wort im Mund umdreht? Dich angreift? Blockiert?

Ohne Kenntnis der genauen Situation und (Paar-)Dynamik ist das schwer zu beantworten. Eine Patentlösung, die für jedes Paar gilt, gibt es nicht. Eine Empfehlung möchte ich jedoch trotzdem geben: Time-Out!

Wenn eine Situation schon so weit eskaliert ist, macht es meist keinen Sinn, noch weiter zu diskutieren. Abstand, damit sich die Emotionen wieder beruhigen können, hilft dann am besten.

Meine eigenen Anfänge in Sachen Streitkultur


Ich erinnere mich noch gut an die Anfänge meiner jetzt doch schon seit 19 Jahren bestehenden Beziehung. Mein Mann und ich hatten damals noch getrennte Wohnungen. Und zum Teil auch sehr getrennte Ansichten über bestimmte Dinge. 😉

Was öfter dazu geführt hat, dass wir im Streit auseinander gegangen sind. So hatte jeder zwar in seiner eigenen Wohnung den nötigen Abstand, um sich wieder zu beruhigen. Aber dafür wurde es mit jedem Tag auch schwerer, wieder ins Gespräch zu kommen. (Nicht nötig zu erwähnen, dass ich ein ganz schöner Dickkopf sein kann, oder? Aus lauter Trotz halte ich es schon ganz gut ein paar Tage ohne Kontakt aus…)

Damals wussten wir noch nicht allzu viel über Kommunikation. Aber uns war beiden klar, dass wir hier eine Regelung finden müssen, wenn es dauerhaft mit unserer Partnerschaft klappen soll. Mein Mann ist Gott sein Dank sehr gut im Finden pragmatischer Lösungen. Damals sah diese dann so aus, dass wir vereinbart haben, uns grundsätzlich direkt am Tag nach einem Streit beim anderen zu melden. Und damit gar nicht erst Diskussionen aufkamen, wer sich denn nun bei wem rühren muss, haben wir ganz einfach festgelegt, dass ich an geraden Tagen den ersten Schritt mache und er an ungeraden. Problem gelöst.


Regeln und Selbstverpflichtung sind wichtig!


Was ich damit sagen will: Auch dafür, dass ein Time-Out gelingen kann, braucht es bestimmte Regeln. Diese müssen zwischen beiden Partnern fest vereinbart sein. Und es müssen sich dann auch beide daran halten.

Das erfordert  hohes Maß an Selbstreflexion und Verpflichtung der Partnerschaft gegenüber. Beide Partner sollten das Ziel haben, eine positive Streitkultur in ihrer Beziehung zu etablieren.

Bei meinem Mann und mir sieht das inzwischen so aus:


  1. Wir sind uns einig, dass wir uns konstruktiv miteinander auseinandersetzen wollen. Keine Beleidigungen, keine Beschimpfungen, keine ausufernden Streits, usw.
    Wir sind keine Gegner, sondern wir wollen gemeinsam tragfähige Lösungen finden. Das ist sozusagen unser grundsätzlicher Streitkultur-Vertrag, den wir miteinander geschlossen haben.

  2. Wir haben ein Stopp-Signal vereinbart. Wann immer einer von uns der Meinung ist, dass ein Gespräch jetzt eine ungute Wendung nimmt, oder einer merkt, dass er einfach zu erschöpft oder gestresst für eine Fortsetzung der Unterhaltung ist, zeigt er dem anderen das klassische Time-Out-Zeichen mit beiden Händen.

  3. Wir halten uns an das Signal. Jeder akzeptiert die Pause, die der andere einfordert. Ohne Diskussion, ohne Nachtarocken, ohne einen Flunsch zu ziehen.

  4. Wir vereinbaren sofort – bevor wir auseinander gehen – wann wir das Thema, das zum Streit geführt hat, wieder aufgreifen und wir unser Gespräch fortführen. Den Vorschlag dazu macht derjenige, der die Unterbrechung angeregt hat.

  5. Wir haben beide unsere Variante gefunden, möglichst schnell wieder runterzukommen. Mein Mann geht meistens zum Laufen, ich mache mir eine Tasse Tee, schnappe mir eine unserer drei Katzen und ziehe mich zurück.

  6. Wir betreiben beide ehrliche Ursachenforschung. Was ist das eigentliche Problem? Was bedrückt uns wirklich? Nur an den Symptomen herumzudoktern bringt uns nicht weiter. Wenn der andere uns verstehen soll, müssen wir den Sachen auf den Grund gehen.

  7. Wir wissen inzwischen, was uns hilft, das Gespräch entspannt und in angenehmer Atmosphäre fortzusetzen. Meistens verabreden wir uns zu einem Spaziergang durch die Felder hier im Dorf. Das gemeinsame Bewegen tut uns gut. Und dass wir nebeneinander gehen und uns nicht frontal in die Augen starren, erleichtert es uns, schwierige Dinge anzusprechen.

Vielleicht konnte ich Dir damit ja eine Anregung dafür geben, wie Du in Deiner Beziehung eine positive Streitkultur etablieren kannst. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du über Deine Erfahrungen berichtest.

Herzlichst,

Deine Barbara

PS: Gerne unterstütze ich Dich bei der Erarbeitung individueller Streitregeln für Dich und Deine Partnerschaft. Sprich mich einfach an! Über meine Kontakt-Seite hast Du den direkten Draht zu mir.

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