Warum es Deiner Beziehung hilft, wenn Du als Kind Kieselsteine in Bächen aufgehäuft hast

Warum es Deiner Beziehung hilft, wenn Du als Kind Kieselsteine in Bächen aufgehäuft hast

Erinnerst Du Dich an Deine Kindheit? Vielleicht hast Du da ja auch genauso gerne Staudämme in Bächen gebaut wie ich. Ich war immer total fasziniert davon, wie sich der Lauf des Wassers verändert hat, wenn ich auch nur einen Stein mehr ins Bachbett gelegt hatte.

Ein kleiner Stein ändert oft alles

Auf einmal floss der Bach durch andere Bereiche am Ufer. Es bildeten sich kleine Strudel oder Stauungen. Ich konnte ganze Bereiche trockenlegen und andere überfluten, die bisher kein Wasser abgekriegt hatten. Und das alles nur durch ein paar kleine Steine, die ich neu oder anders im Wasser platzierte.

So ähnlich verhält sich das auch in Beziehungen.

Über die Jahre haben sich Rinnen gebildet, durch die das Wasser besonders kraftvoll fließt. (Das sind Eure gewohnten Verhaltens- und Kommunikationsmuster.)

Dafür versickert das Wasser in anderen Bereichen vielleicht schon, bevor es die ausgetrockneten Ränder erreicht. (Das sind Eure Wünsche und Bedürfnisse, die eventuell zu kurz kommen.)

Wie die Steine im Bach die Laufrichtung des Wassers komplett ändern können, können auch kleine Verhaltensänderungen von Dir die bisherigen Automatismen in Deiner Beziehung unterbrechen und Raum für neue Wege öffnen.

Wirf den ersten Stein...

Bevor Du also nächstes Mal wieder mit Deinem Partner in Euren gewohnten Trott hineingerätst, überleg‘ doch mal, wo Du dem "Lauf Eurer Beziehung" durch ein kleines Steinchen eine neue Richtung geben könntest.

  • Welche Kleinigkeit könntest Du diesmal anders machen als sonst?
  • Wo könntest Du anders reagieren als gewohnt?
  • Bei was könntest Du selber die Initiative ergreifen, wo Du sonst darauf wartest, dass Dein Partner aktiv wird?
  • Wo könntest Du den ersten Schritt Deinem Partner überlassen?

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Experimentieren und freue mich, wenn Du in den Kommentaren von Deinen Erfahrungen berichtest.

Deine

PS: Ich helfe Dir gerne dabei, Deinen "Beziehungsfluss" in die richtige Richtung zu lenken. Schreib' mir einfach eine kurze Nachricht über das Kontaktformular.

Du bist, wie du sprichst! Oder: Du sprichst, wie Du bist?

Du bist, wie Du sprichst!
Oder: Du sprichst, wie Du bist?

Zugegeben, das sind ziemlich provokante Aussagen. 

Aber mal im Ernst:
Hast Du Dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie Du sprichst?

Also zum Beispiel darüber, welche Wörter Du besonders gerne benutzt?
Oder ob Du hauptsächlich Fragen stellst? Eher Anweisungen erteilst? Generell wenig sagst?
Ob Du mit Händen und Füßen redest? Oder nur sehr zurückhaltend gestikulierst?
Sprichst Du laut oder eher leise? Melodisch oder eher monoton?

Nein? Noch nie drüber nachgedacht?
Dann lohnt es sich, das jetzt einmal zu tun!

Deine Art zu sprechen hat mehr Einfluss auf den Verlauf eines Gespräches als Du denkst!

Denn Deine bevorzugte Art zu sprechen hat einen großen Einfluss darauf, wie Du mit anderen Menschen in Kontakt kommst, und wie erfolgreich Deine Gespräche verlaufen. Auch die mit Deinem Partner!

Bestimmt hast Du schon gemerkt, dass Du mit manchen Menschen völlig problemlos Kontakt herstellen kannst, wogegen andere für Dich wie ein Buch mit 7 Siegeln erscheinen.

Manchmal ist es ganz leicht, Deine Interessen zu vertreten. Du fühlst Dich gesehen, wertgeschätzt und verstanden.

Und manch anderes Mal fühlst Du Dich abgewertet, missverstanden, gegängelt, kritisiert, übersehen.

Leicht ist es immer dann, wenn Du auf jemand triffst, der zufällig "die gleiche Sprache" wie Du spricht. Ihr seid auf einer Wellenlänge, wie es so schön heißt.

Anstrengend und stressig wird es dann, wenn diese Übereinstimmung nicht da ist. Wenn der andere anders reagiert, sich anders verhält, als Du es tun würdest. Da hilft es oft auch nicht, dass Ihr Euch inhaltlich eigentlich einig wärt. Denn der Inhalt wird gar nicht gehört. Er wird vom Prozess überlagert und dadurch unsichtbar bzw. unhörbar.

Das WIE entscheidet!

WIE Du etwas sagst, entscheidet darüber, ob das, WAS Du sagst, überhaupt bei Deinem Gegenüber, Deinem Partner, ankommt.

Vielleicht magst Du diese Woche ja mal experimentieren?

Eine Übung für Dich

Schalte in Deinen Beobachtungsmodus und schau', was Du bei Dir und Deinem Partner wahrnimmst. Versuche, Dich auf den Prozess des Gesprächs zu konzentrieren.

5 Punkte können Dir hierbei als Orientierung dienen:

- Wortwahl
- Tonfall
- Mimik
- Gestik
- Körperhaltung


Was zeigt sich bei Dir? Was bei Deinem Partner?

Was an Deinem Partner ist Dir vertraut (im Sinne von: das kennst Du von Dir selber)?

Was regt Dich vielleicht auf?

Wann wird ein Gespräch schwierig für Dich? Was sind die Auslöser dafür?

Was läuft innerlich in Dir ab?

Ich wünsche Dir viel Spaß bei dieser Übung!
Ich bin sicher, Du wirst spannende Dinge herausfinden.

Und wenn Du mehr zum Thema, zu Dir und Deiner Art zu kommunizieren wissen möchtest:
Ich bin gerne für Dich da! Sprich mich einfach an.

Deine


Meine Pflanzenliebe und 3 wichtige Tipps, die sich daraus für Deine Beziehung ergeben

Meine Pflanzenliebe und 3 wichtige Tipps, die sich daraus für Deine Beziehung ergeben

Wenn Du auf Facebook mit mir befreundet bist, weißt Du, dass ich sehr oft Bilder von Blumen, Pflanzen, ja generell aus der Natur poste. Ich fühle eine tiefe Verbundenheit mit der Natur. Es macht mir große Freude, in der Erde zu wühlen, neue Blumen zu pflanzen und mich um den Garten zu kümmern.

Kürzlich habe ich meine Balkonkästen und Hängeampeln mit neuem Leben gefüllt. Und - Achtung - genau an dieser Stelle kommst Du ins Spiel!

"Häh?" fragst Du jetzt vielleicht. "Was soll ich mit Deinen Balkonblumen zu tun haben?"

Nun, eine ganze Menge!

Tipp #1: Regelmäßige Pflege ist das A+O

In dem Moment, in dem ich die Blumen gepflanzt habe, habe ich auch die Verantwortung dafür übernommen, mich ab jetzt um sie zu kümmern. Sie regelmäßig mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Verblühtes zu entfernen, damit die Pflanzen Kraft für neue Blüten haben. Schädlinge abzuwehren. Für Sonnen- und Regenschutz zu sorgen, usw.

Kurz: Ich habe mich verpflichtet, aktive Pflanzenpflege zu betreiben, da die Blumen sonst innerhalb kürzester Zeit verkümmern und sterben würden.

In einer Beziehung ist das nicht anders.

Ja, sorry! Ist so. Partnerschaften sind nur selten Selbstläufer. Da steckt schon Arbeit drin. Aber wer sagt denn, dass Arbeit keinen Spaß machen darf? 😉

Vielleicht gefällt Dir ja auch das Wort „Hingabe“ besser. Wenn Du Dich hingebungsvoll um etwas kümmerst, kommt Dir das vermutlich kaum wie Arbeit vor, oder?

Und wie ist das bei Dir?

  • Kümmerst Du Dich hingebungsvoll?
    Hast Du Dich zur Beziehungspflege verpflichtet, als Du Deine Partnerschaft eingegangen bist?
  • Oder war ab dem Satz „Wir sind jetzt zusammen.“ alles erledigt für Dich?
    Dachtest Du, der Rest wird sich schon irgendwie ergeben?

Entschuldige bitte, falls ich Dir mit den letzten beiden Fragen auf die Zehen getreten bin. Ich gestehe, ich mache das mit Absicht. Mit dem positiven Hintergedanken, Dich ein Stück weit aus Deiner Komfortzone zu schubsen. Denn nur Nettigkeiten bringen Dich nicht weiter. Jemand, der den Finger in die Wunde legt, und Dich dann aber nicht alleine lässt mit dem Schmerz, schon.

Du kannst vermutlich nämlich gar nichts dafür, wenn Du nicht so recht weißt, wie Du Deine Beziehung denn pflegen sollst. Denn leider gibt es immer noch viel zu wenig Vorbilder, was eine aktive Beziehungsgestaltung angeht.

Etwas, was viele langjährige Paare auszeichnet, sind u.a. gemeinsame Erlebnisse. Das scheint für das Zusammengehörigkeitsgefühl noch viel wichtiger zu sein, als zum Beispiel identische Werte.

Überleg‘ Dir doch mal, welche Rituale Du in Deiner Beziehung etablieren könntest. Was würde Euch interessante, schöne, spannende (wie auch immer sie für Euch sein sollen) Erlebnisse bescheren?

  • Das Frühstücks-Abenteuer jeden zweiten Sonntag, bei dem Ihr jedes Mal ein neues Café in Eurer Umgebung erkundet?
  • Die Foto-Safari immer am ersten Samstag im Monat, bei der Ihr Euch auf Motivsuche (tolle Brücken/Bauwerke/usw.) im näheren Umkreis macht?
  • Gemeinsame Kochkurse zu wechselnden Themen?
  • Regelmäßiges Tanzen in Tanzschule oder Verein?

Ich bin mir sicher, Dir fällt einiges ein, wie Ihr Eure Partnerschaft regelmäßig pflegen könnt.

Tipp #2: Entwickle „Sorten-Kenntnisse“

Jedes Jahr hole ich mir neue Blumen auf meinen Balkon und in den Garten. Viele Sorten davon kenne ich aus vergangenen Jahren, manchmal sind es aber auch komplett neue Züchtungen.

Also ist es immer meine erste Aufgabe, mich schlau zu machen, welche besonderen Bedürfnisse diese Sorte Blumen hat. Mir neues Wissen und neue Fertigkeiten im Umgang mit den Pflanzen anzueignen.

Damit ich sie artgerecht versorgen kann und nicht auf die Idee komme, eine Schattenpflanze auf meinen Südbalkon in die pralle Sonne zu stellen. Oder andersherum ein sonnenliebendes Exemplar hinters Haus in den Schatten zu verbannen.

Welche Erde braucht die Blume? Welchen Dünger? Wieviel Wasser ist nötig? Verträgt sie Regen von oben? Welche Temperaturen verkraftet sie?

Ohne das alles zu wissen, kann ich Glück haben, und meine Pflanze wächst und gedeiht, weil ich zufällig die richtige Umgebung und Pflege für sie wähle. Oder aber sie kümmert recht bald vor sich hin und ich habe nicht wirklich Freunde an ihr.

Und ja - Du ahnst es schon - genauso ist das auch in einer Partnerschaft.

Wer ist Dein Partner?
Was für eine Persönlichkeit hat er? Was mag er? Was „hasst“ er? Was ist ihm wichtig? Welche Bedürfnisse hat er?

Wenn Du mal so ganz ehrlich in Dich reinhörst (es hört ja keiner mit…): Wann habt Ihr Euch das letzte Mal so richtig unterhalten?

Also nicht nur über den nächsten Wocheneinkauf oder darüber, wer mit dem Auto zum Tanken fährt. Sondern über Dinge, die Euch wirklich bewegen. Die Euch vielleicht Sorgen machen. Oder Dinge, die Ihr vermisst in Eurer Beziehung. Oder darüber, was Euch glücklich macht. Worüber Ihr Euch freut.

Das ist schon länger her? Sehr lange sogar?

Na, dann nichts wie ran an die Auffrischung!

Zum Beispiel bieten Zwiegespräche nach Michael Lukas Moeller eine tolle Möglichkeit, in einen intensiven Austausch mit Deinem Partner zu kommen. Eine Anleitung dazu findest Du in einem anderen Blogbeitrag von mir, den ich Dir hier gerne verlinke.

Natürlich könnt Ihr auch Eure ganz eigenen Varianten zur Entwicklung von „Sorten-Kenntnissen“ erfinden. Hauptsache, Ihr lernt Euch auf einer tieferen Ebene immer wieder neu kennen.

Ein individuelles Persönlichkeitsprofil kann hierbei ebenfalls eine gute Ausgangsbasis sein. Ich erstelle gerne eins für Euch. Schnell und unkompliziert.

Tipp #3: Lern‘ die Anzeichen für „Partner-Welke“ kennen

Im Pflanzenreich gibt es die verschiedensten Anzeichen dafür, wenn eine Blume nicht mehr richtig gedeiht. Die Blüten werden immer kleiner und farbloser, Blätter werden gelb oder fallen ab, ein weißlicher Überzug zeigt sich auf der ganzen Pflanze…

Jetzt kommt es darauf an, herauszufinden, was die Ursache für das langsame Verkümmern ist. Nährstoffmangel? Zu wenig Wasser? Zuviel Wasser? Schädlinge? Pilzbefall?

Nur wenn Du weißt, was die Ursache ist, kannst Du auch entsprechend reagieren und die Pflanze wieder gesundpflegen.

Und so ist es auch bei Deinem Partner.

Wenn es ihm nicht gut geht, weil wichtige Bedürfnisse nicht erfüllt sind, wird er ganz spezifische Anzeichen für sein „Dahinwelken“ zeigen.

Überleg mal, ob Du vielleicht sogar schon ein Muster bei ihm erkennen konntest…

Wird er öfter ärgerlich und kritisiert Dich für alle möglichen Dinge? Oder nörgelt er häufig rum und schiebt Dir die Schuld für seine schlechte Laune zu? Zieht er sich komplett zurück und redet gar nicht mehr mit Dir?

Jeder zeigt ein anderes Verhalten. Und je besser Du die Signale Deines Partners kennst, umso besser (und eher) kannst Du darauf reagieren und eine Eskalation vermeiden.

Wichtig ist:
Es geht nicht darum, dass Du Deinem Partner all seine Bedürfnisse erfüllen sollst, damit er nicht anfängt „zu welken“. Für die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse ist jeder zunächst einmal selbst verantwortlich. (Hier passt die Analogie zu den Pflanzen also nicht so ganz…)

Trotzdem kannst Du einiges tun, um angespannte Situationen zu entschärfen, und oft sogar, um zu verhindern, dass sie überhaupt entstehen.

Falls Du zum Beispiel von der „Sorten-Kenntnis“ her weißt, dass Dein Partner ein Mensch ist, der viel Zeit für sich alleine braucht, dann wäre es gut, ihm diesen Rückzug regelmäßig zu ermöglichen. Spätestens wenn er anfängt, „Welk-Symptome“ zu zeigen, ist es höchste Zeit dafür.

Und das, ohne beleidigt zu sein, weil er keine Zeit mit Dir verbringen will. Ohne zu denken, dass er Dich nicht mehr liebt o.ä.

Denn Du weißt dann ja, dass das Alleinsein für ihn wichtig ist, um abzuschalten und wieder Energie zu tanken. Damit er anschließend wieder volle Akkus für das Miteinander mit Dir hat.

Das war jetzt nur ein Beispiel für „Partner-Welke“. Wie bei den Pflanzen, gibt es auch bei uns Menschen ganz verschiedene Anzeichen. Alle hier zu beschreiben, würde den Rahmen des Artikels sprengen.

Aber ich glaube, Du hast verstanden, auf was ich raus will. Und weißt jetzt, in welche Richtung Du aktiv werden kannst, um Deine Partnerschaft zu „voller Blüte“ zu führen.

Ich wünsche Dir einen „grünen Daumen“ dabei!

Herzlichst,
Deine

PS: Du möchtest Unterstützung bei der Umsetzung der 3 Tipps? Dann melde Dich bei mir. Ich bin nur eine Nachricht von Dir entfernt.

Wie Ihr als Paar die Herausforderungen der Krise nutzt und Euch näher fühlt als je zuvor

Wie Ihr als Paar die Herausforderungen der Krise nutzt und Euch näher fühlt als je zuvor

Näher fühlen? Jetzt? Ernsthaft?
Lieber würdest Du Deinem Partner im Moment ziemlich oft an die Gurgel gehen?

Naja, das ist doch auch eine Form der Nähe… 😉

Nein. Scherz beiseite. Das kann ich gut verstehen!

Durch das aktuelle „Rund-um-die-Uhr-Zusammensein mit dem Partner“ liegen sicher bei vielen die Nerven blank. Auch ich merke, dass die Corona-Krise mit ihren Ausgangsbeschränkungen so langsam Spuren bei mir hinterlässt.

Und trotzdem eröffnen sich zur Zeit ganz neue Chancen für Deine Beziehung! Wenn Ihr sie geschickt nutzt, könnt Ihr Euch bald näher fühlen als je zuvor!

Die Trägheit der „guten Zeiten“…

Vor allem, wenn Ihr schon längere Zeit zusammen seid, hat sich vermutlich der Alltag ziemlich breit gemacht in Eurem Leben. Gespräche drehen sich häufig nur noch um organisatorische Dinge wie „Wer geht das nächste Mal einkaufen?“ oder „Wer fährt zum Wertstoffhof?“.

Ein tiefergehender Gedankenaustausch, wie Ihr ihn wahrscheinlich zu Beginn Eurer Beziehung hattet, findet nur noch sehr selten, wenn nicht sogar überhaupt nicht mehr statt. Schließlich kennt Ihr Euch inzwischen ja in- und auswendig…

Okay, das ist jetzt eine Unterstellung. Ich kann nicht wissen, ob das bei Dir und Deinem Partner so ist. Aber aus dem, was meine Kunden mir erzählen, liegt diese Vermutung nahe.

Bleibt die Frage, ob Ihr Euch wirklich noch kennt. Und die Betonung liegt hier auf noch. Menschen verändern sich. Vorlieben können wechseln, Ansichten entwickeln sich neu.

Dazu kommt, dass Ihr bisher vermutlich relativ sorgenfrei gelebt habt. Wie die meisten meiner Kunden hattet Ihr wahrscheinlich keine Geldsorgen oder Probleme mit Eurer Gesundheit. Bisher habt Ihr also die vielzitierten „guten Zeiten“ einer Beziehung erlebt.

Jetzt tauchen vermehrt Aspekte der „schlechten Zeiten“ auf:

  • Ängste und Sorgen zeigen sich, wenn auf einmal der Job oder die Gesundheit bedroht sind.
  • Individuelle Bedürfnisse zeigen sich deutlicher, da sie nicht mehr so leicht wie bisher befriedigt werden können.
  • Persönliche Werte rücken in den Vordergrund. Freiheit, Selbstbestimmung, Rücksichtnahme, Gemeinschaftssinn… Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Die Chance, Euch noch einmal ganz neu kennenzulernen!

Jetzt habt Ihr die Gelegenheit, Euch noch einmal ganz neu, auf einer viel tieferen Ebene kennenzulernen.

Wie?
Ganz einfach: Indem Ihr miteinander redet. Richtig redet. Über alles, was Euch momentan bewegt. Was Euch Sorgen macht. Was Euch wichtig ist.

Mit „richtig“ reden meine ich, dass Ihr Euch Zeit für Gespräche nehmt. Dass Ihr Euch regelmäßig zu festen Terminen zum Reden trefft. Sozusagen als kleines Partner-Event.

Und nachdem es momentan immer noch sehr wenig Möglichkeiten gibt, die Abende außer Haus zu verbringen, ist gerade die ideale Zeit dafür, neue Rituale zu etablieren.

Also, auf was wartest Du?
Auf den Partner, fertig, los… Äh, stopp, so hatte ich das nicht gemeint! 😉

Nein, im Ernst: Frag Deinen Partner, ob er sich regelmäßig einmal in der Woche für ca. 1,5 Stunden zu einem „Date“ mit Dir treffen möchte. Am besten immer am selben Tag und zur selben Uhrzeit.

Und dann erzählt Ihr dem anderen,

  • wie es Euch gerade geht mit der aktuellen Situation. 
  • Was das weltweite Geschehen in Euch auslöst.
  • Was Euch fehlt in Eurem momentanen Leben, usw.

Es gibt nur eine wichtige Regel: Jeder bleibt bei sich und seinem eigenen Erleben. Bitte widersteht der Versuchung, Euch in theoretischen Diskussionen über die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen o.ä. zu ergehen. Ziel Eurer Gespräche sollte es sein, für den anderen spürbar zu werden. Ihn teilhaben zu lassen an dem, was in Euch vorgeht.

Ja, das ist vermutlich erstmal ziemlich ungewohnt. Aber es lohnt sich!

Wenn Ihr für Eure Gespräche ein erprobtes Format nutzen möchtet, empfehle ich Euch Zwiegespräche nach Michael Lukas Möller. Hier geht’s zur Anleitung.

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß dabei, Euch neu zu entdecken!

Barbara

PS: Wenn Du erstmal alleine meine Unterstützung haben möchtest, erreichst Du mich jederzeit über das Kontaktformular. Ich bin sozusagen nur einen Klick von Dir entfernt!

PPS: Falls Du es noch nicht gesehen hast - im Moment biete ich kostenfreie „Erste-Hilfe-Gespräche“ an. Über meinen Online-Kalender kannst Du Dir direkt 30 Minuten mit mir sichern.

Warum Gespräche gerade so holprig werden. Und was Du dagegen tun kannst!

Warum Gespräche gerade so holprig werden.

Und was Du dagegen tun kannst!

Gespräche geraten schnell ins Stocken...

Wie geht es Dir im Moment?
Merkst Du auch, dass die Kommunikation mit Deinem Partner holpriger wird?
Dass Du nicht mehr so flexibel reagierst wie sonst?
Dass es schneller zu Missverständnissen und Reibereien kommt?

Also ich spüre das im Moment ganz massiv!
Ich merke, dass ich mich viel schwerer tue als sonst, eine gemeinsame Wellenlänge mit meinem Mann zu finden. Dass wir zur Zeit oft aneinander vorbeireden und relativ schnell gereizt reagieren.

Aber warum ist das so?

Lass uns doch mal schauen, warum das so ist, und was Du tun kannst, um wieder reibungsloser mit Deinem Partner sprechen zu können. Okay?

Wenn Du mir schon länger folgst, weißt Du, dass ich gerne mit einem bestimmten Persönlichkeits- und Kommunikationsmodell arbeite, dem Process Communication Model (PCM). Gerade jetzt merke ich wieder, wie wertvoll es ist.

Ich möchte Dir deshalb jetzt ein bisschen von der Theorie des Modells erzählen. Keine Panik! Es kommen jetzt keine ewig langen Ausschweifungen. Ich fasse mich kurz und - hoffentlich - auch verständlich.

Bitte bleib dran und lies weiter. Du wirst schnell erkennen, wie Du in der jetzigen Situation davon profitieren kannst. Versprochen!

In Dir haben mehrere Persönlichkeiten ihr Zuhause!

Nein, keine Angst, wir sprechen hier nicht von Identitätsstörungen… 😉

PCM geht davon aus, dass jeder Mensch sechs deutlich verschiedene Persönlichkeitstypen inklusiv der jeweiligen Stärken und „Schwächen“ in sich vereint. Bei jedem von uns ist allerdings die Anordnung und Ausprägung der Typen unterschiedlich.

Und um das einprägsam darzustellen, wird das Bild eines mehrstöckigen Gebäudes mit Aufzug und Keller genutzt. Jeder Persönlichkeitstyp in Dir "wohnt" sozusagen in einer eigenen Etage. Mit dem Aufzug kannst Du bequem in jedes beliebige Stockwerk fahren und die dortigen Ressourcen nutzen.

Das funktioniert jedoch nur so lange, wie Dir genug Energie für den Betrieb des Aufzugs zur Verfügung steht!

Wenn der Aufzug stecken bleibt...

Ist Deine Energie verbraucht, Dein Akku leer, bleibt der Aufzug im Erdgeschoss stecken. Du hast dann nur noch Zugriff auf die Ressourcen, die dort verankert sind.

Zu diesen Ressourcen gehört unter anderem auch eine ganz bestimmte Art und Weise, die Welt wahrzunehmen, und mit anderen zu kommunizieren. Das ist sozusagen Deine "Muttersprache". Die beherrschst Du immer. Auch wenn Dich mitten in der Nacht jemand weckt und etwas fragt, solange er Deine Muttersprache spricht, kannst Du sofort antworten.

Jetzt wohnt aber eben nicht bei jedem von uns der gleiche Typ im Erdgeschoss.

Stell' Dir einfach mal vor, Deine Muttersprache wäre Deutsch, die Deines Partners aber Englisch. Und Ihr könnt jetzt auf einmal beide nur noch in Eurer Sprache sprechen...

Du merkst, auf was ich hinaus will, oder?
Ihr versteht Euch zwangsläufig nicht mehr. Gespräche werden furchtbar mühsam, wenn nicht sogar unmöglich.

Aber warum ist auf einmal die Energie weg?

Jeder Mensch hat laut PCM unterschiedliche psychische Bedürfnisse. Wenn diese auf positive Art und Weise befriedigt werden, lädt das unsere Akkus auf.

Durch die aktuelle Situation ist aber auf einmal alles anders. Für die meisten von uns hat sich das Leben in den letzten Tagen grundlegend verändert.

Manche arbeiten bis zur Erschöpfung, andere können bzw. dürfen im Moment nicht mehr arbeiten. Alltagsabläufe wurden komplett auf den Kopf gestellt. Viele Freizeitaktivitäten sind derzeit nicht mehr möglich. Der (physische) Kontakt zu anderen Menschen soll momentan wo immer möglich unterbleiben.

Damit wird es für viele eng mit der positiven Bedürfnisbefriedigung.

Der Aufzug hängt fest.

Wie kannst Du jetzt trotzdem noch Deinen Akku aufladen?

Jetzt ist es an der Zeit, kreativ zu werden, um die Ecke zu denken!

Wie kannst Du das, was Du bisher zur Erholung - zum Auftanken - gemacht hast, so anpassen, dass es sich mit den aktuellen Ausgangsbeschränkungen vereinigen lässt?

Wie kannst Du z.B. Deinen Lieblingssport zuhause machen? Welche Variationen fallen Dir ein?

Welche Online-Angebote kannst Du nutzen, um Dich weiterhin mit Freunden und Familie zu treffen? Jetzt dann halt virtuell?

Wo und wie kannst Du Dir trotz eventuell beengter räumlicher Möglichkeiten Rückzugsräume schaffen?

Ich bin sicher, da geht viel mehr, als Du Dir im ersten Moment vorstellen kannst!

Der Aufzug fährt wieder!

Sobald Du Deine Akkus aufgeladen hast, setzt sich auch Dein Aufzug wieder in Bewegung!

Und dann bist Du auch wieder in der Lage, Englisch zu verstehen und zu sprechen. Dein Partner wird ebenfalls wieder auf Deutsch mit Dir reden können, wenn er entsprechend aufgetankt hat.

Ihr könnt flexibel all Eure Ressourcen anzapfen und findet wieder die gemeinsame Wellenlänge.

Falls nicht, droht der Abstieg in den Keller... 

Gelingt es Dir aber nicht, Energie zu tanken, passiert es jetzt ganz schnell, dass Du in den Keller Deines Hauses gehst. Und wie in den meisten Kellern ist es da nicht so wirklich toll…

Dort finden sich die ganzen unschönen, negativen Verhaltensweisen, die ein Miteinander erschweren und die Beziehung auf eine harte Probe stellen können.

Prio 1 für jetzt: Halte den Aufzug am Laufen!

Das Wichtigste, was Du im Moment für Deine Beziehung tun kannst, ist also, gut auf Deine Akkus zu achten.
Trotz der widrigen Umstände Möglichkeiten zu finden aufzutanken. Deine Bedürfnisse auf positive Art zu befriedigen.

Damit Dein Aufzug weiterhin fahren kann.


Gerne unterstütze ich Dich dabei, Ideen für Dein Energiemanagement zu entwickeln!

Du weißt ja: Ich bin nur eine Nachricht von Dir entfernt!

Alles Gute,

Deine Barbara

„Katastrophenfall“ auch in Deiner Beziehung? Nein!

„Katastrophenfall“ auch in Deiner Beziehung? Nein!

Was Du tun kannst, damit Deine Partnerschaft gut durch die Corona-Krise kommt!

Kannst Du aktiv was tun?

Im Moment fühlst Du Dich in Anbetracht der aktuellen Lage vielleicht ein bisschen hilflos. Ohnmächtig trifft es glaube ich auch ganz gut. So geht es mir zumindest.

Da passiert gerade etwas in dieser Welt, auf das wir keinen (oder nur einen sehr geringen) Einfluss haben. Etwas, das wir nicht so richtig greifen - begreifen - können. Wo wir in weiten Teilen nur zusehen können. Das ist "unangenehm". Und für viele schwer auszuhalten.

Und trotzdem kannst Du aktiv etwas tun! Du kannst dafür sorgen, dass Deine Beziehung nicht auch infiziert wird. Und das meine ich jetzt im übertragenen Sinne. Neben all den Maßnahmen, die von offizieller Seite empfohlen werden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und Erkrankungen zu verhindern, kannst Du dafür sorgen, dass Deine Partnerschaft stabil durch diese Krisenzeit kommt. Dass Ihr Euch nicht noch zusätzlich durch Streitereien schwächt.

Wie? Das zeige ich Dir in den folgenden Abschnitten.

Katastrophenfall ausgerufen

In Bayern wurde am 16.03.2020 wegen Corona der Katstrophenfall ausgerufen. Puh!

Soziale Distanzierung – Grenzschließungen in Deutschland – zum Teil leere Regale in den Supermärkten… Ich will hier keine Ängste schüren. Ganz im Gegenteil. Aber ich denke, das ist eine Situation, wie sie die meisten von uns vermutlich noch nicht erlebt haben. Für mich mit meinen 50 Jahren ist das zumindest die erste Erfahrung mit einer größeren globalen Krise.

Und ich merke, wie das Ganze mich nicht unbeeindruckt lässt. Nein, ich bin bisher nicht in Panik verfallen. Ich beobachte das Geschehen dennoch mit einer gewissen Anspannung. Die ungewohnte Situation verunsichert mich. Wie geht es weiter? Was passiert noch? Welche Auswirklungen wird Corona kurzfristig ganz konkret auf mein eigenes Leben haben? Und langfristig?

Im Moment hat sich für mich noch nicht viel geändert. Zumindest beruflich nicht. Da ich viel am PC von zuhause aus arbeite und auch meine Beratungen online durchführen kann, fühlt es sich derzeit auf dem Gebiet noch „normal“ an. Ja, ich musste geplante Seminare verschieben. Das ist ärgerlich und erzeugt einen gewissen finanziellen Druck. Aber ich muss mein Unternehmen nicht schließen, wie viele andere in bestimmten Branchen.

Und in der Freizeit? Da werden die Auswirkungen für mich schon deutlicher spürbar. Square Dance – mit vielen Menschen in engem Kontakt? Gestrichen. GroupFitness-Kurse im Fitness-Studio? Nicht möglich. Viel zu gedrängt stünden wir da im Raum. Standardtanz? Auch keine gute Idee. Und alles auch laut Pressekonferenz ab morgen offiziell „verboten“. Alle Freizeiteinrichtungen müssen schließen.

Gott sein Dank wird es gerade Frühling und ich kann im Garten buddeln und dort weit genug entfernt von den Nachbarn die Sonne genießen. Ein Privileg des Dorflebens, das viele andere nicht haben.

Also, in Summe bin ich in einer ziemlich komfortablen Lage. Und ich habe das Glück, dass mein Mann das aktuelle Geschehen ebenfalls mit Ruhe und Gelassenheit betrachtet. Wir verkennen nicht den Ernst der Lage, lassen uns aber auch nicht verrückt machen.

Dazu kommt, dass wir eine sehr ähnliche Art haben, mit Krisen und Unsicherheit umzugehen. Das macht es leichter für uns, den anderen zu verstehen und ihm die erforderliche Unterstützung zu geben.

Beziehungskrise vorprogrammiert?

Was aber, wenn das nicht der Fall ist? Wenn Dein Partner komplett anders auf die momentane Situation reagiert? Wenn bestimmte Verhaltensweisen von ihm für Dich auf einmal nicht mehr nachvollziehbar sind? Wenn ihr es zum Beispiel bisher gewohnt wart, viel Zeit außerhalb Eurer eigenen vier Wände zu verbringen. In Cafés und Clubs, auf Partys, mit Freunden. Und jetzt sollt Ihr plötzlich zu zweit zuhause bleiben?

Das kann Eure Partnerschaft schon auf eine harte Probe stellen. Die Sondersituation erzeugt Stress. Und damit ist vermehrter Streit fast schon vorprogrammiert.

Ich schreibe ganz bewusst „fast vorprogrammiert“. Denn es gibt einiges, was Du tun kannst, um besser durch diese verunsichernde Zeit zu kommen. Dazu gehört unter anderem, Verständnis für die Sorgen des anderen zu haben. Und für seine ganz spezifischen Bedürfnisse, die jetzt noch mehr in den Vordergrund treten.

Lass uns doch mal schauen, wie unterschiedlich Menschen auf Krisen und die damit verbundene Unsicherheit reagieren. Unsere Persönlichkeit hat nämlich großen Einfluss darauf, wie wir Informationen aufnehmen und verarbeiten, aus welcher Motivation heraus wir handeln und wie wir das Ganze emotional erleben.

Bestimmt erkennst Du Dich in einem oder mehreren Punkten wieder. Und ich bin mir sicher, dass Du auch das Verhalten Deines Partners entdecken wirst.

Je fremder Dir die Art und Weise ist, wie Dein Partner mit der momentanen Unsicherheit umgeht, umso größer ist die Gefahr, dass Ihr Euch darüber in die Haare kriegt. Entweder, weil Ihr das Verhalten des anderen ins Lächerliche zieht, ihm Vorhaltungen macht oder ihn dafür angreift. Oder weil Ihr Euch völlig unverstanden fühlt und in die Defensive geht.

Egal, was es ist, es trägt nicht dazu bei, Panik zu minimieren und Problemlösungen hervorzubringen. Aber genau das ist es, was Ihr im Moment brauchen könnt. Gemeinsam Stärke zu zeigen.

Bist Du bereit? Okay, dann geht’s jetzt los!

Mit Kontrollverlust klarkommen

Manche Menschen sind die geborenen Planer und Organisatoren.
Sie möchten Kontrolle über ihr Leben haben. Am liebsten immer. Und da macht ihnen Corona gerade natürlich einen ganz massiven Strich durch die Rechnung. Ständig ändert sich etwas. Permanent werden neue Maßnahmen verkündet. Was gestern noch als richtig angesehen wurde, ist heute schon wieder überholt. Diese Unsicherheit ist für einen „Planer“ nur sehr schwer auszuhalten.

Für „Planer“ ist es wichtig, die Fakten zu kennen. Risikoabschätzungen von Experten, Übersichtskarten zur Ausbreitung des Virus und zuverlässige Informationen helfen ihnen, die Lage besser einschätzen zu können.

Wenn Du so gestrickt bist, wirst Du Dich jetzt vermutlich dabei ertappen, dass Du noch mehr planst als sonst. Dass Du Dich noch intensiver mit den Nachrichten beschäftigst, noch mehr Artikel liest, Info-Sendungen schaust, etc. Schließlich willst Du wissen, was gerade geschieht in unserer Welt. Damit Du ggf. entsprechende Entscheidungen treffen kannst.

Eventuell erarbeitest Du Pläne und Lösungen für Euren individuellen Umgang mit der Corona-Krise. Du erstellst eine Liste für einen Notvorrat? Machst Dir detailliert Gedanken darüber, was Ihr tun könnt, wenn einer von Euch sich infizieren sollte? Hast bereits Rufnummern von ärztlichen Notdiensten und Test-Zentren parat? Recherchierst die genauen Abläufe im Erkrankungsfall?

Das ist okay! Gute Planung und Organisation ist Deine große Stärke in Krisenzeiten.

Wichtig ist, mit den Gefühlen fertig zu werden, die bei einem drohenden Kontrollverlust auftauchen. Und eine Situation wie jetzt kann eben genau diese Gefühle verstärkt auslösen. Schieb‘ sie nicht einfach beiseite.

Du selber bist jetzt nicht so die Planerin? Aber Du beobachtest solche Verhaltensweisen bei Deinem Partner?

  • Dann hilf ihm, mit der Situation klarzukommen. Mach‘ Dich nicht über ihn lustig. Lass ihn planen und organisieren. Unterstütz‘ ihn, indem Du ihm relevante und verlässliche Informationen weitergibst, die Du bekommen hast. Informiere ihn so früh wie möglich, wenn sich an Euren gewohnten Abläufen etwas ändert. Zeige Verständnis für seine Art, mit dem (gefühlten) Kontrollverlust umzugehen.

Regeln und Einschränkungen ertragen

Manche Menschen leben davon, in einem freien und kreativen Austausch mit der Welt zu sein. Nach ihrem eigenen Zeitplan zu leben. Zu machen, wonach ihnen spontan der Sinn steht. Spaß zu haben. Andere Menschen zu treffen. In den verschiedensten Gruppen aktiv zu sein. Hauptsache, es ist was los! Man könnte sie als unabhängige Freigeister bezeichnen. Feste Regeln sind nicht so ihr Ding.

Und jetzt? Soziale Distanzierung. Möglichst kein Kontakt zu anderen Menschen. Alle Freizeitanbieter müssen schließen. Bars und Clubs machen zu.  Einschränkungen wohin man sieht. „Eingesperrt“ zuhause.

Das ist für diese freiheitsliebenden Menschen nur sehr schwer zu ertragen. Da kommt es schnell zu Genöle. Da wird darüber geklagt, was jetzt alles verboten ist. Aus Trotz setzen sich vielleicht manche über die durchaus sinnvollen Maßnahmen hinweg. „Sonst habe ich ja gar keinen Spaß mehr!“

Du hast Dich in dieser Beschreibung wiedererkannt? Und Du bist todesmäßig genervt von dem ganzen Tamtam, das da gerade veranstaltet wird? Dann kann ich Dich gut verstehen! Denn so ein Spaß- und Kontaktmensch bin ich auch.

Und trotzdem hilft das ganze Jammern im Moment nicht. Da heißt es jetzt einfach „Pobacken zusammenkneifen!“. Auch wenn Du das gerade gar nicht hören willst. 😉 Dennoch muss nicht der komplette Spaß und die Kreativität auf der Strecke bleiben.

Denn gerade das ist ja eine der großen Stärken solcher Menschen: Der humorvolle und spielerische Umgang mit stressigen Situationen.

Nutze doch Deinen kreativen Umgang mit Problemen, um völlig neue Lösungen für die momentane Kontakt-Durststrecke zu finden. Was hältst Du zum Beispiel davon, Dich über ein Online-Tool zu einem virtuellen Treffen mit Freunden zu verabreden? Oder Du startest eine Homesports-Challenge und tauscht Dich regelmäßig mit Deinen Freunden anhand von Doku-Videos über Eure Ergebnisse aus? Ich bin sicher, Dir fällt da so einiges ein!

Das ist alles so gar nicht Deins? Aber Dein Partner scheint in dieser Richtung unterwegs zu sein?

  • Dann lass ihm so viel Freiheiten wie möglich. Sei offen für seine vielleicht verrückt anmutenden Ideen. Weise ihn nicht permanent auf „den Ernst der Lage“ hin, wenn er mal wieder einen flapsigen Spruch über Corona macht oder das hundertste Witzbildchen mit Dir teilen möchte. Denn mit Humor lässt sich eine Krisensituation wie diese für ihn viel leichter ertragen.

Angst vor drohenden Gefahren aushalten

Andere Menschen wiederum sind von Haus aus Bewahrer und Beschützer.
Für sie ist Beständigkeit und Sicherheit sehr wichtig. Sie möchten den Sinn, die Bedeutung und die Auswirkungen dessen, was da gerade um uns herum passiert, verstehen.

Wer Du Dich in dieser Beschreibung wiedererkennst, beschäftigst Du Dich jetzt vermutlich viel mit der Frage, welche Gefahren den Menschen drohen, für die Du Dich verantwortlich fühlst. Eltern, Kindern, Partner...

Für „Bewahrer“ ist es jetzt noch wichtiger als sonst, klare Prioritäten festzulegen. Was ist in der aktuellen Situation wirklich wichtig? Wie kann der Überblick über das große Ganze gewahrt bleiben? Das ist eine große Stärke in Krisensituationen!

Du prüfst jetzt wahrscheinlich verstärkt, wo es im aktuellen Gesamtzusammenhang sinnvoll ist, Dich einzubringen und zu engagieren. Wo Du einen echten Beitrag leisten kannst. Vermutlich appellierst Du gerade auch stärker an andere, dass diese ihrer Verantwortung gerecht werden sollen.

Es ist vollkommen in Ordnung, dass Du Dir Sorgen machst. Deine Angst darf sein. Du musst sie nicht wegdrücken.


Du erkennst Dich selber hier nicht wieder? Aber Deinen Partner?

  • Dann hilf ihm, indem Du Verständnis dafür zeigst, dass er gerade Prioritäten klären will, dass er den Überblick behalten möchte. Sei unbedingt ehrlich ihm gegenüber. Vertrauen ist ein ganz wichtiger Aspekt. Zieh‘ seine Sorge um Dich oder andere nicht ins Lächerliche. Hilf ihm, seine Angst, die durch die Unsicherheit der momentanen Situation ausgelöst wird, zu spüren und auszuhalten.

Ärger über die Auswirkungen auf Beziehungen Ausdruck verleihen

Dann gibt es noch die geborenen „Kümmerer“. Für sie stehen die Beziehungen zu anderen Menschen im Vordergrund. Ihnen ist es wichtig, dass es den anderen gut geht. Regelmäßige und intensive Beziehungspflege ist ihnen ein inneres Bedürfnis.

Du liebst Familientreffen, den vertrauten Plausch mit der Nachbarin oder das gemeinsame Kochen und Essen mit lieben Freunden? Dann gehörst Du wahrscheinlich zu den „Kümmerern“. Und all diese Dinge kommen jetzt zu kurz. Mit zwei Metern Sicherheitsabstand kann man niemand umarmen, keinem kurz über den Arm streichen, keine (körperliche) Nähe herstellen.

Vermutlich ist es für Dich gerade schwer auszuhalten, dass Du Deinen Lieben im Moment nicht die Aufmerksamkeit geben kannst, die Du ihnen normalerweise zukommen lassen würdest. Du kämpfst damit, dass Deine Beziehungen unter der der aktuellen Situation leiden. Und leidest zusätzlich unter dem Leid, das eventuell anderen widerfährt.

Mitgefühl (nicht Mitleid!) zeigen zu können, ist Deine große Stärke! Und gerade in einer Krisensituation können „Kümmerer“ wie Du anderen wertvolle Unterstützung bieten. Wenn auch vielleicht nicht in dem Maß, wie Du es selber gerne hättest.

Und es ist vollkommen in Ordnung, wenn Du gerade ärgerlich wirst, weil Du nicht so helfen kannst, wie Du gerne möchtest. Bitte friss diesen Ärger nicht in Dich rein, sondern sprich ihn aus!

Selber bist Du nicht so die große Kümmerin? Aber Du merkst, dass es Deinem Partner ein wichtiges Anliegen ist?

  • Sag‘ ihm immer wieder, dass Du ihn gerne hast und sein Wohlergehen Dir am Herzen liegt. Gib ihm emotionale Unterstützung, teile Deine Gefühle mit ihm. Ermutige ihn, anderen zu helfen, die gerade leiden. Und wenn es nur durch mitfühlende Anteilnahme aus der Ferne.
    Unterstütze ihn, seinem Ärger Ausdruck zu verleihen, wenn es darum geht, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf geliebte Menschen hat.

Mit fehlenden Rückzugsmöglichkeiten umgehen

Wieder andere gehören eher zu den ruhigen „Reflektierern, die viel Rückzugsraum und viel Alleinsein für sich brauchen. Sie hängen gerne ihren Gedanken nach und durchdenken Probleme in Ruhe.

Wenn Du so ein „Reflektierer“ bist, Du alleine wohnst und von zuhause aus arbeiten kannst, stellt die momentan geforderte soziale Distanzierung für Dich vermutlich keine besonders große Herausforderung dar. Kommt sie doch Deinen natürlichen Bedürfnissen sehr entgegen. Du kannst jetzt Deine Stärke ausspielen, auch in Krisensituationen ruhig zu bleiben und verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu erdenken.

Härter trifft es Dich wahrscheinlich, wenn Du Dich zum Beispiel am Arbeitsplatz mit ständigen Veränderungen arrangieren musst, die eine solche Krise zwangsläufig mit sich bringt. Gerade in den letzten Tagen kam ja fast stündlich irgendeine neue Meldung, auf die ggf. schnell reagiert werden musste. Ruhe und Struktur gehen dabei natürlich verloren.

Oder wenn Du auf einmal gezwungen bist, zuhause längere Zeit als sonst mit anderen Personen (Partner/ Familie) zu verbringen. Vielleicht sogar auf engem Raum. Wenn Deine Mitbewohner vor der Corona-Krise zum Beispiel regelmäßig außer Haus waren und mit anderen Menschen etwas unternommen haben, so dass Du genug Alleine-Zeit hattest. Und jetzt auf einmal konzentriert sich alles auf Dich als Ansprechpartner. Das kann für ganz schön viel Stress sorgen.

Gönne Dir deshalb unbedingt so viel Rückzug, wie Du brauchst, um wieder aufzutanken.

Du brauchst selber nicht viel Rückzugsmöglichkeiten, hast aber Deinen Partner in der Beschreibung erkannt?

  • Du kannst ihm jetzt helfen, indem Du ihm Zeit und Raum zum Nachdenken gibst. Auch wenn er gerade vielleicht der einzige ist, mit dem Du Dich direkt unterhalten kannst, lass ihm seine „Alleine-Zeiten“. Und gib ihm klare Anweisungen zu allem, was Du von ihm erwartest. Lass ihn nicht raten, was er tun soll. Struktur ist im Moment wichtig für ihn.

Nicht vor Aktionismus das Menschliche vergessen

Eine letzte Gruppe Menschen möchte ich Dir noch vorstellen. Die „Macher“ unter uns. Sie lieben von Haus aus Action und Aufregung, finden es reizvoll, Herausforderungen anzunehmen und Risiken einzugehen. Krisensituationen spielen ihnen also direkt in die Hand.

Erkennst Du Dich wieder? Spürst Du eventuell gerade sogar ein gewisses Prickeln und wartest geradezu darauf, zur Hochform auflaufen zu können? Denn das können Macher! Unter Extrembedingungen Möglichkeiten und Chancen erkennen und dann schnell und entschieden handeln.

Manchmal verlieren „Macher“ dabei aber das Augenmaß für die menschlichen „Komponenten“ einer Krise. Vergessen, wie sich diese und die damit verbundene Unsicherheit auf andere Menschen auswirkt.

Versuche, Dich immer wieder daran zu erinnern, dass es um Menschen geht. Menschen, die sich mit dem Virus infizieren, die krank werden und im schlimmsten Fall sterben. Und nicht nur um eine spannende Aufgabe, die es zu meistern gilt.

Selber bist Du definitiv keine Macherin? Erkennst aber in Deinem Partner diese Qualitäten?

  • Dann kannst Du ihn jetzt ermutigen, Gelegenheiten zu sehen und zu ergreifen. Ihn unterstützen, situationsangemessen zu handeln, und trotz allem die menschliche Seite der Krise nicht aus den Augen zu verlieren.

Weitere Unterstützung

Tja, und schon sind wir am Ende des Ausflugs durch die verschiedenen Verhaltensweisen in Krisenzeiten angelangt. Und wie eingangs schon geschrieben habe, bin ich sicher, dass Du Dich und Deinen Partner in der ein oder anderen Beschreibung wiedererkannt hast.

Ich hoffe, ich konnte Dir zumindest eine erste Idee davon geben, was Ihr tun könnt, um stressfreier durch die Corona-Krise zu kommen.

Um noch mehr über Deine Persönlichkeit zu erfahren und vertiefter zu lernen, wie Ihr gut miteinander umgehen könnt, kannst Du jetzt eine Online-Kurzberatung inkl. Persönlichkeitsprofil bei mir buchen. Ein Klick genügt!

Ich wünsche Dir alles Gute für die kommende Zeit.

Bleib gesund!


Deine Barbara

Warum Trennung keine Lösung ist. Stilles Erdulden aber auch nicht!

Warum Trennung keine Lösung ist. Stilles Erdulden aber auch nicht!

Game over? Wirklich?

Du bist schon länger in einer Beziehung und "eigentlich" ja auch glücklich mit Deinem Partner.

Wenn da nicht diese blöden Missverständnisse wären, die sich in letzter Zeit gehäuft haben. Der Streit um Kleinigkeiten, der immer mehr zugenommen hat. Der Frust über nicht eingehaltene Vereinbarungen. Das Gefühl, dass Deine Bedürfnisse zu kurz kommen...

Irgendwie ist der Wurm drin, in Deiner Beziehung. Und Du verstehst gar nicht, wie er sich da so ausbreiten konnte. Vielleicht hast Du auch Angst, dass Ihr Euch komplett auseinanderlebt, wenn das so weiter geht.

Okay, den Scheidungsrichter siehst Du noch nicht vor Deinem inneren Auge (oder doch?). Aber Du möchtest dringend, dass sich am derzeitigen Zustand etwas ändert. Denn eine harmonische Beziehung hattest Du Dir irgendwie anders vorgestellt.

Zwischen Trennung und stillem Erdulden muss es doch noch was anderes geben!

Wenn Du in Deinem Freundeskreis davon erzählst, scheint sich die Welt jetzt irgendwie in zwei Lager zu spalten. Auf der einen Seite stehen die, die Dir sagen "Das ist in Beziehungen halt so. Damit musst Du klarkommen. Dein Partner wird sich nie ändern. Gewöhn' Dich dran."

Und auf der anderen Seite findest Du die, die Dir versichern, dass er dann halt einfach nicht der Richtige ist. Dass Du was Besseres verdient hast. Und dass Du selber schuld bist, wenn Du das erduldest und Dich nicht trennst. Denn irgendwo da draußen gäbe es den einen, der perfekt zu Dir passt. Mit dem auf einmal alles ganz einfach ist, der Dich blind versteht.

Und Du? Du denkst Dir die ganze Zeit, dass es da doch noch was dazwischen geben muss. Dass weder das eine, noch das andere die Lösung für Dein Problem ist.

Aber Du weißt einfach nicht, was Du tun sollst. Du spürst, dass es einen Weg gibt! Du willst Dich nicht trennen. Dafür ist Dir Dein Partner viel zu wichtig. Du willst aber auch nicht still leidend alles erdulden, was in Eurer Beziehung schiefläuft.

Nur wie das gehen kann, dazu hast Du keine Idee. Dafür fehlen Dir auch irgendwie positive Vorbilder.

Echte Vorbilder fehlen...

Die wenigsten von uns haben zuhause gelernt, wie Kommunikation eigentlich „richtig“ geht. Unsere Eltern waren meist selber hilflos, was das angeht. Sie haben versucht, sich da halt irgendwie „durchzuwurschteln“. So gut es ging klarzukommen mit dem Partner. Viele unserer Eltern sind auch noch in einem ganz anderen Bewusstsein aufgewachsen. Eine Trennung kam nicht in Frage. Man hat sich „arrangiert“, vieles hingenommen und als unabänderlich angesehen. Es gab klar definierte Rollenbilder, denen man automatisch gefolgt ist, die nicht hinterfragt wurden. Das machte zum einen vieles leichter (weil man nicht für sich selber herausfinden musste, was man eigentlich will), zum anderen förderte es aber eben auch diese „Duldungsmentalität“, die heute noch in vielen Köpfen verankert ist.

Und wenn ich das jetzt so schreibe, dann meine ich das nicht als Angriff oder Vorwurf gegen unsere Eltern. Sie haben ihr Bestes getan! Nur für uns passt das jetzt irgendwie nicht mehr.

Selbstbestimmtheit prägt das heutige Leben. Frauen und Männer leben gleichberechtigt zusammen. (Naja, zumindest in vielen Bereichen…) Frauen sind finanziell nicht mehr abhängig von ihren Partnern. Sie bestimmen selbst über ihr Leben.

Und überhaupt haben sich Partnerschaften in den letzten Jahrzehnten massiv gewandelt. Das klassische Mann-Frau-Schema hat ausgedient! Beziehungen zeigen sich jetzt in vielen verschiedenen Formen. Frau-Frau, Mann-Mann, Frau-Mann…

Aber es gibt noch viel zu wenig Paare, an denen Du Dich orientieren könntest. Du bist also noch ein bisschen darauf angewiesen, Deinem Gefühl zu vertrauen und Dich auf die Suche zu machen nach funktionierenden Lösungen.

Kommunikation als Schulfach - Fehlanzeige!

Auch in der Schule war es vermutlich nie Thema, wie man über seine Wünsche und Bedürfnisse spricht. Wie man Grenzen aufzeigt und gut für sich selber sorgt. Kommunikation als Schulfach gibt es noch nicht - zumindest war das in meiner Schulzeit so.

In der Schule hast Du vielleicht gelernt, wie Du Sachthemen aufbereitest und in einem Vortrag präsentierst. Eventuell gab es auch noch einige rhetorische Tipps dazu. Aber Du möchtest Deinem Partner doch keinen Vortrag halten. Du möchtest mit ihm in einen Dialog treten! Du möchtest Dich ihm „verstehbar“ machen.

Und Liebesfilme?

Liebesfilme sind toll! Ich genieße es auch, für einige Zeit in Romantik und heile Beziehungswelten einzutauchen. Diese Bilder erzeugen ein Ziehen in meiner Brust, wecken in mir eine tiefe Sehnsucht nach dem „Märchenprinzen, der auf dem Pferd geritten kommt, um mich zu ehelichen“. Die Hoffnung auf den einen, der da draußen auf mich wartet und mit dem alles gut wird. Der eine, der für mich gedacht ist. Der mich blind versteht und mir alle Wünsche von den Augen abliest.

Solche „Heile-Welt-Szenaren“ führen zu sehr hohen Erwartungen an den Partner. Dieser „Eine“ muss alles für uns sein. Er muss alles können, in allen Bereichen mit uns „kompatibel sein“, seelisch, geistig, körperlich. Und das alles, ohne dass ich mit ihm darüber reden muss, was in mir vorgeht. Weil er es ja schon automatisch weiß.

Es tut mir sehr leid, Dich jetzt wieder aus dieser „Traumwelt“ herausholen zu müssen! Ich glaube nicht an diesen „Einen“. Woran ich statt dessen glaube, das erzähle ich Dir gleich.

Diejenigen, die es tun, raten Dir vermutlich zur Trennung, wenn es in Deiner Beziehung nicht (mehr) so gut läuft. Mit der Begründung, dass es dann wohl nicht der Richtige war. Und dass Du Dich ja nicht unterbuttern lassen dürftest in Deiner Partnerschaft. Wenn Dein Partner Deinen Wert nicht erkennen und entsprechend handeln würde, dann hätte er Dich eben nicht verdient.

Trennung ist keine Lösung!

Vielleicht bist Du diesem Rat ja auch schon einmal gefolgt. Denn schließlich bist Du ja selbstbewusst und stark. Und Deine Freunde haben schon recht: Niemand darf so mit Dir umspringen, wie es Dein Partner in letzter Zeit immer öfter getan hat. Also bist Du gegangen. In eine neue Beziehung.

Um dann nach einiger Zeit wieder enttäuscht festzustellen, dass Du Dich offensichtlich erneut geirrt hast. Dass sich nach der anfänglichen Verliebtheit wieder Missverständnisse eingeschlichen haben. Dass Deine Bedürfnisse wieder nicht beachtet wurden. Dass wieder alles stressig, nervig und einfach nur „doof“ war.

Also hast Du Dich wieder getrennt. Oder zumindest darüber nachgedacht. So wie jetzt… Aber diesmal hält Dich etwas zurück. Diesmal willst Du es anders machen. Denn bisher hat es ja irgendwie nichts gebracht mit den Trennungen.

Aber das stumme Erdulden findest Du halt auch nicht prickelnd! Das kann ich gut verstehen. Und das musst Du auch gar nicht!

Du bist der Schlüssel!

Überleg‘ mal kurz, welche Konstante es in all Deinen Beziehungen gegeben hat. Was immer identisch war. Genau. Du! Denn Dich selber nimmst Du immer mit. Und damit bist auch Du der Schlüssel zu Lösung!

Ich finde, das ist eine super Botschaft! Denn damit bist Du nicht Opfer der Umstände, sondern kannst aktiv gestalten und Einfluss nehmen!

Oben habe ich geschrieben, ich erzähle Dir gleich, woran ich glaube. Ich glaube an Dich! Und an deine Fähigkeit zu lernen.

Denn Kommunikation in der Partnerschaft kann man lernen. Genau wie Du als Kind Fahrradfahren gelernt hast. Und das ist das „Dazwischen“. Nein, nicht das Fahrradfahren. 😉 Das Erlernen von Kommunikation! Und damit bist Du nicht mehr gefangen in dem Dilemma zwischen zwei für Dich unattraktiven Alternativen. Zwischen dem stillen, klaglosen Ertragen von Dingen, die Du so nicht möchtest, und einer Trennung.

Damit bist Du auf dem besten Weg zu einer glücklichen und erfüllenden Partnerschaft!

Ich begleite Dich gerne!

Deine Barbara

PS: Hier findest Du den direkten Draht zu mir!

Was Du von Sturm „Sabine“ für die Kommunikation in Deiner Beziehung lernen kannst…

Was Du von Sturm "Sabine" für die Kommunikation in Deiner Beziehung lernen kannst...

Neulich standen in ganz Deutschland die Zeichen auf Sturm. „Sabine“ hatte sich angekündigt. Es war Montagmorgen 06:45 Uhr und auch ich beobachtete den Wind, der so langsam zunahm. Hörte, wie die Böen immer stärker durch die Siedlung fegten. Konnte fast die ächzenden Bewegungen der großen Birken spüren, die am Ende unserer Straße stehen.

Große Sorgen machte ich mir eigentlich nicht. Unser Haus ist stabil gebaut. Und am Vortag hatte ich bereits im Garten und auf der Terrasse alles weggeräumt, was Schaden nehmen könnte. Hatte Blumenkübel gegen das Umfallen gesichert, alles Mögliche festgebunden.

Kurz: Ich hatte mich vorbeugend gekümmert, damit ich am Tag nach dem Sturm (hoffentlich) nicht entsetzt vor größeren Schäden stehe. Schließlich hatten die Medien frühzeitig und eindringlich vor „Sabine“ gewarnt. Da wollte ich lieber kein Risiko eingehen.

Warum gibt es eigentlich keine Sturmwarnungs-App für Beziehungen?

Und plötzlich durchzuckte mich ein Gedanke:

  • Warum treffen wir solche Vorsorgemaßnahmen nicht auch in unserer Partnerschaft?
  • Weshalb laufen wir dort sehenden Auges mitten in den Orkan und wundern uns dann, warum wir so durchgeschüttelt werden?
  • Wieso akzeptieren wir ohne mit der Wimper zu zucken, dass wir zum Teil völlig gerupft und verletzt aus einem Streit mit unserem Partner herausgehen?

Vor Beziehungs-Stürmen warnt einen meist niemand. Es kommen keine Hinweise in den Medien, keine App schlägt Alarm. Es gibt keine allseits präsenten Tipps, wie man vorbeugen kann.

Irgendwie wird hier stillschweigend davon ausgegangen, dass schon jeder weiß, was zu tun ist, wenn ein Unwetter im Anmarsch ist.

Und genau das ist meiner Erfahrung nach aber nicht der Fall. Die meisten haben keinen Notfallplan. Sie erleben heftige Böen in ihrer Partnerschaft völlig unvorbereitet. Und stehen dann oft verzweifelt vor den Verwüstungen.

Und wenn es so einen Warndienst doch schon gäbe?

Aber was wäre, wenn Du die Möglichkeit hättest, einen Sturmwarndienst für Deine Beziehung zu etablieren? Wenn es Signale gäbe, die rechtzeitig sichtbar würden, um Dich zu alarmieren? Wenn Du eine Liste mit hilfreichen Verhaltenstipps bekommen könntest?

Würdest Du dann weiterhin unvorbereitet und ungeschützt den Hurrikan ertragen wollen? Oder würdest Du alles darüber erfahren wollen, wie Du Deine Beziehung sturmsicher machen kannst?

Du ahnst es sicher schon... Wenn ich solch provokative Fragen stelle, dann lasse ich Dich nicht im Regen stehen. Dann habe ich etwas in petto.

Du hast Glück! Dieser Warndienst existiert! Du musst nur lernen, ihn zu nutzen.

Denn genau diese Möglichkeit gibt es! Auch die Warnsignale existieren! Du brauchst nur noch zu lernen, sie zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren! Und im Vorfeld ein paar generelle Schutzmaßnahmen ergreifen.

So wie Meteorologen durch Beobachtung bestimmter Wetterparameter eine Sturmwarnung herausgeben können, kannst Du lernen, anhand bestimmter Signale zu erkennen, dass sich in Deiner Beziehung ein Unwetter zusammenbraut.

Von Sekunde zu Sekunde liefert Dein Partner Dir die wichtigen Parameter für Deine Prognose. Du spürst sozusagen zunächst ein laues Lüftchen, das vorher noch nicht da war. Dann kannst Du sehen, wie der Wind zunimmt und in Sturm übergeht. Und Du kannst jederzeit eingreifen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Beziehungs-Sturmwarnsystem - Level 0: Präventive Maßnahmen

Auf Level 0 triffst Du verschiedene Maßnahmen, um Deine Beziehung grundsätzlich besser gegen Stürme zu wappnen. Du sorgst sozusagen dafür, dass Euer Beziehungs-Haus nicht nur ein windiger Bretterverschlag ist, der beim kleinsten Lüftchen einstürzt, sondern ein richtig stabiles Gebäude.

Das kannst Du zum Beispiel tun, indem Du Dich darum kümmerst, dass Ihr in Eurer Partnerschaft eine positive Streitkultur etabliert. Schau‘ dazu gerne mal in meinen Artikel „Streit – der Feind in Deinem Bett?“.

Oder dadurch, dass Du Dich mit der Verwendung von Ich-Botschaften auseinandersetzt. Lernst, wie aktives Zuhören funktioniert, und, und, und.

Auch hierzu findest Du in verschiedenen Blogbeiträgen von mir hilfreiche Tipps. Stöber' doch einmal mal quer durch meine Artikel.

Damit habt Ihr dann eine solide Basis geschaffen, auf der Euer Beziehungs-Sturmwarnsystem aufbauen kann.

Beziehungs-Sturmwarnsystem - Level 1: Warnlämpchen erkennen und reagieren

Es ist inzwischen gut erforscht und in verschiedenen Modellen abgebildet, dass wir (unbewusst) unser Denken und Verhalten ändern, wenn eine Situation oder ein Gespräch anfängt, für uns stressig zu werden. Zu Beginn zeigt sich das noch ganz subtil. Da merken wir meist selber noch gar nicht, dass unser Stresslevel steigt. Aber nach außen wird es schon gut sichtbar, wenn man genau hinschaut.

Das kann zum Beispiel ein bestimmter Gesichtsausdruck sein. Oder eine typische Handbewegung. Manchmal zeigen sich auch kleine Änderungen im Sprachgebrauch. Wie genau die Warnlämpchen aussehen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Es gibt allerdings eine Reihe von Signalen, bei denen man genau vorhersagen kann, was passiert, wenn sie nicht beachtet werden.

Das ist ähnlich wie bei Deinem Auto. Da gibt es zum Beispiel ein Warnlämpchen, das angeht, wenn der Ölstand unter einen bestimmten Wert sinkt. Und ein anderes, das signalisiert, dass der Luftdruck im Reifen zu niedrig ist. Ein weiteres, das Dich warnt, wenn mit dem Kat etwas nicht in Ordnung ist. Und, und, und.

Wenn ein solches Lämpchen leuchtet und Du nicht darauf reagierst, wirst Du (bzw. Dein Auto) bald die entsprechenden Konsequenzen zu spüren bekommen. Wenn Du nicht rechtzeitig Öl nachfüllst, kommt es im schlimmsten Fall zu einem kapitalen Motorschaden. Wenn Du nicht dafür sorgst, dass der Luftdruck wieder passt, bleibst Du in naher Zukunft mit einer Reifenpanne liegen.

Solange Du aber aufmerksam bist, die Lämpchen im Cockpit beachtest und geeignete Maßnahmen ergreifst, kannst Du drohende Gefahren ganz leicht abwenden. Du musst nur lernen, welches Lämpchen für welches Problem steht und was konkret dagegen zu tun ist.

In Deinem Beziehungs-Sturmwarnsystem funktioniert das genauso. Aufmerksames Beobachten von Wortwahl, Tonfall, Gestik, Mimik und Körperhaltung und dann entsprechendes Reagieren sind Deine Optionen auf Level 1. Du kannst dadurch oft verhindern, dass sich ein laues Lüftchen zu einem ausgewachsenen Sturm entwickelt.

Welche spezifischen Warnlämpchen es gibt, was sie bedeuten und wie Du darauf richtig reagierst, das kannst Du bei mir lernen.

Beziehungs-Sturmwarnsystem - Level 2: Negatives Verhalten richtig deuten

Was aber, wenn Du einmal unaufmerksam warst und die ersten Vorboten des sich zusammenbrauenden Beziehungsgewitters übersehen hast? Dann gibt es immer noch Level 2 Deines Warnsystems!

Hier bekommst Du Hilfe von einem weiteren Phänomen, das sich erst einmal widersinnig anhört, aber in der Psychologie gut bekannt ist: Negative Zuwendung bzw. Aufmerksamkeit ist besser als gar keine!

Das führt unter anderem zu einem etwas seltsamen (unbewussten) Verhalten bei uns Menschen. Wenn wir nämlich ein bestimmtes psychisches Bedürfnis nicht auf positive Art und Weise erfüllt bekommen, versuchen wir, diese Erfüllung im Negativen zu erreichen. Und das zeigt sich dann in nicht ganz so schönen Verhaltensweisen. Bei jedem von uns.

Hört sich unlogisch an? Ist aber wirklich so. Und genau das kannst Du Dir in Deinem Beziehungs-Sturmwarnsystem zunutze machen!

Wenn Du bei Deinem Partner ganz bestimmte (negative) Verhaltensweisen beobachtest, kannst Du aus diesen zuverlässig Rückschlüsse darauf ziehen, welches Bedürfnis bei ihm gerade nicht erfüllt ist. (Dasselbe gilt für Dich natürlich auch.)

Und damit hast Du ein mächtiges Werkzeug an der Hand!
Denn indem für positive Bedürfnisbefriedigung gesorgt wird, gelingt es sehr oft, das unerwünschte negative Verhalten zu stoppen. (Den Orkan sozusagen auszubremsen.)

Ich habe diesen Satz bewusst so formuliert. Es geht nämlich nicht (oder zumindest nicht ausschließlich) darum, dass Du für die Bedürfnisbefriedigung Deines Partners zuständig bist. In manchen Bereichen kannst Du sicher dazu beitragen, ja. Vor allem durch die Art und Weise, wie Du mit ihm kommunizierst.

Aber es geht mehr darum, dass diese Bedürfnisse überhaupt erst einmal erkannt werden. Und darum, dass eine Möglichkeit gefunden wird, wie jeder für sich dafür sorgen kann, dass sie erfüllt werden.

Welche spezifischen Verhaltensweisen auf welches Bedürfnis hindeuten, und welche Möglichkeiten zur Bedürfnisbefriedigung es gibt, das kannst Du wiederum bei mir lernen.

Fazit

Dass in Deiner Beziehung immer mal wieder ein Sturmtief aufzieht, kannst Du nicht verhindern. Dazu sind die Herausforderungen im Leben zu vielfältig.

Aber Du hast es in der Hand, wie Du damit umgehst!
Du kannst lernen, Kommunikation konstruktiv zu gestalten. Auch - oder gerade dann - wenn es in Deiner Beziehung stürmisch wird.

Ein Streit muss keine destruktive Wirkung entfalten. Es gibt so viel, was Du tun kannst, um Deine Beziehung sturmfest zu machen!

Ich zeige Dir gerne, wie Du das hinkriegst. Sprich mich einfach an.

Herzlichst,
Deine Barbara

PS: Hier findest Du den direkten Draht zu mir.

PPS: Im Mai findet wieder mein 2-Tages-Seminar für Paare statt. Vielleicht wäre das ja ein guter Einstieg für Dich?


Anleitung zum Glücklichsein – Oder: Wie Du den Hammer-Partner bekommst, den Du Dir schon immer gewünscht hast!

Anleitung zum Glücklichsein
Oder: Wie Du den Hammer-Partner bekommst, den Du Dir schon immer gewünscht hast!

Die Geschichte mit dem Hammer

Bestimmt kennst Du die Geschichte von dem Mann, der sich bei seinem Nachbarn einen Hammer ausleihen möchte. Er verrennt sich dann aber so in seine eigenen Negativ-Annahmen über den Nachbarn, dass er diesem zum Schluss wutentbrannt entgegenbrüllt „Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel!“.

(Falls Du die Geschichte noch nicht kennst, findest Du sie im Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ von Paul Watzlawick.)

Was hat das nun aber mit Dir und Deiner Beziehung zu tun? Und warum verspreche ich Dir, dass Du den Hammer-Partner bekommst, den Du Dir schon immer gewünscht hast?

Nun, das ist ganz einfach! Lass mich dazu nur ein bisschen ausholen…

Negative Gedankenkonstrukte

So wie der Mann in der Geschichte sich immer mehr negative Dinge über seinen Nachbarn „ausdenkt“, so kreieren auch wir oft negative Geschichten über unseren Partner.

Dieser sagt oder tut etwas, das wir nicht ganz verstehen oder das uns nicht gefällt, verletzt, verärgert (die Liste kannst Du nach eigenem Belieben fortsetzen…). Und anstatt nachzufragen, wie er das gemeint hat oder warum er sich so verhalten hat, tauchen wir in negative Gedankenspiralen ab.

  • Bestimmt liebt er mich nicht mehr. Sonst würde er doch daran denken…
  • Das macht er absichtlich, um mich zu ärgern.
  • So ein egoistischer, rücksichtsloser Kerl! Denkt immer nur an seine eigenen Interessen.
  • Sicher hat er eine andere. Sonst wäre er doch nicht immer so müde und wortkarg.

Wenn Dir das irgendwie bekannt vorkommt, dann weißt Du ja bestimmt, wie sehr Dich solche Gedanken runterziehen.

Watzlawick schreibt in seinem Buch „Wenige Maßnahmen eignen sich besser zur Erzeugung von Unglücklichsein, als die Konfrontierung des ahnungslosen Partners mit dem letzten Glied einer langen Kette von Phantasien, in denen er eine entscheidende negative Rolle spielt.“

Merkst Du, wie die Katastrophe auf diese Weise ihrem vorprogrammierten Höhepunkt zusteuert? Ein negativer Gedanke führt zum nächsten, Deine Vorstellungskraft schlägt immer größere Kapriolen und schließlich schmeißt Du Deinem Partner Deinen ganzen (zusammenfantasierten) Frust vor die Füße.

Nicht gut. Gar nicht gut.

Jaaaaa. Das hast Du ja verstanden. Aber wie Du dem entgegenwirken kannst, willst Du nun endlich wissen?

Sorry, dass ich mich wiederhole. Das ist ganz einfach! (Ja, im Prinzip ist es wirklich ganz einfach. Du musst nur immer wieder daran denken und es dann auch tun!)

Im Zweifel für den Angeklagten!

Denn eigentlich geht es nur darum, ein bestimmtes Motto zu verinnerlichen und konsequent danach zu handeln. Das Motto lautet: „Im Zweifel für den Angeklagten!“.

Immer, wenn Du etwas nicht verstehst, was Dein Partner sagt oder tut, frag‘ ihn!

Es gibt so viele Möglichkeiten, Aussagen oder Verhalten zu interpretieren. (In meinem Blogbeitrag „Was ein Quadrat mit Kommunikation zu tun hat…“ findest Du zum Beispiel einen Überblick, warum es so oft zu Missverständnissen kommt.) Warum willst Du Dir ausgerechnet die schlechteste davon rauspicken? Um dann gepflegt zu leiden?

Mach’s doch einfach genau andersrum. Gewöhn‘ Dir an, Deinem Partner einen Vertrauensvorschuss zu geben. Geh‘ grundsätzlich davon aus, dass er Dich nicht verletzen möchte. Dass er Dir nicht absichtlich schaden will. Dass Ihr in manchen Punkten einfach nur zu verschieden seid, um Euch automatisch richtig zu verstehen.

Jeder auf seine Art

Alle Menschen „ticken“ unterschiedlich. Jeder hat eine ganz eigene Art, die Dinge zu sehen. Jeder hat besondere Bedürfnisse. Jeder kommuniziert anders.

Jetzt kommt es darauf an, dass Ihr diese Unterschiede erkennt und lernt, gut damit umzugehen. Je mehr Ihr mit Euren Wünschen und Bedürfnissen für den anderen spürbar werdet, umso besser kann dieser darauf Rücksicht nehmen.

Eine Möglichkeit, die Unterschiede (oder auch Gemeinsamkeiten) zwischen Euch beiden schnell und sehr einprägsam aufzuzeigen, ist zum Beispiel das Erstellen Eurer individuellen Persönlichkeitsprofile. Damit habt Ihr eine super Grundlage für einen regen Austausch.

Und wenn Ihr den dann noch in Form von regelmäßigen Zwiegesprächen haltet, dann seid Ihr auf dem besten Weg zu einer Traumbeziehung.

So bekommst Du nach und nach den (hammermäßigen) Partner, den Du Dir schon immer gewünscht hast. Jemand, der Dich in Deiner Individualität achtet und respektiert. Der versteht, was Dir wichtig ist. Jemand, der gemeinsam mit Dir immer wieder Euer ganz eigenes Gleichgewicht aus Nähe und Distanz ausbalanciert. Der mit Dir eine Beziehung gestaltet, in der Ihr Euch beide weiterentwickeln könnt, ohne Euch zu entfremden.

Das glaubst Du nicht? Für Dich hört sich das nach unrealistischer Traummalerei an? Dann lass es doch auf einen Versuch ankommen! Schaden kann es nämlich definitiv nicht. 😉

Ich freue mich darauf, von Deinen Erfahrungen zu hören! Schreib' gerne einen Kommentar.

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

Barbara

PS: Du weißt ja - wenn Du persönliche Unterstützung von mir möchtest, bin ich nur eine Nachricht von Dir entfernt!

PPS: Das Buch von Paul Watzlawick kannst Du direkt über den Link unten bestellen. Es handelt sich um einen Affiliate-Link. Das Buch wird dadurch für Dich nicht teurer, aber ich bekomme einen kleinen Betrag ausgezahlt. Damit ich auch weiterhin Blogbeiträge für Dich schreiben kann... 

Streit – der Feind in Deinem Bett? Wie Du Streit zu Deinem Verbündeten machst, um Deinem Partner wieder näher zu kommen.

Streit – der Feind in Deinem Bett?
Wie Du Streit zu Deinem Verbündeten machst, um Deinem Partner wieder näher zu kommen.

Wie? Jetzt auf einmal sollst Du Dich mit dem „Feind“ verbünden?
Wo ich doch sonst immer davon spreche, dass es wichtig ist, dem Streit den Garaus zu machen? Und wo selbst in meinem Slogan „Weniger Streit. Mehr Akzeptanz. Echtes Verständnis.“ weniger Streit gleich am Anfang steht?

Ja, das wirkt auf den ersten Blick vielleicht so, als würde ich Auseinandersetzungen mit dem Partner generell verteufeln. Aber genau so ist das eben nicht!

Unproduktiver Streit: Der Feind in Deinem Bett!

Was ich in einer Beziehung für schädlich halte, sind unproduktive Streits, die nur aus gegenseitigen Vorwürfen bestehen. Streits, die schnell eskalieren und meist nur dazu führen, dass die Fronten hinterher noch mehr verhärtet sind. Streits, die sich durch Rumbrüllen, Türenknallen oder sogar geworfene Gegenstände auszeichnen. Oder die sich durch Eiseskälte, Rückzug und tagelanges Schweigen ausdrücken. Und die vermutlich auch Auswirkungen auf Euer Liebesleben haben…

Merkst Du, wie sich Dein Magen sofort zusammenkrampft, wenn Du nur daran denkst, wieder mit Deinem Partner zu streiten? Spürst Du, wie es Dir Deine Kehle zuschnürt oder Deine Brust eng wird? Jeder reagiert anders auf solche Belastungen. Ich habe mich immer furchtbar hilflos gefühlt, wenn ich meine Interessen nicht angemessen vertreten konnte. Was mich dann in einem zweiten Schritt sehr wütend gemacht hat. Einfach, weil ich nicht wusste, was ich tun kann, um Gehör zu finden.

Glaub‘ mir, was unproduktive Streits angeht, war ich früher die Königin! Da war meine Trickkiste sehr umfangreich ausgestattet. Nur geholfen hat mir das alles nichts. Gebracht hat es außer Frust und Stress Null Komma Null. Nichts. Nada.

Also habe ich mich auf die Suche nach Alternativen gemacht. Es musste da doch etwas geben, was die Kommunikation mit meinem Partner auch in schwierigen Situationen möglich macht, ohne sich gegenseitig regelrecht zu zerfleischen.

Konstruktive Auseinandersetzungen: Deine Verbündeten in der Partnerschaft!

Und was soll ich sagen? Ich bin tatsächlich fündig geworden! Konstruktiver Streit ist die Zauberformel, die mir seither das Leben leichter macht.

Konstruktive Auseinandersetzungen halte ich im Gegensatz zu unproduktiven Streits für sehr wichtig und förderlich für eine Partnerschaft.

Leider haben die wenigsten von uns gelernt, wie das denn geht mit den konstruktiven Streits. Viele unserer Eltern wussten (oder wissen nach wie vor) selber nicht, wie man richtig für seine Bedürfnisse einsteht, wie man seine Meinung zu einem Thema auf positive Art und Weise vertritt. Wie man Missverständnisse aus dem Weg räumt oder ein Klima schafft, in dem beide Partner sich trauen können, Probleme anzusprechen. Wie sollten sie es dann Dir beibringen? Wenn sie doch selber hilflos im Umgang damit sind?

Und in der Schule? Da lernt man „so etwas“ normalerweise auch nicht. Gute Kommunikation oder Streitkultur sind dort selten Thema. Mit viel Glück hast Du vielleicht im Rahmen Deiner Berufsausbildung oder später im Job etwas davon mitbekommen. Wenn das Unternehmen Wert auf solche Soft-Skills gelegt hat. Und das tun meist nur größere Unternehmen.

Du brauchst Dir also wirklich keine Vorwürfe machen, wenn Du bisher relativ „unbeleckt“ zum Thema Kommunikation und Streitkultur warst. Dafür hast Du ja jetzt mich! 😉

Woran kannst Du nun also erkennen, dass es sich bei Euren Streits um unproduktive Auseinandersetzungen handelt? Ich bin mir sicher, dass Du das vom Gefühl her auch jetzt schon ziemlich eindeutig und richtig einsortieren kannst. Nur bleibt es dadurch trotzdem immer noch ein bisschen diffus, wie im Nebel, nicht richtig greifbar. Stimmt‘s?

Deshalb gebe ich Deinem Verstand nun auch noch ein paar ganz konkrete Stichpunkte dazu. Schau‘ doch einfach mal, was davon sich in Euren Streits wiederfindet. Nur Mut! Mein Text hier beißt nicht! Und Du musst ja auch (erstmal) niemand davon erzählen, in wie vielen oder welchen Punkten Du Dich bzw. Euch wiedererkannt hast.

Merkmale unproduktiver Streits

Du erinnerst Dich an meine „Trickkiste“, die ich oben erwähnt hatte? Hier habe ich Dir mal einiges aus meinem damaligen Arsenal aufgelistet und in 3 Hauptkategorien zusammengefasst:

Ihr ergeht Euch in gegenseitigen Vorwürfen:

  • Du-Botschaften
    (Du hast das und das falsch gemacht!)
  • Verallgemeinerungen
    (Immer machst Du…/Nie tust Du…)
  • Übertreibungen
    (Hundertmal habe ich Dir schon gesagt…)
  • Schuldzuweisungen
    (Du bist Schuld daran, dass…)
  • Etikettierungen
    (Das ist typisch für Dich!)
  • (Negative) Interpretationen
    (Das machst Du doch absichtlich…)
  • Scheinvorschläge
    (Du könntest ruhig mal…)
  • Rhetorische Fragen
    (Findest Du das etwa gut?)
  • Drohungen
    (Wenn Du nicht das und das tust, dann…)
  • Sarkasmus/Ironie
    (Prima gemacht!)
  • Verletzende Andeutungen
    (So wie neulich, als Du Dich so blöd angestellt hast…)
  • Abwertungen/Beleidigungen
    (Du kriegst halt mal wieder nichts auf die Reihe, Du Loser!)
  • Zitieren von Verbündeten und Zeugen
    (Auch X und Y sehen das genau wie ich…)

Ihr benutzt eine Art der Kommunikation, die der andere als besonders verletzend oder bestrafend erlebt:

  • Verschanzen hinter „man“- oder „es“-Aussagen.
    (Sprich ja nie in der Ich-Form von Dir und Deinen Gefühlen!)
  • Den anderen nicht an sich ran lassen, eigene Gefühle oder Gedanken verschleiern
    (Wie’s in mir aussieht, das geht Dich gar nichts an….).
  • Wünsche oder Bedürfnisse nicht direkt ansprechen, sondern auf die hellseherischen Fähigkeiten des anderen hoffen.
    (Und dann auf ihn „einprügeln zu können, wenn er diese nicht hat).
  • Blickkontakt vermeiden, „Pokerface“ aufsetzen
    (Ja nicht in die Karten schauen lassen!).
  • Coolness - nicht (emotional) auf das reagieren, was der andere sagt
    (Soll der doch auflaufen…).
  • Signalisieren, dass ich eh schon weiß, was der andere mir sagen will.
    (Das langweilt mich, das interessiert mich nicht…).
  • Unterbrechen
    (Um dem anderen das Heft aus der Hand zu nehmen).
  • Abrupte Themenwechsel
    (Das was Du erzählst, ist nicht wichtig für mich…).

Ihr versöhnt Euch, ohne dass Ihr Euer Konfliktthema geklärt habt. Damit es trotzdem zur Versöhnung kommt, werden folgende „Druckmittel“ benutzt:

  • Ablenken/Themenwechsel
    (Dann vergisst der andere den Streitpunkt vielleicht…)
  • Aussitzen
    (Der andere wird sich schon wieder beruhigen…)
  • Beleidigtsein
    (Kontaktabbruch Emotionales Aushungern des anderen)
  • Dramatisieren
    (Durch das Überzeichnen des Problems soll der andere schneller einlenken.)
  • Bagatellisieren
    (Bedürfnisse oder das Thema werden klein geredet)
  • Nachgeben/Einlenken
    (Verbunden mit der Bedingung, dieses Thema zukünftig nicht mehr anzusprechen…)
  • Rationalisieren
    (Die Gefühle sollen ausgeblendet werden.)
  • Bestechen
    (Ein Angebot machen, aber als Gegenleistung dafür die Einstellung der Debatte fordern.)
  • Sich selber klein machen
    (Um beim anderen ein schlechtes Gewissen zu erzeugen.)

Eigenschaften konstruktiver Auseinandersetzungen

Puh, vielleicht bist Du jetzt gerade erschrocken, hinter wie vielen Punkten Du geistig ein Häkchen machen konntest. Welche Inhalte Deine „Trickkiste“ parat hält.

Keine Panik! Hier kommen jetzt ein paar hilfreiche Tipps, wie Du Konfliktgespräche zukünftig anders gestalten kannst. Beziehungsweise nenne ich Dir ein paar Elemente, die eine konstruktive Auseinandersetzung kennzeichnen.

Auch hier habe ich wieder eine Gruppierung vorgenommen, denn Du kannst in Gesprächen ja 2 Rollen einnehmen. Einmal die des Sprechers und dann die des Zuhörers. Und für beide Rollen gibt es hilfreiche Verhaltensregeln. Außerdem kommt es auch noch auf die Vorbereitung Eures Gesprächs an.

Gesprächsvorbereitung:

  • Passenden Zeitpunkt und Gesprächsdauer wählen
  • Passenden Ort wählen
  • Störungen vermeiden

Sprechen:

  • Ich-Botschaften
  • Sich öffnen/den anderen an sich heran lassen
  • Konkret bleiben (Situationen, Verhaltensweisen, etc.)
  • Beim aktuellen Thema bleiben.

Zuhören:

  • Uneingeschränkte Aufmerksamkeit
  • Non-verbale Rückmeldungen
  • Gehörtes zusammenfassen
  • Offene (Rück-)Fragen stellen
  • Positives Gesprächsverhalten des anderen anerkennen.
  • Eigene Gefühle zum Gehörten zum Ausdruck bringen.

Du siehst, es gibt eine ganze Menge, was Du tun kannst, um Euren Gesprächen eine positive Basis zu geben. Und je mehr Ihr Euch gegenseitig öffnet und mit Euren Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen für den anderen spürbar werdet, umso näher kommt Ihr Euch wieder! Auch im Bett!


Auch die längste Reise beginnt mit einem ersten Schritt…

Und wenn Du jetzt vor diesen Aufzählungen stehst und denkst „Oh mein Gott! Wie soll ich das denn alles hinkriegen? Das ist ja so viel auf einmal, was ich lassen und stattdessen tun soll. Das kriege ich ja nie hin!“, dann sage ich Dir „Tief durchatmen! Ein Schritt nach dem anderen!“

Fühl‘ Dich jetzt bitte nicht unter Druck gesetzt und bring Dich bitte auch nicht mit Deinem Anspruch an Dich selber in Stress.

Du kennst bestimmt die Redewendung „Auch die längste Reise beginnt mit einem ersten Schritt.“ Wir unterschätzen meist, was eine kleine Änderung auf Dauer bewirken kann. Auch im Umgang mit unserem Partner. Deshalb:

Pick‘ Dir einfach einen Punkt raus, auf den Du in der nächsten Zeit besonders achten willst. Sei es, indem Du ihn vermeidest (wenn es ein Punkt aus der Negativ-Liste ist) oder indem Du schaust, dass Du ihn bewusst nutzt (wenn es ein Punkt aus der Positiv-Liste ist). Und wenn Dir das mit diesem einen Punkt gut gelingt, nimmst Du Dir einen weiteren Punkt vor.

Du wirst bestimmt bald die ersten positiven Effekte merken. Und dann macht es richtig Spaß, immer mehr auszuprobieren!

Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg!

PS: Und wenn Du Dich alleine unsicher fühlst, dann melde Dich einfach bei mir. Ich bin nur eine Nachricht von Dir entfernt – und ich unterstütze Dich gerne!

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