Warum versteht er mich einfach nicht?

By Barbara Wanning / Aktualisiert am 16.09.2021
verzweifelte Frau

Warum versteht er mich einfach nicht?
Unter anderem wegen einer entscheidenden Zutat, die den meisten Gesprächen fehlt!

Zwei typische Situationen


Welche Zutat das ist, werde ich Dir gleich verraten. Lass uns doch aber erst einmal zwei typische Gesprächssituationen anschauen.

Die erste kennst Du bestimmt. Du möchtest Deinem Partner gerne etwas erzählen. Der ist jedoch gerade mit etwas anderem beschäftigt, sagen wir einmal, er liest den Newsfeed seiner Tageszeitung am Handy. Also fragst Du vorsichtig „Kann ich Dir kurz was erzählen?“. Er braucht eine Weile, bis er reagiert. Dann sagt er „Ja, klar. Erzähl‘ nur!“, schaut aber weiterhin auf sein Handy.

Entsteht jetzt bei Dir der Eindruck, dass er Dir wirklich zuhört? Wohl eher nicht.

Oder folgende Situation: Ihr befindet Euch miteinander im Gespräch (diesmal ohne störendes Handy), Du beginnst etwas zu schildern. Und noch bevor Du ausgeredet hast, unterbricht er Dich und stellt seine Sicht der Dinge dar.

Wie erlebst Du das? Fühlst Du Dich verstanden? Ich tippe mal schwer auf „Nein“.

Ach, übrigens, bevor Du jetzt freudig mit dem Finger auf Deinen Partner zeigst und rufst „Ja, genau! Der ist schuld! Der muss was ändern!“, bitte ich Dich, einen Moment innezuhalten und ganz ehrlich zu überprüfen, ob Dir nicht auch ab und zu solche „Dinge passieren“. Also ich kann mich jedenfalls nicht völlig davon frei sprechen… 😉

Okay, ich gebe zu, ich habe Dich hier vielleicht ein bisschen in die Falle gelockt. Aber das war mir Deine Aufmerksamkeit wert. Kommst Du trotzdem noch weiter mit mir auf Ursachenforschung? Prima!

Die fehlende Zutat


Gehen wir also nochmal zurück zur Ausgangsfrage: Warum kommt denn nun in den geschilderten Situationen kein gutes Gespräch zustande? Welche Zutat fehlt?

Ich behaupte, es liegt daran, dass uns eine ganz wichtige Fähigkeit verloren gegangen ist. Die Fähigkeit zuzuhören. Die Bereitschaft, sich ganz auf unser Gegenüber einzulassen, in seine Erlebenswelt einzutauchen.

Denn genau darauf kommt es an. Dass Du Deinen eigenen Bezugsrahmen (wie es immer so schön heißt) verlässt und Dich voll und ganz auf die Gefühls- und Gedankenwelt des anderen einlässt.

Und das wiederum erfordert eine klare Entscheidung! Zuhören ist primär eine Frage des Wollens.

Entdecke jetzt Deine Persönlichkeit!

Die Verwechslung von „Hören“ und „Zuhören“


Viele verwechseln leider „Hören“ mit „Zuhören“. Und so kommt es dann zur ersten geschilderten Situation. Nur weil ich ein Geräusch (das Sprechen des anderen) höre, heißt das noch lange nicht, dass ich auch den Inhalt des Gesagten wahrnehme und verstehe.

Dem anderen ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken, ist eine wichtige Grundvoraussetzung für erfolgreiche Gespräche.

Aufmerksamkeitskiller lauern überall


Oft machen es allerdings die äußeren Bedingungen schwer, dem anderen aufmerksam zu folgen.

Stell‘ Dir doch bitte mal vor, Du befindest Dich in einer sehr lauten Umgebung. Zum Beispiel bei einer Sportveranstaltung, wo allein schon die Geräuschkulisse dafür sorgt, dass Du nur jedes 2. Wort Deines Partners hören kannst. Nicht besonders förderlich fürs Verständnis, oder?

Gleiches gilt, wenn Euer Gespräch an einem Ort stattfindet, an dem die Temperatur nicht passt. Entweder weil Du vor lauter Kälte und Zähneklappern Dein eigenes Wort nicht verstehst oder weil Dir vor Hitze der Schweiß aus allen Poren läuft und Deine Gehörgänge verstopft. Na gut, das war jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber von der Tendenz her weißt Du sicher, was ich meine.

Auch wenn Ihr es Euch für das Gespräch nicht richtig bequem machen könnt, wird ein Teil der Aufmerksamkeit ständig abgelenkt. Weg von dem, was Du sagen möchtest, hin zu dem harten Stuhl, der wackeligen Bank oder dem zugigen Stehtisch.

Agieren statt reagieren


Aber auch die innere Einstellung beider Gesprächspartner spielt eine wichtige Rolle.

Kaum hast Du etwas gesagt, schon kontert Dein Partner mit einem „Ja, aber…“ oder „Also ich sehe das so…“. Vielleicht fällt er Dir sogar ins Wort und lässt Dich noch nicht einmal ausreden.

Das liegt oft daran, dass wir alle viel zu sehr mit uns selber beschäftigt sind. Noch während der eine spricht, überlegt der andere, wie er am besten sein Anliegen loswerden kann. Da wird schon fleißig an eigenen Argumenten gefeilt, bevor man überhaupt hingehört hat, was der andere zu sagen hat. Da ist kein empathisches Reagieren, sondern nur ein abwehrendes Agieren. Frei nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung!

Zuhören kann man lernen


Die gute Nachricht für heute: Zuhören kann man lernen.

Wenn Ihr Euch beide einig seid, dass gute Kommunikation in Eurer Beziehung einen Platz haben soll, dann habt Ihr schon den wichtigsten Schritt gemacht!

Und wenn Ihr dann noch die bewusste Entscheidung trefft, dem anderen offen, empathisch und zugewandt zuzuhören, dann seid Ihr schon einen zweiten entscheidenden Schritt weiter. Welche Regeln es für solch ein aktives Zuhören gibt, kannst Du u.a. in meinem Blogbeitrag „Hören vs. Zuhören“ nachlesen.

Und wenn Du meine persönliche Unterstützung haben möchtest: Ich bin nur eine Nachricht von Dir entfernt!

Herzlichst,
Deine Barbara

Hilfe! Unser Streit ist eskaliert!

Streit eskaliert

Hilfe! Unser Streit ist eskaliert!

Was tun, wenn ein Gespräch trotz aller Bemühungen aus dem Ruder läuft?

Neulich habe ich auf meiner Facebook-Fanpage etwas zum Thema „Angriffe vermeiden. Ich-Botschaften verwenden“ gepostet. (Du kannst Infos dazu auch in meinem Blogbeitrag „Ich will, dass Du Dich änderst!“ nachlesen.)

Eine Leserin des Posts schrieb dazu: „Wenn der Mensch gegenüber das nicht macht, sondern mit Vorwürfen und Du-Botschaften wie ein Wortemaschinengewehr auf einen losgeht. Was empfiehlst Du da?“

Eine sehr gute Frage! Was tust Du, wenn Deine eigenen Bemühungen, ein konstruktives Gespräch zu führen, nicht fruchten? Wenn Dein Partner aufbrausend wird? Unfair diskutiert? Dir das Wort im Mund umdreht? Dich angreift? Blockiert?

Ohne Kenntnis der genauen Situation und (Paar-)Dynamik ist das schwer zu beantworten. Eine Patentlösung, die für jedes Paar gilt, gibt es nicht. Eine Empfehlung möchte ich jedoch trotzdem geben: Time-Out!

Wenn eine Situation schon so weit eskaliert ist, macht es meist keinen Sinn, noch weiter zu diskutieren. Abstand, damit sich die Emotionen wieder beruhigen können, hilft dann am besten.

Meine eigenen Anfänge in Sachen Streitkultur


Ich erinnere mich noch gut an die Anfänge meiner jetzt doch schon seit 19 Jahren bestehenden Beziehung. Mein Mann und ich hatten damals noch getrennte Wohnungen. Und zum Teil auch sehr getrennte Ansichten über bestimmte Dinge. 😉

Was öfter dazu geführt hat, dass wir im Streit auseinander gegangen sind. So hatte jeder zwar in seiner eigenen Wohnung den nötigen Abstand, um sich wieder zu beruhigen. Aber dafür wurde es mit jedem Tag auch schwerer, wieder ins Gespräch zu kommen. (Nicht nötig zu erwähnen, dass ich ein ganz schöner Dickkopf sein kann, oder? Aus lauter Trotz halte ich es schon ganz gut ein paar Tage ohne Kontakt aus…)

Damals wussten wir noch nicht allzu viel über Kommunikation. Aber uns war beiden klar, dass wir hier eine Regelung finden müssen, wenn es dauerhaft mit unserer Partnerschaft klappen soll. Mein Mann ist Gott sein Dank sehr gut im Finden pragmatischer Lösungen. Damals sah diese dann so aus, dass wir vereinbart haben, uns grundsätzlich direkt am Tag nach einem Streit beim anderen zu melden. Und damit gar nicht erst Diskussionen aufkamen, wer sich denn nun bei wem rühren muss, haben wir ganz einfach festgelegt, dass ich an geraden Tagen den ersten Schritt mache und er an ungeraden. Problem gelöst.


Regeln und Selbstverpflichtung sind wichtig!


Was ich damit sagen will: Auch dafür, dass ein Time-Out gelingen kann, braucht es bestimmte Regeln. Diese müssen zwischen beiden Partnern fest vereinbart sein. Und es müssen sich dann auch beide daran halten.

Das erfordert  hohes Maß an Selbstreflexion und Verpflichtung der Partnerschaft gegenüber. Beide Partner sollten das Ziel haben, eine positive Streitkultur in ihrer Beziehung zu etablieren.

Bei meinem Mann und mir sieht das inzwischen so aus:


  1. Wir sind uns einig, dass wir uns konstruktiv miteinander auseinandersetzen wollen. Keine Beleidigungen, keine Beschimpfungen, keine ausufernden Streits, usw.
    Wir sind keine Gegner, sondern wir wollen gemeinsam tragfähige Lösungen finden. Das ist sozusagen unser grundsätzlicher Streitkultur-Vertrag, den wir miteinander geschlossen haben.

  2. Wir haben ein Stopp-Signal vereinbart. Wann immer einer von uns der Meinung ist, dass ein Gespräch jetzt eine ungute Wendung nimmt, oder einer merkt, dass er einfach zu erschöpft oder gestresst für eine Fortsetzung der Unterhaltung ist, zeigt er dem anderen das klassische Time-Out-Zeichen mit beiden Händen.

  3. Wir halten uns an das Signal. Jeder akzeptiert die Pause, die der andere einfordert. Ohne Diskussion, ohne Nachtarocken, ohne einen Flunsch zu ziehen.

  4. Wir vereinbaren sofort – bevor wir auseinander gehen – wann wir das Thema, das zum Streit geführt hat, wieder aufgreifen und wir unser Gespräch fortführen. Den Vorschlag dazu macht derjenige, der die Unterbrechung angeregt hat.

  5. Wir haben beide unsere Variante gefunden, möglichst schnell wieder runterzukommen. Mein Mann geht meistens zum Laufen, ich mache mir eine Tasse Tee, schnappe mir eine unserer drei Katzen und ziehe mich zurück.

  6. Wir betreiben beide ehrliche Ursachenforschung. Was ist das eigentliche Problem? Was bedrückt uns wirklich? Nur an den Symptomen herumzudoktern bringt uns nicht weiter. Wenn der andere uns verstehen soll, müssen wir den Sachen auf den Grund gehen.

  7. Wir wissen inzwischen, was uns hilft, das Gespräch entspannt und in angenehmer Atmosphäre fortzusetzen. Meistens verabreden wir uns zu einem Spaziergang durch die Felder hier im Dorf. Das gemeinsame Bewegen tut uns gut. Und dass wir nebeneinander gehen und uns nicht frontal in die Augen starren, erleichtert es uns, schwierige Dinge anzusprechen.

Vielleicht konnte ich Dir damit ja eine Anregung dafür geben, wie Du in Deiner Beziehung eine positive Streitkultur etablieren kannst. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du über Deine Erfahrungen berichtest.

Herzlichst,

Deine Barbara

PS: Gerne unterstütze ich Dich bei der Erarbeitung individueller Streitregeln für Dich und Deine Partnerschaft. Sprich mich einfach an! Über meine Kontakt-Seite hast Du den direkten Draht zu mir.

Schatz, wir müssen reden! Warum dieser Satz sofort den Fluchtreflex auslöst…

Schatz, wir müssen reden!

Ich kenne keinen anderen Satz, der so zuverlässig zum schlagartigen Einsetzen des Fluchtreflexes führt, wie dieser!

„Schatz, wir müssen reden!“ – wenn ich diesen Satz höre, gehen bei mir sofort die Warnlampen an. Hilfe, ein unangenehmes Gespräch droht! Mein Magen krampft sich zusammen, im Hals fängt ein dicker Klumpen an, sich breit zu machen, und irgendein kleines Teufelchen flüstert mir ins Ohr: „Was heißt da „müssen“? Du musst überhaupt nichts. Und schon gar nicht reden…“

Auf nichts reagieren die meisten Menschen so allergisch wie auf Forderungen.

Jetzt bedrückt Dich aber etwas und Du möchtest das wirklich gerne mit Deinem Partner besprechen. Dass die obige Formulierung nicht besonders erfolgsversprechend ist, weißt Du. (Spätestens, seit Du angefangen hast, diesen Artikel zu lesen. 😉  ) „Können wir bitte mal reden? Ich möchte Dir was sagen.“ – so oder ähnlich lautet dann vielleicht Deine Kontaktaufnahme.

Das Ergebnis? Hmmmm, kommt darauf an, was der andere hört.

Bitte oder Forderung?

„Aber ich habe doch „Bitte!“ gesagt. Und trotzdem hat er es nicht gemacht…“

Ja, das kann gut sein. Denn vielleicht hat er trotz Deiner höflichen Formulierung keine Bitte gehört, sondern eine Forderung. Das passiert ganz schnell.

Denn die Formulierung ist bei der Unterscheidung zwischen Forderung und Bitte zweitrangig. (Wohlgemerkt zweitrangig, nicht egal!) Wichtig und ausschlaggebend ist Deine Haltung dahinter!

Eine Bitte lässt Deinem Partner die Wahlfreiheit, ob er ihr nachkommen möchte. Bitten sind ergebnisoffen, wie man so schön sagt. Auch ein „Nein“ als Antwort wäre okay. Die Bedürfnisse Deines Partners werden berücksichtigt.

Bei einer Forderung dagegen hat Dein Partner keine Wahl. Erfüllt er die Forderung nicht, muss er mit negativen Konsequenzen rechnen. Und sei es nur mit einem bissigen Kommentar von Dir. Was er selber will, wird nicht mit einkalkuliert.

Mach‘ den Selbsttest!

Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit herauszufinden, ob Du eine echte Bitte ausgesprochen hast oder ob es eigentlich doch eher eine Forderung war.
Naja, ganz so einfach ist sie vielleicht doch nicht. Das gebe ich zu. Denn sie verlangt eine große Ehrlichkeit von Dir. Eine Ehrlichkeit Dir selbst gegenüber.

Das Gute daran ist, dass Du Deine Erkenntnisse ja mit niemand teilen musst. Es braucht Dir also nichts peinlich sein. Du musst Dich auch für nichts rechtfertigen. Ziel ist erst einmal nur, dass Du ein Gespür dafür entwickelst, in welchem Bereich von Bitte und Forderung Du Dich bewegst.

Bereit? Okay, dann atme noch 2x tief durch und los geht‘s!

Stell‘ Dir vor, Du hast Deinen Partner um etwas gebeten und er hat Deiner Bitte nicht entsprochen. Wie reagierst Du darauf?

  • Was fühlst Du?
  • Was denkst Du?
  • Bist Du traurig? Sauer? Oder frustriert? Wütend?
  • Gibst Du dem anderen die Schuld?

Dann war es vermutlich doch eher eine Forderung als eine Bitte.

Oder reagierst Du mit Verständnis? Ist Dir bewusst, dass Dein Partner eigene Bedürfnisse hat, die nicht immer mit Deinen Wünschen übereinstimmen? Kannst Du verstehen (oder versuchst Du zu verstehen), dass er manches nicht machen möchte? Oder zumindest nicht zu dem Zeitpunkt, zu dem Du es gerne hättest?

Normalerweise sind unerfüllte Bedürfnisse Deines Partners der Grund dafür, dass er eine Bitte von Dir ausschlägt. Er macht das nicht aus Bösartigkeit, weil er Dir eins auswischen will oder weil er Dich nicht liebt.
Er macht das, weil er Dinge anders einschätzt als Du. Weil er ihnen andere Prioritäten gibt als Du. Weil er ein anderes Zeitgefühl hat als Du. Weil er…

Du merkst schon, es gibt viele „Weils“. Dir fallen bestimmt selber noch einige ein.

Schlechte Erfahrungen wirken als „Hörverstärker“

Um Dich jetzt mal wieder ein bisschen zu entlasten: es gibt auch Faktoren, die völlig außerhalb Deines Verantwortungsbereiches liegen.

Zum Beispiel, wenn jemand in seiner Vergangenheit häufig Erfahrungen mit Menschen gemacht hat, die über seine Wünsche und Bedürfnisse hinweggegangen sind oder die ihn zu etwas gezwungen haben. Dann kann es sein, dass er Deine ehrlich gemeinte Bitte trotzdem als Forderung auffasst. Und automatisch in Abwehrhaltung geht.

Hier ist besonderes Fingerspitzengefühl gefragt. In dem Fall heißt es für Dich zu erforschen, wie Du etwas formulieren solltest, damit Dein Partner die Bitte dahinter hören kann. „Wie kann ich Dir sagen, was ich von Dir möchte, ohne dass es für Dich so klingt, als wäre mir egal, was Du willst? Als wollte ich Dich herumkommandieren?“

Falsche „Sprache“

Okay, hast Du ein bisschen durchgeschnauft? Dann lass und jetzt nochmal schauen, was Du aktiv tun kannst, um Deinen Bitten zu mehr Erfolg zu verhelfen.

Oben habe ich geschrieben, dass die Formulierung nur eine untergeordnete Rolle dabei spielt, ob etwas als Bitte oder Forderung aufgefasst wird.

Aber natürlich trägt auch die Art und Weise, wie Du etwas sagst, dazu bei, ob der andere überhaupt verstehen kann, was Du von ihm möchtest.

Sehr hilfreich ist hier zum Beispiel die Verwendung von Ich-Botschaften. In meinem Blogartikel „Ich will, dass Du Dich änderst!“ findest Du einige Tipps dazu.

Es kann auch sein, dass Du einfach bestimmte Worte und Satzkonstruktionen benutzt, die Dein Gegenüber nicht gut hören kann. Viele Menschen reagieren mit Widerstand auf Direktiven, also Aussagen wie „Nenn mir einen möglichen Termin für ein Gespräch!“. Eine Frage führt hier eher zum Erfolg: „Wann hast Du Zeit für ein Gespräch?“ Andere reagieren eher auf ein „Hey, lass uns doch mal wieder ein cooles Partnerbrainstorming machen. Haste Bock und Zeit?“

Deine Persönlichkeit entdecken und sofort stressfreier kommunizieren?


Das geht jetzt auch ganz einfach online!

Schau‘ doch mal in den Beitrag „Knnrrzz – Störgeräusche stören Deine Kommunikation?“. Dort findest Du Beispiele.

Zwiegespräch statt Zwietracht

Eine tolle Möglichkeit, kontinuierlich miteinander im Gespräch zu bleiben, ist das Zwiegespräch nach Michael Lukas Moeller. Ihr trefft Euch dabei regelmäßig einmal pro Woche für 1,5 Stunden. Jeder erzählt dem anderen das, was ihn gerade bewegt.

„Keine Fragen. Keine Ratschläge. Jeder über sich.“ Das sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Zwiegespräche. Diese folgen darüber hinaus einer festen „Grundordnung“, wie Moeller es nennt. Ohne einen festen Rahmen gelingen die Gespräche nicht. Und außerdem möchtest Du ja den „Fluchtreflex“ vermeiden…

Wie das mit den Zwiegesprächen genau geht, erzähle ich Dir aber mal in einem anderen Blogartikel. Das würde hier jetzt den Rahmen sprengen. 

Und so verabschiede ich mich für heute mit einer Bitte von Dir:

Bitte hab‘ den Mut, Dich selbst in Frage zu stellen! (Siehe „Mach‘ den Selbsttest!“.) Dann wirst Du schnell erleben, dass Deine geänderte Haltung einen großen Unterschied in der Reaktion Deines Partners macht.

Herzlichst,
Deine Barbara

PS: Wie immer freue ich mich, wenn Du Deine Überlegungen oder Erfahrungen mit mir bzw. den anderen Leserinnen teilst. Kommentare zum Blogbeitrag sind herzlich willkommen. Und wenn Dir das zu öffentlich ist, schreib' mir doch einfach eine E-Mail an info@stressfrei-kommunizieren.de

Typisch Mann? Typisch Frau? Warum ich „pauschale“ Beziehungstipps nicht mag…

Viele Beziehungs-Ratgeber sind nach dem Schema „Mann – Frau“ aufgebaut. Männer „funktionieren“ so und so, also muss frau nur das und das tun, und alles läuft prima. Und umgekehrt.

Spar‘ Dir die Zeit und Nerven! Das funktioniert so nicht!

Zumindest in den meisten Fällen, die ich kenne, führt das Anwenden von solchen „klassischen“ Beziehungstipps eher zu Frust als zu Lust.

Ich will damit nicht sagen, dass sie alle komplett falsch sind. Denn die zugrundeliegenden Klischees hätten ja nicht entstehen können, wenn es nicht reale Vorbilder dafür gegeben hätte. Nur handelt es sich meist um überspitzte Darstellungen, die dann allen übergestülpt werden. Alle Männer sind so, alle Frauen sind so.

Solche Tipps verleiten dazu, nicht den individuellen Menschen zu sehen, sondern nach Klischees zu handeln. Das kann gut gehen, muss es aber nicht. Und spätestens bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen wird es dann oft zappenduster.

Ich sage deshalb: Wenn Du wirklich an Deinem Partner und Eurer Beziehung interessiert bist, dann führt kein Weg daran vorbei, dass Du Dich mit der Einmaligkeit des anderen beschäftigst. Dass Du ihn als individuelle Persönlichkeit kennen- und verstehen lernst.

Ein konkretes Beispiel...

Bei einem großen Partnervermittlungsportal ist unter anderem zu lesen, wie man mit kranken Männern umgehen soll. Nämlich diese betüddeln und liebevoll umsorgen. Sie würden es einem danken.

Au weh! Wenn ich das bei meinem Mann versuchen würde, hätten wir innerhalb kürzester Zeit einen riesigen Krach! Er will einfach nur seine Ruhe haben, wenn er krank ist. Und nicht alle 10 Minuten die Frage hören, ob er noch einen Tee möchte. Oder etwas zu essen. Oder…

Und ich als Frau? Will ich ihn überhaupt betüddeln?
Ja, ich gebe zu, in mir ist das „Kümmer-Gen“ recht ausgeprägt. Von daher bediene ich das Klischee der fürsorglichen Frau manchmal ganz gut.

Ich kenne aber auch genügend Frauen, die ganz anders gestrickt sind. Die sich dann denken (oder es auch aussprechen): „Hey, ich bin doch nicht die Krankenschwester der Nation! Der ist erwachsen und kann sich um sich selber kümmern.“

Ein paar Zahlen gefällig?

Wie Du vielleicht weißt, arbeite ich sehr gerne mit einem bestimmten Persönlichkeitsmodell. In den USA (wo das Modell herkommt und sehr breitflächig eingesetzt wird) liegen Aussagen über die prozentuale Verteilung bestimmter Charaktereigenschaften in der Bevölkerung vor.

Die größte Gruppe stellen hierbei mit 30 Prozent Menschen, die von ihrer Grundausrichtung her warmherzig, sensibel und mitfühlend sind. Alles Eigenschaften, die klassischerweise Frauen zugeschrieben werden. Und ja, 75% aus dieser Gruppe sind Frauen. Aber 25% (!) sind Männer.

Einen weiteren Klischeebruch liefert gleich die nächstgrößere Gruppe. 25 Prozent der Gesamtbevölkerung sind den Profilen zufolge schwerpunktmäßig logisch, verantwortungsbewusst und gut organisiert. Charakterstärken, die meist Männern zugesprochen werden. 75% aus dieser Gruppe sind tatsächlich männlich. Aber wiederum 25% (!) sind weiblich.

25 Prozent aus beiden Gruppen! Das sind nicht gerade wenig!
Und das waren jetzt nur zwei Beispiele.

Ich finde, da lohnt es sich schon, ein bisschen genauer hinzuschauen. Und eben nicht irgendeiner Standardformel „Wenn Mann , dann Y“ – Wenn Frau, dann X“ zu folgen. (Okay, außer Du sprichst gerade über den Chromosomensatz… 😉 )

Was also tun?

Mach‘ Dir die Mühe, und verlass‘ Dich nicht auf Pauschalaussagen. Lerne Deinen Partner mit seinen individuellen Wünschen und Bedürfnissen besser kennen.

Ja, das klingt jetzt nach Arbeit. Genauso wie Pflanzen regelmäßige Pflege brauchen, um wachsen und gedeihen zu können, ist diese Pflege auch für Deine Beziehung wichtig. Und auch hier zeigt sich, wie wichtig Individualität ist. Manche Pflanzen brauchen einen Schattenplatz, andere wollen in die pralle Sonne. Einige brauchen nur sehr wenig Wasser, andere sind richtige Vielschlucker. Die einen brauchen eine spezielle Sorte Dünger, andere würden damit verkümmern. Wenn es hier nur die Unterscheidung in Blüh- und Grünpflanzen mit entsprechenden Pflegetipps gäbe, hättest Du vermutlich recht bald nur noch verdorrte und verkümmerte Exemplare um Dich herum.

Oder - wenn Du mehr auto-affin bist: Das schönste Auto fährt irgendwann nicht mehr, wenn es nicht regelmäßig mit den nötigen Betriebsstoffen versorgt, gewartet und ggf. repariert wird. Eine alleinige Unterscheidung in Verbrennungs- und E-Motoren wäre auch hier nicht hilfreich. Schütte ich Diesel in den Tank eines Benziners, habe ich bei der nächsten Fahrt nicht lange Freude. Nehme ich das falsche Motoröl, riskiere ich einen kapitalen Motorschaden. Und, und, und…

Ich denke, Du hast verstanden, auf was ich hinaus will. Am Anfang einer Beziehung ist alles noch rosarot und leicht. Wenn Du dann aber nicht beginnst, regelmäßig für die richtige Pflege zu sorgen, kann es schnell passieren, dass Sand ins Getriebe kommt und es anfängt zu knirschen.

In meinem Blogbeitrag „Schon wieder Streit statt eines schönen Abends? Eine häufige Ursache und wie Du sie vermeiden kannst!“ findest Du eine schöne Übung, die Dir hilft, dem passenden Pflegeprogramm für Deine Beziehung ein Stück näher zu kommen.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg bei der Umsetzung!

Barbara

PS: Hast Du schon mal schlechte Erfahrungen mit Standard-Tipps gemacht? Ich freue mich, wenn Du Deine Erlebnisse hier als Kommentar mit uns teilst. Oder magst Du mir vielleicht eine E-Mail dazu schreiben? Unter info@stressfrei-kommunizieren.de habe ich immer ein offenes Ohr für Dich!

Schon wieder Streit statt eines schönen Abends? Eine häufige Ursache und wie Du sie vermeiden kannst.

By Barbara Wanning / Aktualisiert am 29.05.2020
Schon wieder Streit

Eigentlich fing alles ganz harmonisch an….

Mein Mann und ich waren abends im Restaurant beim Essen und wurden dabei unfreiwillig Zeugen eines – hm - sagen wir mal sehr unharmonischen Gesprächs am Nebentisch.

Die zwei – ein junges Pärchen -  saßen bei Kerzenlicht in einer kleinen Nische des Restaurants, beide hatten ein Glas Wein vor sich stehen und unterhielten sich angeregt.

[Ich gebe das Gespräch nachfolgend so wieder, wie ich es in Erinnerung habe, und auf die wesentlichen Punkte gekürzt. Denn es zeigt ein typisches Problem sehr deutlich auf. Ich hoffe, die beiden verzeihen mir das.]

Sie erzählte ganz begeistert von einem Konzert, das am nächsten Abend stattfinden sollte.

Sie:      „Boah, Mann, die Band ist so geil! Noch voll der Geheimtipp, aber ich hab‘ die schon auf YouTube gesehen. Wahnsinn, was die für eine Show machen!Ich möchte da mit Dir hin! Bitte, bitte, bitte!“

Sein Gesicht verzog sich merklich. Er guckte schon leicht gestresst, als er antwortete.

Er:        „Morgen Abend? Da hatten wir doch seit langem geplant, in Ruhe die Route für unsere Urlaubstour nächstes Jahr durchzusprechen…“

Sie:      „Ach, das ist doch egal! Das können wir doch auch wann anders machen.Aber die Band spielt nur morgen! Das war eh totales Glück, dass ich das mit dem Konzert mitgekriegt habe. Biiiiiiiitttttttte!“

So schnell wollte sie sich offensichtlich nicht geschlagen geben. Er war allerdings auch nicht gerade leicht von seinem Plan abzubringen. Sein Ton wurde zunehmend schärfer.

Er:        „Mir ist aber wichtig, dass wir nicht immer alles über den Haufen schmeißen, was wir vereinbart hatten. Sonst kommen wir wieder nicht dazu, die Urlaubsplanung zu machen.“

Sie:      „Menno, blöde Planung! Können wir nicht einfach mal spontan Spaß haben?Ich will da hin! Das wird bestimmt mega-cool!“

Doch dann: Mal wieder schief gegangen…

Du ahnst wahrscheinlich schon, dass dieses Gespräch nicht mehr zu retten war. Ein Wort gab jetzt das andere, ein böser Streit bahnte sich an.

Er:        „Du nervst! Nie hältst Du Dich an unsere Abmachungen! Und ich soll dann immer nach Deiner Pfeife tanzen, nur weil Dir plötzlich was anderes in den Sinn gekommen ist! Nein, nicht mit mir!“

Sie:      „Du bist so doof! Voll der Spießer! Ich weiß eigentlich überhaupt nicht, warum ich mit Dir zusammen bin!“

Mehr haben wir nicht mitgehört, da wir unseren Partnerabend dann zu Hause fortgesetzt haben. Aber Du kannst Dir sicher vorstellen, dass der Abend für die beiden nicht besonders harmonisch geendet ist. Und das mit dem gemeinsamen Konzertbesuch hat vermutlich auch nicht geklappt. So schade!

Aber was ist denn hier eigentlich passiert? Warum ist aus dem schönen Abend auf einmal ein fetter Streit geworden?

Ich habe da ein paar Vermutungen. Eine davon möchte ich in diesem Artikel etwas näher beleuchten.

Verschiedene Bedürfnisse treffen aufeinander – und… Peng!

Wenn wir uns die Unterhaltung der beiden noch einmal genau ansehen, zeigt sich, dass hier zwei grundverschiedene Bedürfnisse aufeinander treffen.

Ihm scheint eine klare Zeitstruktur und gute Planung wichtig zu sein. Auch legt er offensichtlich Wert darauf, dass getroffene Absprachen eingehalten werden.

Bei ihr dominiert dagegen wohl der Wunsch nach spontanem Spaß. Sie reagiert auf sich zufällig ergebende Gelegenheiten und schmeißt dafür gerne auch mal alle bisherigen Pläne über den Haufen.

Und da stecken wir schon mitten im Problem!

Die meisten von uns gehen davon aus, dass das, was für sie selber gut und wichtig ist, dem anderen ebenso viel bedeutet.

Oft zeigt sich das zum Beispiel auch bei Geschenken. Vielleicht hast Du ja auch schon einmal etwas geschenkt bekommen, was so gar nichts mit Deinen Interessen oder Vorlieben zu tun hatte? Ein Geschenk, das eindeutig den Geschmack des Schenkenden widerspiegelte?Das passiert aus genau demselben Grund. Wir sind so sehr in unserer eigenen Erlebenswelt gefangen, dass wir denken, dem anderen etwas Gutes zu tun. Und wir übersehen dabei, dass der andere eventuell ganz anders tickt als wir.

Das geschieht nicht absichtlich. Es ist auch nicht böse gemeint. Der andere will uns damit nicht ärgern. Er steckt nur fest in seiner „Filterblase“ - so nenne ich das jetzt einfach mal.

Um wieder auf das Pärchen von neulich zurückzukommen:

Sie kann nicht verstehen, dass er nicht bereit ist, von seinen Plänen abzuweichen. Wo das Konzert doch so eine einmalige Gelegenheit ist! Da muss man doch einfach mal ein bisschen flexibel reagieren!

Und er kann nicht verstehen, warum sie sich nicht an getroffene Vereinbarungen hält. Schließlich war das mit dem Planungsgespräch seit längerem fest ausgemacht. Und einen neuen Termin zu finden, wird sicher wieder schwierig.

Da keiner der beiden die Bedürfnisse des anderen sieht, geschweige denn anspricht, schaukelt sich das Ganze sehr schnell immer weiter hoch. Frust und das Gefühl, nicht verstanden zu werden, nehmen zu. Rasch ist der schönste Streit im Gange.

Das kommt Dir bekannt vor? Willkommen im Club!Auch ich tappe immer mal wieder in die Filterblasen-Falle. Das ist menschlich.

Und doch kannst Du einiges dafür tun, damit Dir das seltener passiert.

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung 😉

Bitte entschuldige. Diesen Spruch konnte ich mir gerade nicht verkneifen.

Was meine ich nun wirklich damit?

Es geht darum, sich selber und den anderen besser kennenzulernen und nicht automatisch von sich auf den anderen zu schließen.

  • Kennst Du Deine Bedürfnisse?
  • Weißt Du, was Dir wichtig ist?
  • Wie lauten Deine Grundannahmen über die Welt als solche, über Beziehungen und ein gutes Miteinander?
  • Welche Voraussetzungen müssen für Dich erfüllt sein, damit Du Dich entspannen kannst?
  • Was treibt Dich in den Wahnsinn?
  • Wobei gehst Du sofort auf die Palme?

Mir ist zum Beispiel Pünktlichkeit sehr wichtig. Ich achte, darauf, dass ich zu Verabredungen rechtzeitig komme. Meistens bin ich ein paar Minuten zu früh da. Lieber warte ich ein bisschen, als dass ich herum hetze oder den anderen warten lasse.

Dasselbe erwarte ich allerdings auch von den anderen. Ein Treffen steht für mich schon „unter einem schlechten Stern“, wenn der andere zu spät kommt. Das empfinde ich als extrem unhöflich und es stresst mich. Je nach meiner Grundstimmung an diesem Tag dauert es dann manchmal ganz schön lang, bis sich meine Missstimmung wieder legt.

Ich weiß aber, dass Pünktlichkeit im Leben vieler Menschen überhaupt keine Rolle spielt. Und dass diese überhaupt nicht verstehen können, warum ich mich an „so einer Kleinigkeit“ aufhängen kann.

Besser oder schlechter?

Ist jetzt das eine besser oder schlechter als das andere?Nein. Es ist einfach nur anders. Und es erfordert Achtsamkeit im Umgang miteinander.

Wenn ich feststelle, dass es in einer Beziehung solche Unterschiede gibt, dann ist es wichtig, über diese zu sprechen. „Bei mir ist das so und so.“ „Ehrlich? Das ist ja spannend. Bei mir ist das ganz anders…“

Uih, ich merke gerade, dass sich hier das Thema für einen weiteren Artikel auftut. Denn so einfach, wie die beiden Sätze oben es andeuten, ist es in der Praxis meistens nicht, über seine Bedürfnisse zu sprechen.

Übung macht den Meister!

Lass uns deshalb für heute mal beim Erkennen der Bedürfnisse bleiben. Dazu möchte ich Dich zu einer kleinen Übung einladen:

  1. Du erstellst mit Hilfe der oben genannten Fragen eine Liste Deiner Bedürfnisse.
  2. Du bittest Deinen Partner, dasselbe zu tun.
  3. Ihr legt beide Listen nebeneinander und vergleicht diese. Ohne Wertung.Gibt es identische Punkte? Tauchen beim anderen Dinge auf, die Euch völlig fremd sind? Fallen Euch dadurch weitere Sachen ein, die Ihr auf Eurer Liste vergessen hattet?

In dieser Übung geht es darum, zunächst nur einmal ein Gespür für die Unterschiede zu entwickeln. Bitte fangt nicht an, die Sinnhaftigkeit oder Notwendigkeit der einzelnen Punkte zu diskutieren. Ziel ist es zu erkennen, dass manches, was mir extrem wichtig ist, für den anderen überhaupt keine Bedeutung hat. Dinge, die für mich ganz selbstverständlich sind, kommen ihm vielleicht gar nicht in den Sinn, und umgekehrt.

Okay, soviel für heute. Damit lasse ich Euch nun erstmal in Ruhe arbeiten.Viel Spaß und spannende neue Erkenntnisse!

Herzliche Grüße,

PS: Wenn Du nicht so gerne alleine vor Dich hin werkelst, dann melde Dich bei mir. Über das Kontaktformular hast Du den direkten Draht zu mir! Ich unterstütze Dich gerne!

Warum immer ich?

Warum soll immer ich meine Kommunikation anpassen? Der andere kann doch auch mal „in seinen Aufzug steigen“!

Diese Frage bzw. Aussage höre ich sehr oft in meinen Seminaren. Und ehrlich gesagt kenne ich sie auch von mir selber.

Wieso immer ich?

Meine Teilnehmer lernen in den Trainings, wie sie flexibel die ihnen zur Verfügung stehenden „Sprachen“ und „Sprechmuskeln“ nutzen, um sich individuell auf ihr Gegenüber einzustellen.

Das ist super und bringt viele positive Effekte!

Allerdings muss fast jeder dazu seine Komfortzone verlassen und sich trauen, Neues und vor allem Ungewohntes auszuprobieren. Das ist anstrengend und fühlt sich gerade anfangs sehr holprig und zum Teil auch gekünstelt an. Ja. Das ist so.

Und trotzdem ist es der Schlüssel zu erfolgreicher und schlussendlich stressfreier Kommunikation!

Wir sind Multi-Talente!

Denn jeder von uns verfügt generell über ein breites Repertoire an unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten:

  • Wir können uns auf der logisch, rationalen Sachebene bewegen, um Informationen auszutauschen.
  • Oder wir verleihen unserem Mitgefühl Ausdruck und kümmern uns aktiv um „Beziehungspflege“.
  • Oder aber wir lassen unserem inneren Kind freien Lauf, äußern spontan unsere Freude (aber auch unseren Ärger) und haben Spaß.
  • Auch neutrale Anweisungen an unser Gegenüber gehören zu unserer Kommunikationspalette.

Die Krux an der Sache:

Jeder von uns bevorzugt eine ganz bestimmte Art und Weise, sich auszudrücken. Und jeder trägt eine anders gefärbte Brille, durch die er die Welt vorrangig wahrnimmt. Auch Du!

Wenn Du in Deiner „Lieblingssprache“ angesprochen wirst, ist der Inhalt einer Botschaft für Dich klar verständlich. Das WIE verpackt das WAS in diesem Fall genau passend für Deine Ohren.

Anders ist es, wenn jemand Dich in einer für Dich unpassenden Art und Weise anspricht. Durch das „falsche“ WIE kannst Du das WAS im schlimmsten Fall überhaupt nicht wahrnehmen. Du verstehst den anderen nicht, Stress und Konflikte sind vorprogrammiert.

Der Türöffner zum gegenseitigen Verständnis ist also, das WIE so zu gestalten, dass der andere Dich (Dein WAS) gut hören kann.

Auch wenn uns grundsätzlich alle Kommunikations-Varianten zur Verfügung stehen, können manche davon schwach ausgeprägt und nur sehr schwer zugänglich sein.

Es kostet uns dann viel Energie, in die entsprechende Etage unserer Persönlichkeit zu fahren, die andere Brille aufzusetzen und den zugehörigen Sprechmuskel zu nutzen.

Und genau an dieser Stelle taucht dann die Frage „Warum soll immer ich…?“ auf.

  • Warum soll immer ich mich anstrengen und Energie aufwenden, um in der „Sprache“ meines Gegenübers zu sprechen?
  • Soll der andere sich doch auch mal bewegen! Soll der doch mal was an seinem Kommunikationsverhalten ändern!
  • Ich möchte es auch gerne leicht haben, will auch in meiner „Lieblingssprache“ angesprochen werden.

Ja, diesen Wunsch kann ich gut nachvollziehen!

Und ja, dauerhaft in anderen Sprachen sprechen zu müssen führt zu Ausgelaugtsein und erzeugt Stress.

Deshalb suchen wir uns in Situationen, wo wir selbst in der Hand haben, mit wem wir in Kontakt treten, auch automatisch Menschen aus, mit denen wir auf einer Wellenlänge liegen. Menschen, mit denen uns Kommunikation leicht fällt.

Nur gibt es eben auch genug Situationen, in denen Du Dir nicht aussuchen kannst, mit wem Du zu tun hast. Im Job, in der Nachbarschaft, beim Einkaufen, auf Behörden, … Die Liste ist beliebig erweiterbar.

Und genau hier kann es ungemein hilfreich sein, wenn Du Dich gut auf das Gegenüber einstellen kannst. Für einen begrenzten Zeitraum. Um sicherzustellen, dass Deine Botschaft auch wirklich beim anderen ankommt.

Denn hier geht es darum,

  • ein gut funktionierendes Arbeitsverhältnis zu haben.
  • eine Besprechung mit positiven Ergebnissen abzuschließen.
  • anstehende Aufgaben zu erledigen.
  • Ziele zu erreichen.
  • eine konstruktive Atmosphäre zu schaffen.

Den Nutzen von einer erfolgreichen Kommunikation hast immer auch Du!

Und wenn Du das entsprechende Wissen und die Fähigkeiten zur Gestaltung des WIE hast, dann lohnt es sich meiner Meinung nach immer, diese auch einzusetzen!

Was Dich ja nicht daran hindern muss, dem anderen bei Gelegenheit zu erzählen, wie Du „tickst“ und wie er am besten mit Dir umgeht.

Oder ihm von einem Kommunikationsseminar vorzuschwärmen, in dem er genau das lernen kann. 

In diesem Sinne wünsche ich Dir einen schönen Tag!

 

Stressfrei kommunizieren – Für Botschaften, die ankommen!

Wie tickst Du? Wie tickt Dein Partner?

Wie tickst Du? Wie tickt Dein Partner?

Sicherlich kennst Du diese Redewendung oder hast selber auch schon mal gesagt "Naja, ich ticke halt so!".
Aber was soll denn eigentlich damit zum Ausdruck gebracht werden?

Vermutlich möchtest Du damit sagen, dass bestimmte Dinge bei Dir auf Deine ganz eigene Art und Weise ablaufen. Dass Du auf Menschen oder Situationen in einer Dir ureigenen Form reagierst. Mit Gedanken, Worten oder Taten.

Und irgendwie schwingt da ja auch immer ein bisschen was von "So bin ich halt, da kann ich nichts dran ändern." mit.
Stimmt's?

Die Krux an der Sache: Dein Partner "tickt" auch auf seine ganz eigene Art und Weise.
Während Du vielleicht im Sekundentakt schwingst, bewegt er sich stundenweise vorwärts.

Nur ein schönes buntes Bild?

Unten siehst Du ein Foto mit vielen bunten Farben. Aber ist das wirklich alles? Ist das nur ein schönes buntes Bild?
Natürlich nicht!

Das Foto zeigt, wie unterschiedlich ein Paar, das bei mir zur Beratung war, die Welt wahrnimmt. Du siehst also einen Ausschnitt davon, wie die beiden ticken. Hier ist das symbolisch dargestellt anhand der individuellen Reihenfolge der sechs sogenannten Wahrnehmungsarten gemäß Process Communication Model (PCM).

Die unterste Karte symbolisiert so etwas wie die Muttersprache. Diese Wahrnehmungsart ist jeweils am stärksten ausgeprägt und beeinflusst die Kommunikation maßgeblich. Je weiter nach oben wir aber in der Reihenfolge kommen, desto schwächer ausgeprägt ist die jeweilige Sicht auf die Welt. Grundsätzlich hat jeder von uns alle sechs Wahrnehmungsarten in sich. Nur eben in unterschiedlicher Anordnung und Ausprägung.


Probleme vorprogrammiert?

Wenn Du Dir jetzt nochmal das Foto anschaust, kannst Du sicher auf den ersten Blick erkennen, wo es bei den beiden zu Problemen in der Kommunikation kommen könnte.

Person A (links im Bild) nimmt die Welt hauptsächlich übers Denken wahr. Zahlen, Daten und Fakten sind wichtig. Dinge werden zuerst analysiert und priorisiert. Entscheidungen werden sorgfältig vorbereitet.

Person B (rechts im Bild) dagegen reagiert auf alles spontan mit "Mag ich!" oder "Mag ich nicht!". Eine Faktenanalyse ist dazu weder erforderlich, noch würde Person B überhaupt auf diese Idee kommen. Entscheidungen werden meist schnell und "aus dem Bauch heraus" getroffen.

Hier zeigt sich also schon mal eine grundverschiedene Art, auf die Welt zu- bzw. an Aufgaben oder Entscheidungen heranzugehen.

Und es wird noch schlimmer...

Als nächstes fällt auf, dass die Wahrnehmungsarten Reaktion und Gefühl, die bei Person B ganz unten angesiedelt sind, bei Person A ganz oben liegen. Umgekehrt hat Person B die Wahrnehmungsart Aktion ganz oben, während diese bei Person A auf der zweiten Stufe eine wichtige Rolle spielt.

Automatisch neigt jeder dazu, seine eigene Wahrnehmung als die "richtige" bzw. einzig vorstellbare anzusehen. Ohne das Wissen über die Unterschiede, sind hier Konflikte und Stress im Umgang miteinander vorprogrammiert.

Aber Hoffnung ist in Sicht!

Denn schon allein das Erkennen und Verstehen, dass der andere anders tickt als ich selber, öffnet Türen zu einer positiveren und stressfreieren Kommunikation. Es schafft die Voraussetzung dafür, dass ich die Andersartigkeit meines Partners als gleichwertig akzeptieren kann.

Und das ist erst der Anfang!
Mit diesem Wissen kannst Du zu einer völlig neuen Form des Umgangs mit Dir selbst und Deinem Partner finden.

Wenn Du jetzt neugierig bist und erleben möchtest, was noch alles Deine Persönlichkeit prägt, und wie sich das auf Deine Beziehung auswirkt, dann lade ich Dich ganz herzlich dazu ein, mit mir auf Entdeckungsreise zu gehen.

Im März, Juni und September 2021 führe ich jeweils wieder ein 2-tägiges Seminar zum Thema "Kommunikation in der Partnerschaft" durch. Auf der Seite "Für Paare" findest Du mehr Infos dazu.

Du hast aber jederzeit auch die Möglichkeit, Dein "buntes Bild" in Form eines Persönlichkeitsprofils erstellen zu lassen.

Entdecke jetzt Deine Persönlichkeit!

Nimm einfach Kontakt zu mir auf. Ich freue mich auf Dich!

Ich will, dass Du Dich änderst!

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„Ich will, dass Du Dich änderst!“

„Ich will, dass Du Dich änderst!“
Wie oft höre ich in Beratungen diesen Satz. Und: Nein, nicht ich soll mich in diesen Fällen ändern, sondern irgendjemand im Umfeld meines Klienten.

Der Wunsch nach einer Verhaltensänderung des (Gesprächs-)Partners ist oft nachvollziehbar. Nur die Art und Weise, wie dieser vorgetragen wird - naja, lass es mich mal vorsichtig formulieren - führt meist eher zu Frust und Streit, als zur Erfüllung des Wunsches...

Falls Dir das jetzt bekannt vorkommt, brauchst Du Dich nicht zu grämen!
Im Normalfall bringt uns nämlich niemand bei, wie man "richtig" kommuniziert. Es wird irgendwie selbstverständlich davon ausgegangen, dass wir alle von Geburt an Kommunikationsgenies sind.

Was für ein hoher Anspruch!

Ich habe in dem Bereich viel lernen dürfen. Und einen kleinen Teil davon möchte ich Dir in diesem Blogbeitrag vorstellen.

Grundsätzlich sei gesagt, dass jeder nur sich selber ändern kann. (Ja, das ist leider so!) Aber diese Veränderung bei mir zieht oft auch eine Veränderung bei meinem Gegenüber nach sich.

Was kannst Du also tun, um Deine Kommunikation so zu ändern, dass ein Gespräch für alle Beteiligten zu einer Win-Win-  und nicht zu einer Lose-Lose-Situation wird?

Einsatz von Ich-Botschaften

Bestimmt hast Du schon einmal etwas von Ich-Botschaften gehört!

Ich-Botschaften zielen auf die konstruktive Lösung eines Problems ab. Sie stärken die Beziehung.

Du-Botschaften dagegen führen oft zu sinnloser Eskalation in Gesprächen, sie übermitteln meist destruktive Kritik.

Laut Wikipedia handelt es sich bei Ich_Botschaften um "persönliche Äußerungen im Sinne einer Selbstoffenbarung, die die eigene Meinung und die Gefühle des Sprechers mitteilen".

Upps, das hört sich ziemlich hochtrabend an. Was ist denn nun konkret damit gemeint?

Hi, ich bin Barbara!

Damit Du sofort beginnen kannst, Deine Beziehung zu verbessern, unterstütze ich Dich auch mit Online-Selbstlernkursen.

Ein konkretes Beispiel

An folgendem Beispiel lässt sich das ganz gut darstellen:

Angenommen, Du sitzt mit Deinem Partner im Wohnzimmer und Ihr unterhaltet Euch. Du hast allerdings den Eindruck, dass er Dir nicht richtig zuhört, weil er immer wieder aufs Handy schaut.

Variante 1: Du-Botschaft

Jetzt könntest Du sagen: "Nie hörst Du mir zu! Immer starrst Du nur auf Dein blödes Handy!"

Aber was würde dadurch passieren?

  1. Du greifst Deinen Partner mit Du-Botschaften direkt an.
  2. Du wirfst ihm vor, etwas "immer" zu tun. Du pauschalisierst und bewertest damit.
  3. Du sagst Deinem Partner nicht, was Du Dir stattdessen von ihm wünschst.

Das Gespräch würde vermutlich nicht besonders positiv weitergehen. Ich wette, Du kennst hier genug eigene Beispiele!

Variante 2: Ich-Botschaft

Oder Du könntest eine Ich-Botschaft formulieren.

Achtung! Damit ist nicht gemeint, die eigenen Sätze einfach so umzuformulieren, dass sie mit „Ich“ beginnen. Also z.B. zu sagen „Ich will, dass Du mir zuhörst!“.

Eine gute Ich-Botschaft besteht aus vier Teilen:

  1. Ich beschreibe meine Beobachtung ohne Bewertung.
  2. Ich drücke meine Gefühle aus.
  3. Ich lege meine Bedürfnisse dar.
  4. Ich formuliere meinen Wunsch an den anderen.

Konkret könnte das dann in unserem Beispiel so aussehen:

  1. Ich sehe, dass Du auf Dein Handy schaust.
  2. Ich bin traurig,
  3. weil ich Dir gerne etwas Wichtiges erzählen möchte,
    und mir dafür Deine volle Aufmerksamkeit wünsche.
  4.  Würdest Du bitte Dein Handy weglegen und mich anschauen?

Damit hast Du auf eine klare, aber sehr achtsame Art und Weise dargelegt, was Du gerne hättest. Und das, ohne den anderen anzugreifen oder sein Verhalten zu bewerten.

Vermutlich wird Dein Partner sich daraufhin entschuldigen, sein Handy zur Seite legen und Dir zuhören.

Du siehst, kleine Änderungen können manchmal viel bewirken!

Und wo wir gerade beim Zuhören sind:

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K.O. im ersten Satz? Das muss nicht sein!

By Barbara Wanning / Aktualisiert am 28.11.2019
K.O. im ersten Satz? Das muss nicht sein!

 

Du möchtest ein Produkt oder eine Dienstleistung verkaufen. Mehrmals hast Du nun schon erfolglos versucht, den Entscheider ans Telefon zu bekommen, bist immer nur in seinem Vorzimmer gelandet. Auch bei Deinem aktuellen Anruf rechnest Du eigentlich nicht damit, dass Du ihn erreichst.

Doch diesmal ist alles anders. Herr X meldet sich persönlich. Du bist überrascht und irgendwie ein bisschen überrumpelt, schaffst es aber trotzdem noch, Dich und Dein Anliegen vorzustellen.

Dann wirst Du mit folgendem Satz konfrontiert: „Sagen Sie mir, warum ich ausgerechnet mit Ihnen zusammenarbeiten sollte!“

Du bist erstmal perplex, bekommst keinen vernünftigen Satz heraus und stammelst gestresst „Äh, ja, hm, ich, also…“.

„Rufen Sie mich wieder an, wenn Sie es wissen!“ beendet Herr X kurzerhand das Gespräch und legt auf.

Hoppla! Was ist denn da passiert?

Du bist ganz offensichtlich an einen Menschen geraten, der einen sehr direkten Kommunikationsstil pflegt. Jemand, der keine langen Erklärungen und detaillierte Ausführungen möchte, sondern der klare Ansagen und kurze, knappe Informationen erwartet. Zeit ist Geld!

Für die wenigsten von uns ist das die bevorzugte Art zu kommunizieren. Die meisten werden – unbewusst – schon durch die direktive Ansprache („Sagen Sie mir…“) abgeschreckt, so dass es zur geschilderten Stress-Reaktion kommen kann.

Woran liegt das?

Menschen sind einfach unterschiedlich. Auch in Ihrer Sprache.

Viele bevorzugen einen Kommunikationsstil, der durch Informations- oder Meinungsaustausch geprägt ist. Sie führen Gespräche, in denen Fragen eine wichtige Rolle spielen.

Andere wiederum mögen es am liebsten, wenn es humorvoll zugeht und Diskussionen mit einem gewissen Augenzwinkern ablaufen. Wenn viel gelacht wird und Wortwitz seinen Platz hat.

Wieder andere fühlen sich am wohlsten, wenn Kontakte auf einer sehr persönlichen, fürsorglichen Ebene ablaufen. Wenn spürbar wird, dass sie als Person eine Rolle spielen und wertgeschätzt werden.

Tja, und manche lieben es eben direkt!

Nichts davon ist besser oder schlechter als das andere, es ist nur unterschiedlich!

Zugegeben, ich habe für diesen Beitrag ein sehr plakatives Beispiel herausgegriffen. Aber wie oft entsteht Misskommunikation? Wie oft reden wir aneinander vorbei, kommen nicht wirklich miteinander in Kontakt? Wie oft fühlt sich alles mühsam an und wir reagieren auf die ein oder andere Art gestresst?

Im schlimmsten Fall eskalieren Diskussionen zu einem heftigen, unsachlichen Schlagabtausch oder enden eben auch so abrupt, wie zu Beginn geschildert.

Das muss nicht so sein!

Je mehr Du über diese kommunikativen Unterschiede weißt, umso besser kannst Du Dich darauf einstellen und konstruktive, erfolgreiche Gespräche führen.

Ich lade Dich dazu ein, in einem ersten Schritt Dich und Deine bevorzugte Art zu kommunizieren besser kennenzulernen.

Im zweiten Schritt erarbeite ich dann gemeinsam mit Dir Strategien, wie Du Deine Kommunikation so gestalten kannst, dass Du die besten Chancen hast, Dein Gegenüber auch wirklich zu erreichen.

Interessiert?

Dann melde Dich bei mir oder hol‘ Dir jetzt sofort Dein persönliches Profil inkl. Auswertegespräch über diesen Link:

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Ich freue mich auf Dich!

Barbara

 

[Blogbeiträge erscheinen in der Du-Form, da sie auch auf anderen Plattformen veröffentlicht werden.]

Hören vs. Zuhören

By Barbara Wanning / Aktualisiert am 26.05.2020

Hören und zuhören - gibt es da einen Unterschied?

Im Moment bereite ich gerade ein englischsprachiges Seminar zu den Grundlagen der Kommunikation vor. Nicht fehlen darf dabei natürlich auch das Thema „Aktives Zuhören“. Denn Zuhören ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für gelingende Kommunikation. Schließlich verbringen wir rund 50% der Gesprächszeit als Zuhörer.

An dem Punkt  habe ich gemerkt, dass es im Englischen viel einfacher ist, einen wichtigen Unterschied zu erläutern. Den Unterschied zwischen „Hören“ und „Zuhören“. Im Englischen gibt es zwei verschiedene Wörter: „hearing“ und „listening“. Auf deutsch muss ich viel weiter ausholen, um eine saubere Trennung der beiden Begriffe zu erreichen.

Hören...

Hören beschreibt eigentlich nur das Wahrnehmen von Tönen oder Geräuschen über den Hörsinn. Wir können etwas hören und beschließen, und nicht weiter darum zu kümmern.

Also zum Beispiel, wenn wir in einem Restaurant sitzen und hören, wie sich die Gäste am Nebentisch unterhalten. Deren Gespräch stellt für uns normalerweise nur „Geräuschkulisse“ dar. Wir hören zwar, dass geredet wird, hören aber in der Regel nicht zu, um den Inhalt des Gespräches zu verfolgen.

Anders ist es hoffentlich bei den Gesprächen, die am eigenen Tisch stattfinden. Hier ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir wirklich zuhören, uns auf das einlassen, was gesagt wird.

Zuhören...

Zuhören ist ein willentlicher Akt. Zuhören erfordert unsere Entscheidung, die „Geräusche“, die wir wahrnehmen in Worte übersetzen zu wollen und diese entsprechend zu verarbeiten. Zuhören beinhaltet immer ein aktives Einlassen auf den Gesprächspartner.

Vielen ist dieser Unterschied nicht klar und so kommt es oft schon zu Beginn eines Gespräches zu Konflikten, weil der eine Gesprächspartner sich zum Beispiel parallel intensiv mit seiner Zeitung beschäftigt und behauptet: „Erzähl‘ nur, ich höre Dir trotzdem zu. Ich bin schließlich multitaskingfähig.“

Störfaktoren

Zuhören wird durch alle möglichen Faktoren erschwert. Dabei kann es sich sowohl um äußere Einflüsse handeln, als auch um innere Barrieren.

Äußere Einflüsse

Störend auf gute Kommunikation wirkt es sich zum Beispiel aus, wenn das Gespräch in zu lauter Umgebung stattfindet. Oder wenn die Umgebungstemperatur nicht passt, es also zu warm oder zu kalt ist. Auch wenn es zu unbequem für die Gesprächspartner ist, (das Gespräch findet im Stehen statt, die Sitzgelegenheiten sind unkomfortabel,…) wird es schnell schwer, sich auf eine Unterhaltung zu konzentrieren.

Wir können im Vorfeld also schon einiges für den erfolgreichen Verlauf eines Gespräches tun, wenn wir für eine möglichst störungsfreie Umgebung sorgen.

Innere Barrieren

Dann können innere Barrieren bei den Gesprächspartnern den Gesprächsverlauf zusätzlich erschweren. Was meine ich mit inneren Barrieren?

  • Wenn jemand zum Beispiel immer nur die Sachbotschaft einer Aussage hört und die emotionale Ebene gar nicht registriert.
    (Zum 4-Ohren-Modell nach Friedemann Schulz von Thun findest Du hier im Blog einen separaten Artikel.)
  • Wenn jemand nur das hört, was er aufgrund seiner eigenen Erwartungshaltung vermutet, aber nicht das, was wirklich gesagt wird.
  • Wenn jemand gerade emotional zu sehr in das Thema verstrickt ist.
  • Wenn jemand sehr viel mit Klischees arbeitet.
  • Wenn jemand Neuerungen gegenüber grundsätzlich ablehnend gegenübersteht. (Das haben wir schon immer so gemacht…)

Aktives Zuhören

Daraus abgeleitet gibt es ein paar „ganz einfache“ Verhaltensregeln, die unter dem Begriff „aktives Zuhören“ zusammengefasst werden.

Du wirst sehen: Wenn Du diese Regeln beherzigst und regelmäßig anwendest, werden sich Deine Fähigkeiten als Zuhörer schnell verbessern und Du wirst erfolgreichere und wesentlich stressfreiere Gespräche führen!

Aktives Zuhören ist ein offenes, empathisches und zugewandtes Zuhören. Dazu gehört unter anderem:

  • dass ich mich entscheide, wirklich zuhören zu wollen.
  • dass ich bereit bin, mich unvoreingenommen auf die Gefühls- und Gedankenwelt des anderen einzulassen.
  • dass ich durch meine Körperhaltung signalisiere, dass ich aufnahmebereit bin (offen, dem anderen zugewendet).
  • dass ich den anderen ausreden lasse und mir ggf. wichtige Punkte merke, zu denen ich später nachhaken möchte.
  • dass ich durch non-verbale Signale (Kopfnicken, Kopfschütteln, Mimik, Gestik) immer wieder mein Interesse und meine Aufmerksamkeit um Ausdruck bringe.
  • dass ich aufmerksam die Körperhaltung und andere non-verbale Signale meines Gegenübers beobachte, um eine Änderung im Gesprächsverlauf erkennen zu können.

Wiederholen und zusammenfassen

Aktives Zuhören beinhaltet auch, dass ich das Gehörte immer wieder mit eigenen Worten wiederhole und zusammenfasse, um zu überprüfen, ob das, was bei mir angekommen ist, das ist, was der andere mir an Gedanken oder Gefühlen mitteilen wollte.

Wichtig ist dabei, dass ich dabei neutral bleibe. Dass ich also in die Wiederholung nicht meine eigene Bewertung mit einfließen lasse, ich also weder Zustimmung noch Ablehnung ausdrücke.

Hilfreiche Formulierungen können zum Beispiel sein:

  • Habe ich Dich richtig verstanden, dass…?
  • Das klingt für mich so, als ob Du verärgert/traurig/enttäuscht/erfreut bist… ?
  • Mein Eindruck ist, dass Du Dir xy gut vorstellen könntest…
  • Bei mir ist angekommen, dass….
  • Zum Punkt xy würde ich gerne noch mehr erfahren…
  • Möchtest Du noch etwas ergänzen?

Das Wichtigste nochmal in Kürze

  • Zuhören = willentlicher Akt
  • Auf eine förderliche Gesprächsumgebung achten.
  • Störfaktoren möglichst ausschalten.
  • Aktiv zuhören.

 Wie Du Gespräche als der aktive Partner, also als Sprecher, positiv beeinflussen kannst, erfährst Du in kommenden Blogbeiträgen. Dort wird es dann um Ich-Botschaften, offene bzw. geschlossene Fragen und vieles mehr gehen.

Probier‘ doch aber jetzt schon einfach mal aus, ob sich am Verlauf und/oder Ergebnis Deiner Gespräche etwas ändert, wenn Du auf die beschriebenen Faktoren beim Zuhören achtest.

Ich freue mich über Rückmeldungen in Kommentaren zu diesem Beitrag!

Herzlichst,
Deine 

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